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	<title>Feminine Lesbians - Frauenliebe</title>
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	<description>Persönliches - Poetisches - Politisches Planet Utopia</description>
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		<title>Frauentiere</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 13:25:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Female Art]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe und Erotik]]></category>
		<category><![CDATA[Mythen und Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Religion und Spiritualität]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie Langzeitleserinnen dieses Blog sicherlich schon mitbekommen haben, tendieren unsere Themen immer mehr weg von der vermeidlichen Untergruppe &#8222;feminine Lesben&#8220; bzw. &#8222;feminine frauenliebende Frauen&#8220;, hin zu einfach &#8222;Frauen&#8220; und ihren sich wandelnden Identitäten und dem (post)patriarchalen in der Welt sein. &#8230; <a href="http://femininelesbians.wordpress.com/2012/01/26/frauentiere/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=femininelesbians.wordpress.com&amp;blog=4041522&amp;post=7962&amp;subd=femininelesbians&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie Langzeitleserinnen dieses Blog sicherlich schon mitbekommen haben, tendieren unsere Themen immer mehr weg von der vermeidlichen Untergruppe &#8222;feminine Lesben&#8220; bzw. &#8222;feminine frauenliebende Frauen&#8220;, hin zu einfach &#8222;Frauen&#8220; und ihren sich wandelnden Identitäten und dem (post)patriarchalen in der Welt sein. D. h. wir haben erkannt, dass z. B. Frauen sich nicht so einfach in hetero und homo unterteilen lassen, denn beides sind Identitäten/Konzepte, die auf einer männlichen Biologie, Geschichte, Philosophie, auf männlichen Mythen und Bedürfnissen ect basieren, sie somit eher wenig mit Frauen und ihren Realitäten und Bedürfnissen zu haben. Daher haben wir auch angefangen &#8211; und werden es auch noch weiterhin tun &#8211; hier Texte über die (männliche) Geschichte und ihre Mythen draufzustellen, sie zu analysieren und dadurch aufzuzeigen, dass fast alles darin frauenfeindlich, frauenverneinend und/oder frauenvereinnahmend ist.</p>
<p>Und auch erkannt haben wir, dass Frauen in der Tendenz (wenn sie die freie Wahl hätten) lieber eine Frau als einen Mann nehmen würden, und dass die Beziehungen, die sich dann zwischen den Frauen ausbilden, sich keinesfalls nur auf die (Zweier)- Pärchenkonstellation beschränken würden (eine Ideologie, die u. a. auf der romantischen Mann-Frau Liebe beruht). Ich denke, dass sich dann eher Gruppen bilden würden, die durch eine Art Beziehungsnetze, die sich, mehr oder weniger fest, zwischen den einzelnen Frauen spannen/spinnen, zusammengehalten werden würden. Begehrensnetze, wobei Begehren nicht nur (aber auch) sexuell gemeint ist. Aber das ist ein ganz eigenständiges Thema, zu dem ich mir später noch mehr Gedanken machen werde.</p>
<p>Aber jetzt zum eigentlichen Thema des Artikels, nämlich dass wir &#8211; neben der schon erwähnen Dekonstruktion männlich geprägter Geschichte, den Mythen und Religionen &#8211; auch versuchen positive Beispiele weiblichen Schaffens und/oder Nachdenkens über die Welt und die Position/Rollen von Frauen darin vorzustellen bzw. auf der Suche danach sind. Und im Zuge dessen habe ich vor einiger Zeit im Internet mal eine tschechische Kunstplattform entdeckt, auf die Leute ihre selbst gemachten Fotos, Collagen, Texte, Bilder ect hochladen, um sie dann von den anderen bewerten lassen zu können. Ich klickte also mich durch die verschiedenen Rubriken hindurch, fand die Sachen recht interessant, aber die Bilder einer Frau, nämlich von Lucia Hruschková, haben mich dann nachhaltig beeindruckt. Und ihre Werke will ich jetzt hier vorstellen und mir ein paar Gedanken zu ihnen machen. Aber ich bin ein wenig zwiegespalten, denn sie polarisieren, sie wirken (sexuell) grausam und schön zugleich und auch deshalb habe ich mich gefragt, ob die Künstlerin (in ihren Bildern) die Innen- und Weltsicht von Frauen darzustellen versucht; oder ob sie lediglich die Projektionen von Männern (auf Frauen) visualisiert hat. Ich glaube beides ein wenig, aber mehr aus der weiblichen Sicht heraus. Und interessant finde ich zusätzlich, dass sie zum größten Teil Tiere benutzt um Frauen und/oder symbolische Themen darzustellen, Männer machen das umgekehrt ähnlich, sie nehmen oft Frauenkörper, um mit ihnen ihre eigenen Anliegen zu kommunizieren.</p>
