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Romane:
Djuna Barnes – Nachtgewächs (Nightwood, Paris 1936)
Eine Frau und ihre ruhelose Wanderung durch die Welt des frühen 20. Jahrhunderts stehen im Mittelpunkt dieses Romans. Robin, schon der Name ist Programm, kann sich mit ihrer Rolle als Frau nicht abfinden. Zwar heiratet sie früh einen eher stutzerhaften Mann und bekommt sogar ein Kind von ihm, doch verlässt sie ihn bald danach, um ihre eigenen Wege zu gehen. In Paris liiert sie sich mit einer Frau, wandert aber bald zu jenem und jener um schließlich bei einer heruntergekommenen Hysterikerin zu landen. Am Schluss steht sie mit leeren Händen vor einem zerstörten Leben.
Djuna Barnes erzählt diese Geschichte mit einer beschwörenden, gleichsam ins Innere zielenden Sprache. Die Ereignisse scheinen sich in einem Panoptikum der Erwartungen und Enttäuschungen abzuspielen, die Menschen trotz physischer Nähe meilenweit voneinander entfernt zu sein. Fast im Stile des “Fin de Siècle” beschreibt sie die reale, gesellschaftliche und emotionelle Welt der Protagonistin.
Djuna Barnes – Ladie’s Almanach, verfasst und illustriert von einer Lady of Fashion (Paris 1928/anonymer Privatdruck).
Als der Ladies-Almanach 1928 erstmals – anonym – erschien, wusste gleich jedefrau und jedermann, dass es sich um eine Persiflage des Boheme-Kreises um die Amazone Natalie Clifford Barney handelte, und dass die Autorin, eine Lady of Fashion, niemand anderes sein konnte als Djuna Barnes, die dem illustren Gästekreis ihrer Freundinnen huldigte. Der berühmte Almanach über „Sternzeichen, Monde und Jahreszeiten“ eines ebenso berühmten lesbischen Zirkels samt einem „vollständigen Bericht über tägliche und nächtliche Verwirrungen“.
Elsa von Bonin – Das Leben der Renée von Catte (Deutschland 1911)
Dieser 1911 zuerst erschienene Roman ist die literarisch anspruchsvolle Darstellung der Kindheit und Jugend einer preußischen Adligen um 1900. Einfühlsam und psychologisch genau schildert die Autorin Renees ‘anderen Blick’ auf die gesellschaftliche Welt, in der sie lebt, ihre Versuche zur Überwindung des konventionellen Frauenstatus und ihre Liebe zur sterbenden Dichterin Yvonne.
Jane Bowles – Zwei sehr ernsthafte Damen (USA 1943)
Radikal, witzig-ausgelassen und zugleich bissig wird am Beispiel zweier grundverschiedener Damen das existenzielle Risiko der Suche nach weiblicher Freiheit und Autonomie beschrieben. Die Autorin wurde mit dem Erscheinen des Buches 1943 zur Kultfigur der New Yorker Avantgarde.
Elana Dykewomon – Sarahs Töcher (1999)
Nach einem Pogrom im zaristischen Rußland emigiriert die junge jüdische Arbeiterin Chava nach New York. Dort begegnet sie Gutke, einer Hebamme aus ihrem Heimatort. Gutke lebt mit der erfolgreichen Bankerin Dovida zusammen, die als Mann durchs Leben geht. Chava selbst verliebt sich in ihre Cousine Rose, und die beiden Frauen werden ein Paar. Doch auch in der Neuen Welt sehen sich die EinwanderInnen mit einem harten Überlebenskampf konfrontiert.
Patricia Highsmith – Carol (Neuere Ausgabe: Salz und sein Preis)
Roman einer ungewöhnlichen Liebe Der bereits 1952 in USA veröffentlichte Roman war damals ein solches Wagnis, dass sich die Autorin hinter dem Pseudonym Claire Morgan versteckte. Es ist die Geschichte der jungen Bühnenbildnerin Therese und ihrer Geliebten Carol, einer reifen, verheirateten Frau in besten Verhältnissen, deren Schönheit und Lebenserfahrung Therese faszinieren.
