“Es ist schwierig, eine Trennlinie zwischen Verzicht und Neigung zu ziehen: Eine Frau kann sich mit Frauen abgeben, weil der Mann sie enttäuscht hat, manchmal enttäuscht er sie aber auch, weil sie in ihm eine Frau sucht. Aus all diesen Gründ(en) ist es falsch, zwischen der Heterosexuellen und der Homosexuellen grundsätzlich zu unterscheiden.“ (Simone de Beauvoir aus: „Das andere Geschlecht“)

Was bedeutet es in dieser Gesellschaft als Frau Frauen zu lieben? Wir, die „Feminine Lesbians“ sind nicht „Lesben“ in dem Sinne, wie sie in der Gesellschaft offen existieren, wir sind keine „Heterofrauen“ und auch nicht bisexuell. Für uns gibt es kein Wort sondern nur die nähere Bezeichnung „Frauen die Frauen lieben“, wir sind ganz einfach Frauen, aber das Wort Frau steht für sich selbst und hat keinen Bezug zum Mann – wir sind weder im positiven noch im negativen Sinne emotional an ihn gebunden.

Wir glauben, dass fast alle Frauen eher emotional auf Frauen als auf Männer bezogen sind, dass dies aber durch geschickt propagierte Zwangsheterosexualität unterdrückt wird. Heterosexualität ist eine Fessel, die die Frau gesellschaftlich und kulturell lähmt und sie daran hindert eine eigene Sicht in die Welt zu bringen und diese aktiv zu gestalten. Während die Frau dazu erzogen wird, sich emotional auf den Mann auszurichten, denken Männer sich von ihr unabhängig, sowohl im öffentlichen wie im privaten Bereich pflegen sie latent homosexuelle Männerkumpeleien, sie fördern beruflich Männer und nicht Frauen.

Eine männlich/schwule Kultur

Die Welt der Kunst und Kultur wird von schwulen Männern regiert, sie erschaffen künstliche Frauenbilder, der Schlankheitswahn der Magermodels ist eines davon. Schwule Modedesigner wollen auf dem Laufsteg lieber kleine Jungs sehen, Frauen mit schmalen Hüften und flache Brüsten, am liebsten würden sie sie aber ganz verschwinden lassen und sie durch transsexuelle Männer ersetzen. Junge Frauen in der ganzen Welt orientieren sich am sogenannten Idealbild einer Frau, welches das einer Transe/Tunte ist und haben deswegen extreme Minderwertigkeitskomplexe, fühlen sich nicht weiblich oder im Extremfall sogar im falschen Körper.

Homosexualität, vor allem die schwule, männliche Sexualität spielt eine weit größere Rolle und prägt die westliche Gesellschaft wesentlich mehr, als angenommen. Es gibt sogar einen Zusammenhang zwischen Faschismus und männlicher Homosexualität. Männer die Gewalt und Unterwerfung ausüben sind in vielen Fällen verkappte Schwule, umgekehrt ist der schwule (männliche) Sex oft von Gewalt und Unterwerfung geprägt. Schwule haben keine weibliche Seele, sie sind die Extremform des Mannes – sexsüchtig, beziehungsunfähig und nur auf sich selbst bezogen. Sie wünschen sich außerdem eine Welt ohne Frauen.

Der wahre Feind der Frau ist nicht der heterosexuelle Mann, der Frauen liebt, sondern der „Klemmschwule“, der Frauen hasst und gesellschaftliche Macht besitzt. Und in jedem sich sexistisch verhaltenden Mann steckt so ein Klemmschwuler (Wortspiel ;-)).

Wenn von Homosexualität gesprochen wird, ist immer nur die männliche gemeint. Frauen die Frauen lieben sind wie eine Nullstelle in der Geschichte, sie kommen in dem System gar nicht vor. Die meisten Lesben sind maskulin, da sie sich mit Schwulen identifizieren und auch deren Form von Sexualität übernehmen. Genauso, wie heterosexuelle Frauen sich an Männern orientieren, orientieren Lesben sich unbewusst an Schwulen und verinnerlichen auch deren Frauenhass. Dies ist auch der Grund, warum Sadomasochismus in der Lesbenszene oft praktiziert wird, es ist eine Form der Sexualität, die ihren Ursprung in der Schwulenszene hat.