<p>Ich habe versucht die Bilder in (neun) verschiedene Kategorien einzuteilen und darunter dann meine eigenen Gedanken/Assoziationen/Erklärungen geschrieben:</p>
<p>MUTTER</p>
<div id="attachment_7964" class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/92201_31.jpg"><img class="size-full wp-image-7964 " title="92201_3" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/92201_31.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Ohne Titel</p></div>
<p><em>Ich bin böse, ich habe die Macht, ich bin verführerisch und ich locke dich in meinen Geburtskanal hinein, zurück. Denn da kommt alles Böse her, denn ich bin ein Tier, ein summendes Insekt, ein Geschlecht, eine Legeröhre eine Bienenkönigin und habe seit Anbeginn der Zeiten die Macht über das Leben und den Tod und den Tod und das Leben. Und ich bin die Todes-Mutter, der du nicht entfliehen kannst, weil du aus mir gekommen bist und in die du immer wieder zurück willst, musst, weil du ein Süchtiger bist, ein Energiesüchtiger. Und dann wirst du auch zum Tier, ein Bulle unter Kühen, ein Begatter, ein Sohn, ein Mann, ein Sexsüchtiger.</em></p>
<p>Ich denke, das ist die Mutter/Frau aus männlicher Sicht, sein Hass, Liebe, Abhängigkeit von ihr. Denn da das Leben in seiner Grundform weiblich angelegt ist und jedes Säugetierwesen in einen weiblichen Körper gezeugt und in ihm heranwächst, und dann noch von einer Frau gesäugt und erzogen wird, ist die männliche (bilogische) Identität immer brüchiger als die der Frau. Zusätzlich haben wohl Männer (durch die fehlende Schöpfungskraft/Gebärfähigkeit) einen niedrigeren (spirituellen) Energielevel als Frauen, den sie aber durch den Geschlechtsakt erhöhen, aufladen können (Prinzip des buddhistischen Tantra!) und es in den allermeisten Fällen auch tun. (Daher u. a. die Abhängigkeit der Männer vom Sex und der Frau.) Aber gleichzeitig werden sie durch den Akt wieder in eine Art weibliches Sein hineingezogen, dem sie ja identitätsmäßig entfliehen wollen und daher resultiert auch die Ambivalenz des Mannes dem Sex und der Frau gegenüber.</p>
<div id="attachment_7965" class="wp-caption alignnone" style="width: 364px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/92203_3.jpg"><img class="size-full wp-image-7965 " title="92203_3" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/92203_3.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Ohne Titel</p></div>
<p><em>An meinen blutig-warm-pulsierenend-spirituellen Lebensfäden hängt ihr alle, ich nähre euch, ich beschütze euch, meine Brüste sind voll und mein Leib kann rund sein, aber nicht mein einziges Sein, denn ich habe auch einen Kopf und Augen, die sehen. Ihr seid meine Schülerinnen und Novizinnen und werdet mal sein wie ich, mit blutdurchpulsten Füßen am Grund und mit dem Kopf in wirbelnden Lüften. Ich bin die Mutter, die Lehrerin, die Nährende, die (spirituell) Führende, ich erde euch und ich verbinde euch mit dem geerdeten Himmel.</em></p>
<p>Mutter/Frau aus weiblicher-visionärer Sicht, der (schwangere) Leib ist nur angedeutet, also wird die Frau weder auf ihren Leib und die Gebärfähigkeit reduziert, noch wird er/sie geleugnet. Ebenso verhält es sich mit ihrem Kopf/Geist, er ist oben im Himmel, aber seine Geweihenden sind warm blutdurchpulst, in der gleichen pinken Farbe wie die Hufe, die fest auf der Erde stehen. Der Dualismus Himmel/Geist und Erde/Leib wird dadurch aufgehoben, verbunden und das Blut ist außerdem nicht Rot, sondern Pink, ein Zwischending von Rot und Blau, also Erde und Himmel, Geist und Körper. Die kleinen Huftiere an den Lebensfäden werden so in Balance gehalten, werden sowohl körperlich als auch geistig genährt.</p>