Violette Leduc – „Therese und Isabelle“ und „Die Frau mit dem kleinen Fuchs“ (Paris 1967)
„Therese und Isabelle“ erleben ihre Zuneigung mit einer Leidenschaft, die eine Grenze lediglich in der Erkenntnis findet, dass es sogar in der körperlichen Vereinigung unmöglich ist, sich gegenseitig völlig und bedingungslos zu besitzen. In dem Maße wie sie die Schönheit der Liebe und deren unüberwindliche, enttäuschende Grenzen erkennen, lernen Therese und Isabelle bei ihrem Zusammensein auch deren Höllenqualen kennen.
Die Erzählung „Die Frau mit dem kleinen Fuchs“ könnte als Fortsetzung zu o.g. gedacht sein. Eine vereinsamte alte Frau sucht ihren Hunger nach menschlicher Gesellschaft, nach Gesichtern und Stimmen zu betäuben, indem sie in die unpersönliche Geschäftigkeit der Millionenstadt Paris untertaucht. Sie lässt sich treiben von den Geräuschen und Gerüchen der Boulevards die Fahrt mit der Metro – der Fahrpreis ein Vermögen – das Warten an der Bushaltestelle werden zum Abenteuer. Doch ihres leiblichen Hungers kann sie sich nicht erwehren: Sie versucht vergeblich, für ihren einzigen Besitz, einen aus der Mülltonne aufgelesenen Fuchspelz, beim Pfandleiher Geld zu bekommen.
Melania G. Mazzucco – Der Kuss der Medusa (Italien 1996)
Als Norma frisch verheiratet neben ihrem gräflichen Gatten in einem Pariser Boudoir liegt, glaubt sie noch an eine glänzende Zukunft. Doch bald muss sie erkennen, dass ihre Ehe und ihr Alltag in Turin sie immer unglücklicher werden lassen. Erst als die geheimnisvolle, stille Medusa in ihre Dienste tritt, verändert sich alles. Wir sind am Anfang des Jahrhunderts, und auf Medusa, die jahrelang wie eine Sklavin mit dem Alten Pilu und einer Laterna Magica durch die Berge gezogen war, wirkt Normas Leben wie ein Märchen. Doch je näher sich die beiden Frauen kommen, desto enger zieht sich die Schlinge um sie. Das Glück, zum ersten Mal aus ihrer Einsamkeit herauszufinden, kann in ihrer Zeit und ihrer Umgebung nicht ungestraft bleiben: Zutiefst in seinem Stolz verletzt, beschließt Ehemann Felice, grausame Rache zu nehmen. Melania G. Mazzuccos sprachgewaltiger Roman war die literarische Entdeckung Italiens der letzten Jahre. Wie auf einem Jugendstilgemälde bringt sie die dramatische Liebesgeschichte der beiden Frauen zum Leuchten.
Joyce Carol Oates – Foxfire (USA 1993)
Foxfire, das sind vierzehn- und fünfzehnjährige Mädchen, die es satt haben auf der Verliererseite zu stehen. Mögen die anderen sie kriminell nennen, für sie ist ihre Gang eine “Blutschwesternschaft”, in der sie Freundschaft, Schutz, Mut und Geborgenheit finden. Anfangs sind es nur flammende Parolen an Häuserwänden, dann kommt es zu Erpressungen, ein Ladenbesitzer wird zusammengeschlagen…
In ihre kompromisslosen Rebellion gegen die Männerwelt schraubt sich die Spirale der Gewalt bald immer höher. (1993)
Olivia – Olivia (Wien 1950)
Als Olivia mit 16 Jahren ihre englische Familie verlässt, um ein Jahr im französischen Pensionat Les Avons bei Paris zu verbringen, taucht sie in eine Atmosphäre intellektueller und seelischer Lebendigkeit ein, die sie in ihrem britischen Elternhaus der Oberschicht nie gekannt hat.
Mlle Julie, die Direktorin der Schule, eröffnet ihr die Welt der Literatur, des Theaters, des guten Essens und der geistvollen Konversation. Olivia nimmt diese Geschenke mit leidenschaftlicher Dankbarkeit entgegen. Darüber hinaus jedoch, und ohne es zunächst recht zu begreifen, entwickelt sie Empfindungen für diese Lehrerin, die alle Zeichen einer großen Liebe tragen – und die unausgesprochen erwidert werden.
