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Dass das deutsche Fernsehprogramm schlecht ist dürfte nicht nur mir aufgefallen sein. Rosamunde Pilcher, Affen-und Arztfilme und gähnlangweilige Tatorte so weit das Zuschauerauge reicht. Was also tun, außer sich amerikanische oder britische Serien in englisch über das Internet runterzuladen, die DVD´s der jeweiligen Staffeln bestellen, oder die Privatsender samt nerviger Werbeunterbrechungen zu gucken um wenigsten ein paar vergnügliche Fernsehabende zu haben?

Ich selbst bin per Zufall auf dem TeilKindersender Super RTL hängengeblieben. Die um 19.15 Uhr beginnenden Serien Hannah Montana und die Zauberer vom Waverly Place verfolgte ich zunächst eher nebenher aber dann doch immer regelmäßiger. Irgendwie fühlte ich mich gut dabei und bekam beste Laune – und als dann an einem verregneten Samstag alle bisher ausgestrahlten Folgen hintereinander gesendet wurden – war ich endgültig überzeugt.

Doch was gefiel/gefällt mir (außer der kürzeren Werbeunterbrechungen im Kinder/Jugendprogramm) an diesen Serien? Was lässt mich dann so beschwingt den Abend fortführen? Neben den unterhaltsamen Storys sind es vor allem die beiden Hauptdarstellerinnen und ihre Rollen (Miley Cyrus als Miley Stewart/ Hannah Montana und Selena Gomez als Alex Russo), die mich inzwischen fast jeden Abend vor den heimischen Fernseher zu locken vermögen.

Klar sie sind nicht lesbisch, aber beide spielen eine Hauptrolle und zeigen die Welt aus einer Frauen(Mädchen)Sicht/Perspektive. Beide haben eine beste Freundin und Männer bzw. Freunde haben nur eine Nebenepisode gepachtet und nie, echt niemals endet ein Plot mit dem plumpen „Boy meets Girl und alles wird gut“ Scheiß wie in Hollywood so allgemein Leinwandüblich ist. Die Heterosexualität wird eher ironisch betrachtet und leicht veräppelt (kann auch daran liegen, dass der Großteil der Hollywood-Autoren/Innen eh schwul bzw. lesbisch ist und sie in Serien mehr Handlungsfreiheiten haben als in den großen Kinoproduktionen). Die beiden, Miley und Alex, meistern ihren Alltag kreativ und immer ein bisschen unangepasst, lachen über ihre Brüder und manchmal auch Väter und Freunde. Aber was leider fast immer fehlt, sind starke und kreative Mütter/ältere Frauen, bei Miley ist sie verstorben und nur als Foto verfügbar –  und bei Alex rührt sie fast immer nur in irgendwelchen Kochtöpfen rum…

Und hier komme ich schon zum Kritikpunkt. Warum gibt es immer noch so wenig unkonventionelle/eigenständige Rollen/Vorbilder für Frauen jenseits der 20 und Teenagerzeit? Wenn der Mann in ihr Leben tritt (und damit meine ich sowohl den Ehemann als auch die neuere Variante in Form des immer noch männerdominierten/orientierten Berufslebens) haben sie sich gefälligst anzupassen. D. h. sie sollen entweder weiter in den Kochtöpfen rumrühren, oder eben die taffe Kommissarin werden und ganz linientreu und männernachahmend „das Alte“ für immer bestätigen. „CSI Miami/New York“, „Crossing Jordan“ oder „The Closer“ sind ein gutes Beispiel dafür. Aber warum gibt z. B. es keine Zauberfilme mit (erotisch) mächtigen Zauberinnen jenseits 40? Zu gefährlich und zu frauenanziehend…?

Ich wünsche mir jedenfalls mehr Serien mit attraktiven, unangepassten und älteren Frauen und wer solche kennt kann sich gerne bei uns melden…

People Miley Cyrusselena-gomez-20080904-451810closerCrossing Jordan - Pathologin mit Profil; (Crossing Jordan)