<p>LIEBE UND NARZISSMUS</p>
<div id="attachment_7966" class="wp-caption alignnone" style="width: 447px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/274175_3.jpg"><img class=" wp-image-7966 " title="274175_3" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/274175_3.jpg?w=437&#038;h=638" alt="" width="437" height="638" /></a><p class="wp-caption-text">Mateřská výživa (Mütterliche Nahrung)</p></div>
<p><em>Wir nähren uns nur noch von der eigenen Brust, dem Euter, das mit vergifteten Pfeilen durchbohrt ist, der Selbstliebe, dem Narzissmus, der für uns die Welt bedeute und die Ozeane noch dazu. Wir verrenken unseren langen Hals, werfen uns vor dem Spiegel in Pose, biegen zierlich unsere Beine, saugen und saugen und bekommen dennoch nichts ab von der Milch, die nicht unsere eigene sein sollte.</em></p>
<p>Die Einsamkeit von Frauen, dieses Getrenntsein von einer weiblichen Gemeinschaft, die sie nähren sollte, und nicht die eigene, einsame Milch. Im narzisstischen Blick in den Spiegel suchen Frauen oft (unbewusst) andere Frau(en), deren Gemeinschaft sie so vermissen, aber zurück blickt dann nur in ihr eigenes Spiegelbild und ozeankaltes Glas.</p>
<p>WEIBLICHE SEXUELLE IDENTITÄT</p>
<div id="attachment_7967" class="wp-caption alignnone" style="width: 650px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/273560_3.jpg"><img class=" wp-image-7967 " title="273560_3" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/273560_3.jpg?w=640&#038;h=444" alt="" width="640" height="444" /></a><p class="wp-caption-text">Závojnatka (Verschleierte)</p></div>
<p><em>Mit spitzen Fingern breiten wir unser Modegefieder aus, schlüpfen aus unseren Kleidergehäusen, um euch mit unserem rosa-nacken Leib zu locken, denn wir sind uralte Königinnen mit Ganglien und Riesenaxone. Wir schießen unsere Liebespfeile auf euch ab und ihr gleitet auf ihren schleimigen Lockungen aus, wir haben keine Augen, nur Tentakel aus Proteinwindungen, wir leuchten im Dunkeln und sehen doch nichts</em>.</p>
<p>Frauen präsentieren sich (den Männern) oft als Sexualobjekte, auch wenn sie selbst nicht zurückbegehren, denn/und sie machen es irgendwie instinktiv, wie in der prähistorischen Natur und Ursprungs-Biologie gefangen.</p>
<div id="attachment_7968" class="wp-caption alignnone" style="width: 455px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/274098_3.jpg"><img class=" wp-image-7968 " title="274098_3" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/274098_3.jpg?w=445&#038;h=638" alt="" width="445" height="638" /></a><p class="wp-caption-text">Medvěd (Bär)</p></div>
<p><em>Ich bin ein Tier, ein verrotteter Bär in der hintersten Ecke meines Kleiderschrankes, mit Klauen, die scharf sind und Füßen, die auf wackeligen Panzern stehen. Ich sauge einen Gifttrunk in mich ein, er faucht mich an und Klauendolche dringen durch die Wand und zwischen meinen Beinen sitzt zusammengekauert ein anderes Wesen. Es leuchtet und zeigt mir sein zweites Gesicht, das zwischen den Beinen ist, ein Auge, ein Mund, in meinem Kleiderschrank.</em></p>
<p>Identitätslosigkeit und Verwirrung, wenn eine Frau sich nicht in das konventionell-biologisch-ursprüngliche Weibliche (des Bildes darüber )einordnen lassen, sein will. Und auch Selbsthass, weil das Frausein als etwas Minderwertiges und Primitives empfunden wird, und deshalb eine Identität als (weibliches) Geschlechtswesen umgangen wird. Aber dann kommt eine Art Monster bei raus. Eine Frau kann kein Mensch sein, ohne auch ein Geschlecht zu haben, es (das weibliche Geschlecht) braucht nur ein kulturelles Update.</p>
<p>WEIBLICHE SEXUELLE ENERGIE</p>
<div id="attachment_7969" class="wp-caption alignnone" style="width: 505px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/274898_3.jpg"><img class=" wp-image-7969  " title="274898_3" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/274898_3.jpg?w=495&#038;h=720" alt="" width="495" height="720" /></a><p class="wp-caption-text">Svatební kytice (Hochzeitsstrauß)</p></div>
