Hier ein interessanter Ausschnitt aus dem Film „What ever happened to Baby Jane“ mit den neurotischsten Diven der Geschichte Hollywoods – Joan Crawford und Bette Davis:

Auch wenn Bette Davis und Joan Crawford den Zenit ihrer Karrieren längst überschritten hatten (sie waren beide über fünfzig und galten deswegen als „Kassengift“), war der Film ein voller Erfolg, da er besonders bei den Frauen gut ankam. Er handelt von der Hassliebe und Abhängigkeitsverhältnis zweier Schwestern, von denen die eine ein früherer Kinderstar war und deren Karriere im Gegensatz zu der ihrer Schwester danach erfolglos blieb, während die andere Schwester zwar ein berühmter Filmstar wurde, aber später durch einen mysteriösen Unfall an den Rollstuhl gefesselt ist.
Auch Joan und Bette waren im richtigen Leben verbitterte Feindinnen und wenn man im Internet ein bißchen darüber recherchiert, so gibt es dazu viele Vermutungen. Die eine besagt, dass es dabei um bloße Rivalität ging, beide waren Schauspielerinnen des selben Fachs – sie wurden hauptsächlich für melancholisch-dramatische Rollen engagiert und arbeiteten außerdem unter dem selben Filmlabel. Nach einer anderen, meiner Meinung nach näher liegenden Theorie, war Joan Crawford, bei der es mitlerweile offiziell nachgewiesen ist, dass sie bisexuell war, heftig in Bette Davis verliebt und wurde aber von ihr abgewiesen. Aus Rache heiratete sie Franchot Tone, den Mann, welchen Bette Davis als die Liebe ihres Lebens bezeichnete.
Nähere Infos zu diesem Thema gibt es leider nur in englischer Sprache, da in den deutschen Texten die wichtigen Informationen (z. B. die über Joans Bisexualität) stark gekürzt sind.

http://www.dailymail.co.uk/femail/article-566502/The-bitter-sexual-jealousy-Bette-Davis-wage-war-Joan-Crawford.html#comments

http://www.joancrawfordbest.com/b.htm#bisexuality

Es ist interessant, wenn man den Film „What ever happened to Baby Jane“ unter dem Aspekt sieht, dass beide Frauen extrem starke Gefühle füreinander hatten, sogar bis zum Tod Joans und darüber hinaus (Zitat Bette Davis: „Just because a person’s dead, doesn’t mean they’ve changed.“). Bette und Joan hatten in ihrem Leben viele Parallelen, u.a. waren sie beide viermal verheiratet und enterbten ihre Töchter, welche sich später öffentlich gegen sie richteten. Außerdem hat der Film wegen seines Erfolgs viele weitere Filme mit gealterten Hollywooddiven nach sich gezogen, hauptsächlich aber im Genre des Horror- und Psychofilms (!). Heutzutage werden Frauen schon mit Mitte dreißig als „alt“ bezeichnet und abgesägt – Hollywood ist mitlerweile völlig dem Jugend- und Botoxwahn verfallen. Filme mit älteren charismatischen Damen vom Kaliber wie Joan Crawford und Bette Davis sind heutzutage noch viel mehr  eine Seltenheit geworden (geschweigen denn, dass sie aus einer weiblichen Perspektive erzählt werden), auch wenn sie bei vielen Frauen gut ankommen würden. Frauen werden als Zielgruppe nicht erfasst, da sie ihre Bedürfnisse weder äußern, noch in die Tat umsetzen in Form von z. B. eingener Regie und eigenen authentischen Geschichten.