“Eine der besten und zutiefst dramatischen Liebesgeschichten, die ich kenne. Sie gehört zu den wenigen Liebesromanen, die es verdienen, zu den Schätzen der Weltliteratur gezählt zu werden.” THE SUNDAY TIMES1983
Elinor Rigby – Eine Amerikanerin in Paris
Erzählungen von Frauen und den Wechselfällen des Lebens. Sie verlieben, verloben, lieben sich und betrügen einander und genießen das schöne Leben. Roman einer „Vergessenen“ aus den 30er Jahren. Elinor Rigby ist das Pseudonym von Sarah Blumenfeld (1899 – 1988), der kreolisch- amerikanischen Schriftstellerin, die ihre Romane den Frauen widmete. In den vorliegenden Erzählungen berichtet sie auf humorvolle, ironische Weise von Frauen und von den Wechselfällen des Lebens.
Shamim Sarif – Die verborgene Welt (2007)
Pretoria, Südafrika, in den fünfziger Jahren. Die junge Inderin Amina eröffnet mit einem Farbigen ein Café. Das ist unerhört und zur Zeit der Apartheid offiziell verboten. Die Eltern lassen ihre eigensinnige Tochter gewähren. Doch für die Großmutter ist es ein Unding, dass Amina mit Anfang zwanzig noch nicht verheiratet ist. Sie macht sich daran, ihre Enkelin unter die Haube zu bringen. Doch Amina hat ihren eigenen Kopf…
Miriam hingegen ist eine fügsame indische Ehefrau. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern draußen vor der Stadt in einem alten Farmhaus. Die Stille ist endlos, die Einsamkeit unerträglich, die Zukunft scheint trostlos. Bis Miriam eines Tages Amina begegnet – dem ersten Menschen, der ihr nach vielen Tagen ein Lächeln schenkt …
“ Ein eindrucksvolles Debüt“, so die britische TIMES, das an Grüne Tomaten erinnert – angerichtet auf indische Art.
May Sarton – Mrs. Stevens hört die Meerjungfrauen singen (USA 1965)
Kernpunkt dieses Roman ist die Frage, was es bedeutet Frau und Schriftstellerin zu sein, sich wohlmöglich für die Einsamkeit entschieden zu haben; die Frage nach den Quellen des kreativen Impulses von Frauen.
Protagonistin ist die siebzigjährige Hillary, eine eigenwillige Persönlichkeit, Lyrikerin und Schriftstellerin, die mit ihrem jüngsten Werk den späten Ruhm erlangt, der ihr all die Jahre versagt war. Dieser Erfolg veranlasst Jenny und Peter, eine junge Schriftstellerin und einen Journalisten, zu einem Interview, das sich am Werk orientieren und die Verbindung von Kunst und Leben thematisieren soll. In einem inneren Dialog erlebt Hillary geistig und bildhaft nochmals ihre entscheidenden Begegnungen mit der Muse, und die Muse ihrer meisten Werke ist eine Frau.
Han Suyin – Eine Winterliebe (England 1963)
“Eine Winterliebe” ist die Geschichte zweier Medizinstudentinnen und ihrer Freundschaft zueinander, die sich zu einer ausweglosen Leidenschaft entwickelt und in Bitterkeit und Enttäuschung endet. Das graue, neblige London der Kriegszeit bildet nicht nur den Hintergrund, sondern bestimmt auch das seelische Klima dieser Erzählung, die das heikle Thema der “verbotenen Liebe” mit ebensoviel Offenheit wie menschlichem und künstlerischem Anstand behandelt.
Anne Vilmont – Die Venusfallen (1972)
(im franz. Original: Les Drosères) (vergriffen)
Anne Vilmont schrieb diesen Roman mit 21 Jahren. Die Venusfallen sind fleischfressende Pflanzen, die unvorsichtige Insekten in sich hineinziehen und zersetzen. Die Venusfalle dieses leidenschaftlich bewegten, ungewöhnlichen und mit unerbittlicher psychologischer Sicherheit geschriebenen Buches ist eine anziehende, kostbar parfümierte Frau, die einem jungen, etwas lasterhaften Mädchen ihre Falle stellt.