<p><em>Der Brautstrauß hat seine Unschuld verloren, er öffnet sich in seiner ganzen Pracht und offenbart gefräßige Wildheit. Unschuldiges Weiß wird zu Rot und blutiger Erde. Deine Augen sind nicht mehr lieblich, sie wollen mich fressen und dein gespreizter Schoß ist jetzt Erde, Tiefe, Blut und Gedärm. Plazenta, Hexenmahl, wütend lodernde Feuer und das Blau der toten Nabelschnur, du hast dein wahres Gesicht gezeigt.</em></p>
<p>Einerseits Angst der Männer vor dem (sexuellen) Wesen, der Energie der Frau, andererseits das Entdecken von weiblicher Stärke, die stets auch ambivalent bzw. Dualismus auflösend ist, schwarz und weiß, Tag und Nacht, Leben und Tod.</p>
<div id="attachment_7971" class="wp-caption alignnone" style="width: 509px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/274412_3.jpg"><img class="size-full wp-image-7971" title="274412_3" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/274412_3.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Růženka (Schönheit/Dornröschen)</p></div>
<p><em>Trockenes Geäst mit Spinnweben überall, die Katzen sind meine treuen Dienerinnen, unberechenbare Geschöpfe, aber auch sie schlafen, denn erwecken kannst mich nur du. Dornröschenschlaf. Alte Frau, die die spröden Knochen versprühen scharfes Knacken, Hexensprühen, Eishände, Zähne wie Hundezitzen und der Bauchraum nur noch ein hart geschrumpeltes Organ.</em></p>
<p>Einerseits die Innensicht einer Frau, die glaubt erst durch den Mann zur Sexualität erweckt zu werden, Dornröschenmythos. Andererseits der Blick von Männern auf ältere Frauen, vor denen sie meistens Angst haben, weil sie mehr Energie haben, sich oft zu transzendenten Wesen entwickelt haben und er sie somit nicht mehr zum reinen Objekt machen kann. Und auch, weil sie nicht mehr fruchtbar sind und sie dadurch nicht mehr (symbolisch) für die Reproduktion zur Verfügung stehen, sich also außerhalb des männerzentrierten Systems befinden, aus seiner Weltsicht verschwinden. (Aber natürlich noch da sind.)</p>
<p>KAMPF/HÄRTE/GEWALT</p>
<div id="attachment_7972" class="wp-caption alignnone" style="width: 364px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/92205_3.jpg"><img class="size-full wp-image-7972 " title="92205_3" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/92205_3.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Ohne Titel</p></div>
<p><em>Ich bin eine Kriegerin, einsam bewaffnet mit Speeren aus Eisenstahl, mein Körper blaublutgeädert, mein Unterleib eine eiserne Meerjungfrau und meine Brüste dem Himmel entgegengestreckt. Eine Amazone ohne Mitstreiterinnen, blindes Medusenhaupt, vorwärts, vorwärts, sie recken sich schon zu dir empor, niederwachsende Ganglienähren.</em></p>
<p>Bei diesem Bild muss ich an diese vielen (meist für ein männliches Zielpublikum) produzierten Actionfilme und Spiele wie z. B. Tomb Raider mit Lara Croft, Matrix und Co. denken, bei denen dann oft (noch) eine Alibi- oder Pseudofrau dabei ist, die aber in ihrem ganzen Verhalten, Wesen und Sein wie ein Mann ist. Oder an Frauen, die diese Rolle für sich übernommen haben, sich damit identifizieren.</p>
<div id="attachment_7973" class="wp-caption alignnone" style="width: 484px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/273487_3.jpg"><img class=" wp-image-7973 " title="273487_3" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/273487_3.jpg?w=474&#038;h=675" alt="" width="474" height="675" /></a><p class="wp-caption-text">Jitřenka (Morgenstern)</p></div>
<p><em>Mit blinder Wut metzel ich alles nieder, mein Mund eine offene Wunde, meine Arme Nabelschnüre und Speerspitzen, kosmische Perlenstränge und blaue Todesstadt, mit blinder Wut metzel ich alles nieder.</em></p>
<p>Vielleicht die Wut, die eine Frau bekommen kann, wenn sie (unbewusst) spürt, dass es eine Männerwelt ist und sie sich dem nicht mehr fügen will.</p>
<p>GEBURT</p>
<div id="attachment_7974" class="wp-caption alignnone" style="width: 499px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/274695_31.jpg"><img class="size-full wp-image-7974 " title="274695_3" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/274695_31.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Ještě se nenarodil... (Noch ist er nicht geboren...)</p></div>