Das weibliche Potenzial

Wir denken, dass Frauen es endlich wagen sollen zu ihren Gefühlen zu stehen und ein sowohl sexuelles als auch ein auf die Welt ausgerichtetes (etwas tun) Begehren zu entwickeln, ihre Sexualität nicht von anderen vorschreiben und bestimmen zu lassen, sondern diese eigenständig auszuleben. Wir sind nicht grundsätzlich gegen Heterosexualität, wir sind aber gegen ihren gesellschaftlichen Zwang, den sie auf Frauen ausübt. Wenn eine Frau zu Männern geht, bloß weil dies gesellschaftlich akzeptierter ist, diese aber nicht wirklich begehrt und ihre heimlichen lesbischen Fantasien ein Leben lang für sich behält, ist dies sehr schade, für sie und auch für die anderen Frauen, denen es ähnlich geht. Heterosexualität ist eine soziales Konstrukt, Frauen können auch unabhängig von Männern leben, sich lieben und Kinder bekommen. Sie müssen dafür nicht heiraten und ihre ganzes Leben mit jemand verbringen, der ihnen selbst nach Jahren immer noch fremd erscheint.

Und liebe Frauen, die wirklich ausschließlich Männer lieben: Bestimmt selbst, wie oft ihr Sex haben wollt und übernehmt Verantwortung für eure Sexualität – findet erst allein heraus, was euch gefällt und kommuniziert dies dann eurem Partner. Lasst euch nicht ficken sondern fickt selbst, findet euren G-Punkt und den damit verbundenen inneren Orgasmus, habt keine Angst davor zu nehmen, was euch gehört. (Siehe auch Artikel „Dildos benutzen“)

Wir glauben, dass jedes Geschlecht eine eigene Form von Kultur mit sich bringt und dass die Menschheit sich nur weiterentwickeln kann, wenn die Herrschaft des einen Geschlechts durch das andere irgendwann abgelöst wird. Gerade im Moment sind wir in der Geschichte an einem dieser Punkte angelangt, wo eine Ablösung dringend nötig wäre – unser Planet leidet unter Kriegen, Umweltzerstörung, globaler Erwärmung und Überbevölkerung. Und nein – es sind nicht Menschen, die dies verursachen, es sind MÄNNER die töten, vergewaltigen und zerstören und natürlich die Frauen, die dies zulassen.

Also, liebe Frauen, begreift euch endlich als Einheit – Frauen lieben bedeutet, sich selbst und die eigene weibliche Identität wahrzunehmen, es eröffnet eine neue Dimension des Fühlens, des Denkens und es Existierens. Lasst diese neue Dimension entstehen, fangt endlich an selbstständig zu Handeln und zwar als Frauen und nicht als Pseudomänner, die nur die männliche Welt weiter fortführen. Identifiziert euch nicht mit männlichen Schriftstellern, Romanfiguren und Göttern, sondern mit weiblichen Charakteren, lest Bücher und schaut Filme in denen es um REALE Frauen geht und nicht um männliche Projektionen. Ihr werdet geschockt sein, wie wenig realistisch abgebildete Frauen zu finden sind. Es wird nur Neues entstehen, es wird nur neue Frauenbilder geben, wenn ihr die Talente, die tief in euch verborgen sind realisiert. Lebt eure Träume aus, egal wie verrückt sie sind, traut euch idealistisch zu sein und besteht auf einen Platz in dieser Welt. Ihr müsst ihn euch schon selbst schaffen, das wird kein Mann für euch machen.

In fast allen Kulturen dieser Welt wird der Mensch mit dem Mann gleichgesetzt (z. B. im Französischen l’homme=Mensch, Mann), die Frau ist als Mensch demnach auch Teil des Mannes, die „Rippe von Adam“. Wenn aber die Frau beginnt, sich als autonom zu definieren und auch so zu handeln, ist sie demnach kein Mensch/Mann mehr, sondern etwas anderes. Wenn sie kein Mensch ist, was ist sie dann? Ist das Lebewesen „Mensch/Mann“ nur ein Zwischenstadium, ist es daher unvollendet und es gibt Wege zu einer neuen Intelligenz, einer neuen Form des Bewusstseins und des Zusammenlebens?