Ann Wadsworth – Mrs. Medina (2006)
Mercedes Medina ist eine kultivierte, gutsituierte Dame von 59 Jahren. Sie unterrichtet italienische Literatur an der Universität von Boston, doch im wesentlichen dreht sich ihr Leben um ihren Ehemann Patrick, einen einst gefeierten Cellisten, der nun, mit Mitte 80, seinem Lebensende entgegensieht. Eines schönen Frühlingsmorgens geht Mrs. Medina aus dem Haus, um Blumen zu kaufen, und an diesem Tag nimmt ihr Leben eine entscheidende Wende. Sie lernt die Blumenverkäuferin Lennie kennen, eine junge Frau, die sie nachhaltig beeindruckt. Mrs. Medina sucht fortan die Begegnung mit Lennie, und eine zarte Romanze entspinnt sich zwischen den beiden Frauen. Als Lennie im Verlauf des Romans ohne ein Wort der Erklärung verschwindet und bald darauf Patrick stirbt, gerät Mrs. Medina vollkommen aus dem Lot – sie isst nicht mehr, sie beginnt zu trinken, sie vernachlässigt sich. Nach einer Auszeit gewinnt sie allmählich wieder Boden unter den Füßen und geht ihr Leben mit neuem Mut und Elan an. Selbst eine neue Liebe zeichnet sich schließlich am Horizont ab … „Mrs. Medina“ ist ein einfühlsam erzählter Roman, der um die klassischen Themen kreist – Liebe und Leidenschaft, Treue und Verrat, Verlust und wiedererwachende Hoffnung – und in seiner psychologischen Finesse an Virginia Woolfs „Mrs. Dalloway“ erinnert.
Sachbücher/Lebensberichte:
Mercedes de Acosta – Hier liegt das Herz (1997)
Die Geschichte meines Lebens. Die Dichterin und Dramatikerin Mercedes de Acosta kannte und liebte nahezu alle bedeutenden Frauen ihrer Zeit, darunter Greta Garbo und Marlene Dietrich.
Simone de Beauvoir – Das andere Geschlecht (1949)
Das berümte Standartwerk von Simone de Beauvoir. Die universelle Standortbestimmung der Frau, die aus jahrtausendealter Abhängigkeit von männlicher Vorherrschaft, aus einer übermächtigen Tradition von Schwächegefühlen ausgebrochen ist, hat seit ihrem ersten Erscheinen nicht an Gültigkeit eingebüßt. Die brilliante Scharfsichtigkeit dieser grundlegenen Analyse vom weiblichen Status und Selbstverständnis in Geschichte und Gegenwart tritt in dieser Neuüberbesetzung (6. Auflage, April 2006) noch deutlicher hervor.
Phyllis Burke – Eine Familie ist eine Familie ist eine Familie (USA 1993)
Ein autobiografischer Bericht über eine lesbische Familie. Die außergewöhnliche Geschichte der Schriftstellerin Phyllis Burke, der es gelungen ist, das Wunschkind ihrer Lebenspartnerin Cheryl zu adoptieren: eine Liebeserklärung an ihren Sohn, der nun zwei Mütter hat, und zugleich eine Liebeserklärung an San Francisco, die Stadt, in der Homosexuelle seit 1991 das Bürgerrecht haben, eine Familie zu sein.
Rosemary Curb/Nancy Manahan – Die Ungehorsamen Bräute Christi, lesbische Nonnen brechen das Schweigen (USA 1985)
Frauen, die dem “gewöhnlichen Leben” entsagt haben, um ganz ihrem Gelübde zu leben – die von Männern geprägte Kirche will sie sich nur als “selbstlos” dienende Wesen vorstellen. Doch der Wunsch nach Emotionen und Hingabe kennen auch sie, und die Angst vor der Sexualität wird oft zum alles beherrschendem Element. 49 Frauen, die alle einmal das Nonnengelübte abgelegt haben, erzählen in diesem Buch, wie sie mit diesem Konflikt zu leben gelernt haben. Eine bewegende Dokumentation, die in den USA und auch bei uns großes Aufsehen erregt hat.