<p><em>Zackenbewehrtes Innerstes, das Vogeljunge mit boshaft kaltem Blick, kalt wie Himmelseis, mein Leib mit ihm verbunden, mein Mund brüllt bereits, meine Arme zur Abwehr bereit und ich lasse böse Geister sprühen. Sie begutachten ihn, kleine Verräter, an ihren Seilen aus meiner Wut.</em></p>
<p>Das Kind im Leib ein Parasit, die bevorstehende Geburt als ein fleischliches Martyrium und eine grausame Folter. Vielleicht auch (noch), der Sohn/Mann ein Fremdes, das dennoch aus dem Leib der Frau kommt.</p>
<p>WEIBLICHE SPIRITUALITÄT</p>
<div id="attachment_7985" class="wp-caption alignnone" style="width: 541px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/92204_31.jpg"><img class="size-full wp-image-7985 " title="92204_3" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/92204_31.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Ohne Titel</p></div>
<p><em>Ich bin mit Himmel und Erde verbunden, die Erde ist grün, der Himmel auch- und das Blau des Himmels vermengt sich mit dem Grün der Erde und wird zu Violett. Die Spirale meines Seins, der Schöpfung, nährende(r) Schoß und Brüste und Erde bis ins All, es strömt durch mich hindurch und ich verströme mich.</em></p>
<p>(WEIBLICHE) WEISHEIT</p>
<div id="attachment_7976" class="wp-caption alignnone" style="width: 466px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/273419_3.jpg"><img class=" wp-image-7976   " title="273419_3" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/273419_3.jpg?w=456&#038;h=648" alt="" width="456" height="648" /></a><p class="wp-caption-text">Můří letokruhy (Die Nachtfalter der Jahresringe)</p></div>
<p><em>Ich bin in meinem Leib geborgen, der Kosmos ist blau und violett und unendlich, und aus der Erde schwirren prähistorische Muschelfaltern empor.</em></p>
<div id="attachment_7977" class="wp-caption alignnone" style="width: 273px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/275241_3.jpg"><img class=" wp-image-7977  " title="275241_3" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/275241_3.jpg?w=263&#038;h=720" alt="" width="263" height="720" /></a><p class="wp-caption-text">Soví moudrost (Die Weisheit der Eule)</p></div>
<p><em>Mein Leib ist so dünn und lang gestreckt wie der eines Mannes, damit mein Haupt besser den Himmel erreichen kann. Grünes Klimtgemälde mit Maschinenknochen und Athenehaupt.<br />
</em></p>
<p>DENN WIR WISSEN NICHT, WAS FRAUEN SIND&#8230;</p>
<div id="attachment_7978" class="wp-caption alignnone" style="width: 516px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/273618_3.jpg"><img class=" wp-image-7978 " title="273618_3" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/273618_3.jpg?w=506&#038;h=720" alt="" width="506" height="720" /></a><p class="wp-caption-text">Totemka (weibliches Totem)</p></div>
<p>Die Orginalbilder befinden sich dann <a href="http://www.totem.cz/goa1.php?ot1=51&amp;ot2=10214" target="_blank">HIER</a>.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/femininelesbians.wordpress.com/7962/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/femininelesbians.wordpress.com/7962/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/femininelesbians.wordpress.com/7962/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/femininelesbians.wordpress.com/7962/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/femininelesbians.wordpress.com/7962/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/femininelesbians.wordpress.com/7962/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/femininelesbians.wordpress.com/7962/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/femininelesbians.wordpress.com/7962/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/femininelesbians.wordpress.com/7962/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/femininelesbians.wordpress.com/7962/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/femininelesbians.wordpress.com/7962/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/femininelesbians.wordpress.com/7962/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/femininelesbians.wordpress.com/7962/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/femininelesbians.wordpress.com/7962/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=femininelesbians.wordpress.com&amp;blog=4041522&amp;post=7962&amp;subd=femininelesbians&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Tantra und Buddhismus</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 11:08:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebe und Erotik]]></category>
