Die Frau und der Frosch. Der Traumprinz der ewigen Liebe, rote Rosen, rote Herzen und erste Küssen unter dem sommerlichen Silbermond. Die Hochzeit für eine gemeinsam geträumte Zukunft mit Kindern, Hund, Haus, Garten, Auto, Urlaub. Shopping- Sport im lüstern faden Ehebett. PorNO, lieber doch oder doch lieber nicht. Liebe und Sex, Gewalt und Liebe, SM, BDSM, Swinger- und Pärchenclublangeweile. Männer und Frauen. Sie träumt und er will (sie), von Frosch zum Gemahl, vom Gemahl zum Frosch, sie ist willig und will nicht(s), doch, nicht. Natur, Kultur, aktiv, passiv, Männchen, Weibchen, Märchen, Mythen, schweigen, reden, reden, keine Sprache. Für Sie.

Die Schwedin macht sozusagen Animationsfilme für Erwachsene. Sie lässt darin Gestalten aus Plastilin auftreten, die meist Dinge tun, über die man nicht spricht. Ganz gewöhnliche, obszöne Phantasien. „Ich bin nichts Besonderes, und wenn ich schon darüber nachdenke, werden es andere auch tun“, meint Djurberg.

Ein Sigmund Freud wäre begeistert gewesen – oder auch ein wenig neidisch, denn die Djurbergschen Filme spielen mit der Verklemmtheit der Betrachter, sind aber selbst verblüffend unverklemmt. Leben, Tod, Sex und Gewalt, der Kampf der Geschlechter sind so ihre Themen.

In einem ihrer neuen Filme tanzen drei nackte, hexenhafte Frauen um einen Typen herum, den sie halbnackt an einen Baum gefesselt haben: Purer erotischer Sadismus, und am Ende verbrennt der Gefangene namens Johnny dann auch noch. Einer ihrer anderen männlichen Hauptdarsteller ist ein Mischwesen aus einem kleinen Jungen und einem bösen Wolf; ein bemitleidenswertes Fabeltier.

Und dann gibt es noch so etwas: Kinder, die in den Bauch ihrer Mutter zurückkriechen. Maden, die eine weibliche Leiche im Wald zerfressen. Eine Jägerin, die ein Walross erlegt und in den Körper schlüpft.

Oder es geht um den Sex, den eine Frau mit einem Tiger hat – vor einer Blümchentapete.

Vieles ist makaber, anderes anstößig bis pornografisch, alles wirkt bestechend bunt und im besten Sinne grotesk: Wer diese Filme sieht, dem bleibt das Lachen im Hals stecken. Jedes einzelne Filmbild erscheint wie ein absurdes Gemälde. Dabei habe sie zum Malen kein Talent, behauptet sie strahlend.

Die Künstlerin heißt übrigend Natalie Djurberg. Wer noch mehr über sie und ihre skurrilen Werke erfahren will, der klicke z. B. HIER.

Dieser Videoausschnitt gilt übrigens auch für Frauen, die nach anderen Frauen suchen. (Formerly known as „lesbians“) Es gibt eben keinen Traumprinzen/Froschkönig und erst recht keine Traumprinzessin/Froschkönigin mehr. Wir alle müssen uns mit realen Menschen, sprich Männer-und jetzt auch Frauen- auseinandersetzen. Mit all ihren Vorzügen und Fehlern, Macken, Meisen und auch Liebenswürdigkeiten. Denn der Mensch/sprich der Mann ist nun auch „weiblicher“ geworden, denn Mensch ist nicht mehr=Mann, und die Frau nicht mehr nur= Frau, Sklavin, Geliebte…

Aber irgendwie hat immer noch die Frau die „Nase vorne“, weil sie in/mit ihrem Körper/Leib, die Kinder „erzeugen und gebären“ kann. Die Frau ist also immer noch „die große Göttin“, bzw. „die allmächtige Muttergöttin“, die am Schöpfungsprozess essenziell irgendwie immer noch teilhat…