Shere Hite – Hite Report I. Das sexuelle Erleben der Frau (USA 1976)
Hite, Shere (eigtl. Shirley Diana Gregory) US-amerikan.-dt. Sexualforscherin und Autorin *2.11.1942 Saint Joseph (Montana) Hite-Report – Das sexuelle Erleben der Frau, 1976 Mit ihrer Aufsehen erregenden Publikation Hite-Report – Das sexuelle Erleben der Frau (1976) steht Shere Hite in der Tradition von Alfred Charles R Kinsey, William Masters (1915 bis 2001) und Virgina Johnson (*1925), die sich bereits vor ihr der Erforschung der weiblichen Sexualität gewidmet haben. Es gelang ihr jedoch in besonderem Maß, eine heftige Diskussion zu dem Thema zu entfachen, da sie einerseits – im Gegensatz zu ihren Vorgängern – die von ihr befragten Frauen in ausführlichen Originalzitaten zu Wort kommen lässt und andererseits das Gebiet der Sexualität als einen elementaren Bereich der Unterdrückung von Frauen durch Männer sieht. Hite brachte die Erforschung weiblicher Sexualität in einen engen Zusammenhang mit gesellschaftlichen Verhältnissen und lenkte sie damit in neue Bahnen. Hite studierte Geschichte in Florida und später in New York, wo sie 1972-78 ein feministisches Projekt zur Untersuchung der weiblichen Sexualität leitete. In diese Zeit fiel ihr erster Bucherfolg, Hite-Report – Das sexuelle Erleben der Frau, der sie auf einen Schlag international berühmt machte.
Shere Hite – Frauen und Liebe (USA 1987)
4500 Frauen berichten offen über das, was sich in ihren Beziehungen abspielt: was Liebe wertvoll macht und warum sie dennoch für viele mit Demütigung verbunden ist.
“Die nächsten Veröffentlichungen, Studien über männliche Sexualität (1981) und „Frauen und Liebe“ (1987), lieferten neuen Konfliktstoff. Da wurde freimütig über außereheliche Beziehungen gesprochen, und in „Frauen und Liebe“ bekannten 87 Prozent der verheirateten Frauen, die tiefste, innigste Gefühlsbeziehung hätten sie nicht zum Ehemann, sondern zur besten Freundin.” (Zitat aus Cicero- Magazin für politische Kultur)
Alexandra Lavizzari – Fast eine Liebe (2008)
Es ist Liebe auf den ersten Blick. 1940 begegnen sich Annemarie Schwarzenbach und Carson McCullers in einem New Yorker Hotel. Und dennoch finden die beiden nie richtig zueinander. Zu stark sind die Gegensätze: Die 23-jährige McCullers erlebt gerade ihren Durchbruch als Schriftstellerin, steckt voller Optimismus. Die neun Jahre ältere Schwarzenbach ist gezeichnet von einem rastlosen Leben als morphiumabhängige Reiseschriftstellerin und ihrer unerwiderten Liebe zu Erika Mann.
Axel Madsen – Der Nähkreis (1998)
Viele der großen Leinwand-Diven Hollywoods fühlten sich auch oder ausschließlich zu Frauen hingezogen. Wäre das damals publik geworden, so hätten ihre Karrieren wohl ein schnelles Ende gefunden. Und so schufen sie den “Nähkreis”, um in diesem harmlos anmutenden Zirkel endlich so sein zu dürfen, wie sie nun einmal waren und um neue Kontakte zu knüpfen. Sehr interessant, sowohl als zeitgeschichtliches Dokument wie auch als ein sehr intimer Blick hinter Kulissen dieser schillernden Traumwelt, die für viele der Stars zu einer Albtraumwelt wurde… Mit zahlreichen Fotos.