		<category><![CDATA[Religion und Spiritualität]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass das Christentum eine patriarchale, sublim homoerotische und frauen- und sexualfeindliche Religion ist, ist mir spätestens nach der Lektüre von Mary Dalys in den 70gern Jahren erschienen Büchern &#8222;Jenseits von Gottvater Sohn &#38; Co&#8220; und &#8222;Gyn/Ökologie&#8220; klargeworden. Sie analysiert darin &#8230; <a href="http://femininelesbians.wordpress.com/2012/01/15/tantra/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=femininelesbians.wordpress.com&amp;blog=4041522&amp;post=7926&amp;subd=femininelesbians&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass das Christentum eine patriarchale, sublim homoerotische und frauen- und sexualfeindliche Religion ist, ist mir spätestens nach der Lektüre von Mary Dalys in den 70gern Jahren erschienen Büchern &#8222;Jenseits von Gottvater Sohn &amp; Co&#8220; und &#8222;Gyn/Ökologie&#8220; klargeworden. Sie analysiert darin die vorgriechischen und griechischen Mythen und zeigt den Übergang vom Erden-zum Himmelskult auf, also die symbolische Tötung der weiblichen-mütterlichen Gottheiten und wie sie- nach und nach- durch männliche und gebärende Götter, also eine Art &#8222;Urväter&#8220;, ersetzt wurden. Das nachfolgende Christentum (eine Mischung aus hellenistischen und jüdischen Einflüssen?) ist dann eigentlich nur die raffinierte Fortsetzung und Vervollkommnung dieses Prozesses:</p>
<p><em>Das Denken der westlichen Gesellschaft ist immer noch, offen oder unterschwellig, vom christlichen Symbolismus besetzt, und dieser Besitz-Stand hat seinen Einfluss über fast den ganzen Planeten ausgedehnt. Höchstes Symbol seiner Prozession ist die rein männliche Trinität selbst. Von grundlegender Bedeutung ist hier die Tatsache, dass dies ein Bild ist von einem göttlichen Sohne, der aus einem göttlichen Vater kommt (Mutter oder Tochter kommen hier nicht vor). In dieser Symbolik ist der Vater die erste, der Ursprung, der die zweite Person aus dem Geist erschafft, den Sohn/das Wort (am Anfang war das Wort!), der sein perfektes Abbild ist, &#8222;gleich ewig&#8220; und wesensgleich. </em><br />
<em>Ihre Vereinigung ist so total, dass sich ihre &#8222;gegenseitige&#8220; Liebe in der Hervorbringung einer dritten Person ausdrückt, die &#8222;Heiliger Geist&#8220; genannt wird, deren eigentlicher Name jedoch &#8222;Liebe&#8220; ist. Diese Definition der &#8222;Drei Göttlichen Personen&#8220; (Geist, Wort, Liebe) ist das Musterbeispiel für den Pseudo-Gattungsbegriff &#8222;Person&#8220; (der angeblich auf Männer und Frauen gleichermaßen zutreffen soll), denn er schließt alle weibliche mythische Anwesenheit aus, verleugnet die weibliche Wirklichkeit im Kosmos. </em></p>
<p><em>Die Prozession der Heiligen Personen&#8220; ist der sensationellste Einakter der Jahrhunderte, die eigentliche &#8222;Love Story&#8220;, aufgeführt von dem Höchsten rein männlichen Ensemble. Hier haben wir den Inbegriff des Männerbundes. Es ist ein &#8222;sublimer&#8220; (und daher kaschierter) erotischer männlich-homosexueller Mythos &#8211; die perfekte rein männliche Ehe, der beste Jungensklub, das Muster-Mönchskloster, die oberste Männervereinigung, das Vorbild für alle Variationen gleichgeschlechtlicher männlicher Paarung. </em><br />
<em>Auf die schüchtern geäußerten Einwendungen christlicher Frauen gab es die klassische Antwort: &#8222;Ihr seid beim Heiligen Geist inbegriffen. Er hat weibliche Züge.&#8220; Der Punkt ist natürlich, dass von Männern ausgedachte Weiblichkeit nichts mit Frauen zu tun hat. Aufgetuckte Tunten, ob göttlich oder menschlich, gehören zur Männervereinigung.<br />
