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Das Buch von Christa Mulack habe ich in meinem letzten Artikel schon als Lesetipp vorgestellt, und jetzt habe ich mal sechs Seiten aus dem letzten Kapitel „Frauenbeziehungen-Abschied von der Zwangsheteroerotik“ reinkopiert, denn darin wird sehr schön erklärt, warum sowohl für Männer als auch für Frauen eine Frau das primäre und eigentlich bevorzugte Liebesobjekt ist- und daher Heterosexualität für Männer das „normale“ und für Frauen das „unnormale“ ist. Christa Mulack führt die Gedankengänge des in den 70er Jahren von Adrienne Rich verfassten Aufsatzes („Zwangsheterosexualität und lesbische Existenz“) weiter, erweitert sie durch ihre eigenen Ideen und mit neuesten psychologischen, anthropologischen und naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Sehr interessant (!), weil es sich mit meinen eigenen Lebenserfahrungen deckt, d. h. wenn Frauen aus dieser Frau-hat-nur-Mann-zu-lieben-Zwangs-Endlosschleife herausgerissen werden, bei den meisten ganz schnell ein Begehren nach Frauen ans Tageslicht kommt. Frauenliebe mit männlicher Homosexualität gleichzusetzen ist also gänzlich unpassend, wenn nicht gar falsch. (Und damit natürlich auch diese ganze homosexuelle Außenseiter-Identität für Frauen, dieses Untergruppending, denn eigentlich müssten die (ausschließlichen) Heterofrauen die Untergruppe sein…)

Und auch der Rest des Buches ist sehr lesenswert, z. B. erklärt sie sehr gut wo die Unterschiede zwischen Gleichheits- und Differenzfeminismus liegen, dröselt die Begriffe „Gleichberechtigung, Geschlechtergleichheit und Gleichwertigkeit“ auseinander, betrachtet die Geschlechterdifferenz aus dem Blickwinkel neuester biologischer und anthropologischer Forschungserkenntnisse und macht sich darüber Gedanken, wie frauenverneinend- und feindlich das koedukative (also Mädchen und Jungs werden zusammen unterrichtet) Schulsystem ist und wie nichtpatriarchale Bildung an Frauen vermittelt werden könnte (Lehrerinnen-Schülerinnen-Mütter).