Ines Rieder/Diana Voigt – Heimliches Begehren. Eine verbotene Liebe in Wien (Wien 2003)
Mit siebzehn verliebt sich die schöne Sidonie Csillag – geboren im Jahr 1900 als Tochter einer jüdischen Familie des Wiener Großbürgertums – in eine stadtbekannte Nobelprostituierte aus dem preußischen Hochadel. Ihr Vater schickt Sidi deshalb zu Sigmund Freud, wo sie einer der berühmten dokumentierten Fälle wird – ein Sensationsfund für alle Freud-Interessierten. Nach der Verwicklung in eine Giftmordanklage, deren Ausläufer in rechte Politikerkreise und in das Lila Berlin der Anita Berber führen, empfindet Sidi erstmals große Zuneigung zu einem Mann, doch diese Beziehung ist durch den frühen Tod des Geliebten zum Scheitern verurteilt. Es folgen eine von der Gesellschaft erzwungene Heirat, die Emigration nach Kuba zur Zeit des NS-Regimes, die Rückkehr in ein zerstörtes Wien und weitere Reisen ins Ausland, wobei die Liebe zu schönen Frauen stets bestimmend bleibt. Ein erfülltes Leben zwischen allen Normen und gekennzeichnet von der Wechselhaftigkeit der Geschichte geht 1999 zu Ende.
Andrea Weiss/Susanne Goerdt – Paris war eine Frau. Die Frauen von der Left Bank. Djuna Barnes, Janet Flanner, Gertrude Stein & Co (1995)
Ein reich illustriertes und höchst lebendiges Gruppenporträt der Künstlerinnen in Paris, die als Frauen von der Left Bank in die Geschichte eingegangen sind. Dazu gehören neben anderen Künstlerinnen u.a die Schriftstellerinnen Colette, Djuna Barnes, Gertrude Stein, die Verlegerin Alice B. Toklas und die Fotografin Gisèle Freund. Im Paris jener Jahre sprengten sie die Fesseln eines angepassten Lebens und bildeten eine verschworene Gemeinschaft, deren Mythos noch heute fortwirkt.
Interessante Liste, manches kenne ich, vieles nicht.
Danke – viele Werke, die mir nicht bekannt sind
Unten aufgelistetes Buch gehört unbedingt in Eure Sachbuch-Literatur Liste. Ich habe die originale Englische Version und die Deutsche mit dem unsäglichen Übersetzungstitel angegeben. Die beiden Autoren sind gestandene Wissenschaftsautoren/Primaten-Wissenschaftler. Wrangham hat unter Jane Goodall studiert.
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„Demonic Males“ (Paperback)
(Apes and the Origins of Human Violence)
by Richard Wrangham (Author), Dale Peterson (Author)
Paperback: 350 pages
Publisher: Bloomsbury Publishing PLC; New Ed edition (14 Aug 1997)
Language English
ISBN-10: 0747533016
ISBN-13: 978-0747533016
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„Bruder Affe“
Menschenaffen und die Ursprünge menschlicher Gewalt
Dale Peterson, Richard Wrangham
Diederichs Verlag, Kreuzlingen – München 2001
ISBN-10 3720521869
ISBN-13 9783720521864
Gebunden, 344 Seiten, 22,50 EUR
Habe gerade eure Literaturliste endeckt und bin echt angetan: manche Bücher kenne und liebe ich seit Jahren (Carol, Olivia, das andere Geschlecht ), von manchen hab ich gelesen, und dass ihr sie empfehlt soll für mich ein Grund mehr sein, sie endlich zu lesen.
Noch ein Romantipp: „Dunkle Antwort“ von Rosamond Lehmann, einer Britin. Sie schrieb das Buch, die Geschichte zweier Cambridgestudentinnen, in den 30er Jahren im Stil Virginia Woolfs. Das Buch war damals ein Riesenerfolg und die Autorin wehrte sich dagegen ebenfalls solche Neigungen zu haben – die hatte sie aber zweifellos, sonst hätte sie das nicht schreiben können!
Danke für den Tip! Und wir müssten die Literaturliste ehe mal wieder auf den neuesten Stand bringen. Das Frauenonlinemagazin Aviva bringt übrigens öfter auch mal ganz gute aktuelle Buchtips: http://www.aviva-berlin.de/aviva/index.php