(Mary Daly „Gyn/Ökologie“)<br />
</em></p>
<p>Als ich damals ihre Bücher gelesen haben, war ich sehr jung und verstand somit nicht alles- und außerdem schreibt Mary Daly nicht gerade sehr verständlich. Aber so mit der Zeit und vor allem durch die neuen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten des Internets, beginnt sich mein Bild über Religionen und Mythen langsam zu vervollständigen und ich erkenne, dass alle Glaubensrichtungen, alle 5 Weltreligionen- Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus- politische Machttheologien und frauenfeindlich sind, denn sie versuchen entweder die Frau auf der symbolischen Ebene gänzlich abzuschaffen und/oder sich ihre &#8222;spirituelle Geburtsenergie&#8220; und mütterliche Schöpfungskraft anzueignen, was natürlich nicht funktioniert. (Und deshalb schrieb Mary Daly damals auch: <em>&#8222;Die vorherrschende Religion auf dem gesamten Planeten ist das Patriarchat als solches, und seine eigentliche Botschaft ist die Nekrophilie&#8220;</em>.) Und darüber ob das Patriarchat jetzt- z. B. weil immer mehr Frauen nicht mehr an die Überlegenheit der Männer und Unterlegenheit der Frauen glauben und auch viele Mechanismen zu durchschauen beginnen- am Zusammenbrechen ist, kann man sich streiten. Ich denke schon, aber es wird wohl noch ein sehr langer Prozess/Weg sein, der durch das Internet sicherlich beschleunigt wird- aber dazu müssen Frauen ehrlich miteinander reden und auch zusammen sein können- und nicht durch Zwangsheterosexualität und äußere und innere Zensur (wenn du dich für Feminismus oder für &#8222;Frauensachen&#8220; interessierst, hast du Männerhass und bist daher eine Lesbe!) daran gehindert werden/sich selbst hindern.</p>
<p>Wie schon erwähnt, ist der Erkenntnis- und Bewusstwerdungsprozess ein langer und teilweise auch schmerzhafter Weg und Bücher können da einem sehr helfen, und welche daher als nächstes unbedingt auf meiner Leseliste stehen werden sind von <em>Kirsten Armbruster &#8222;Das Muttertabu&#8220;</em> (in dem Artikel <a href="http://femininelesbians.wordpress.com/2011/12/15/der-symbolische-mutterfrauenmord-in-mythen/" target="_blank">&#8222;Der symbolische Mutter/Frauenmord in Mythen&#8220;</a> habe ich schon ein Kapitel daraus hier auf den/das Blog gestellt) und/oder von <em>Gerhard Bott &#8222;Die Erfindung der Götter&#8220;.</em></p>
<p>Und jetzt komme ich zu dem eigentlichen Text, den ich hier auf die Seite gestellt habe, nämlich einen (etwas älteren) Artikel aus der &#8222;Emma&#8220; über Dalia Lama und buddhistisches Tantra. Tantra und Dalia Lama, was haben die beiden Sachen miteinander zu tun, werden sich sicherlich einige hier jetzt verwundert fragen. Ja diese Fragen habe ich mir zunächst auch gestellt, denn bei Tantra hatte ich eher (Gruppen)Sex, Gongs, Schlabberklammotten, charismatische Gurus und spirituell- sexuelle Vereinigung von Mann und Frau- als einen zölibatären Mönch vor Augen. Und auch die vielen esoterisch angehauchten Webseiten von irgendwelchen Tantra-Gruppen, deren Selbstdarstellungstexte ich immer mit einer Mischung von Unverständnis und leichtem Unbehagen gelesen habe, denn meistens ist darin von einem Zusammenführen von männlicher und weiblicher (sexueller) Energie die Rede, und dass Mann und Frau sich auf der energetischen Ebene brauchen und diesen &#8222;Energieaustausch&#8220; dann durch rituellen Geschlechtsverkehr zelebrieren sollen. Aber diese Rituale können natürlich nur zwischen den entgegengesetzten Geschlechtern ausgeführt werdne, denn alle anderen Paarungen  führen angeblich  zu unweigerlichem Energieverlust und dieser kann Krankheiten bis hin zu Irrsinn hervorrufen(!) Was für ein heterosexistischer Scheiß, habe ich mir dann oft gedacht, aber war mir dennoch nicht so ganz sicher, ob da vielleicht doch etwas dran sein könnte mit den entgegengesetzten Energien&#8230;</p>
<p>Nun ja, und mir ist auch noch aufgefallen, dass sehr viele (Hetero-)Frauen, wohl in der Hoffnung ihre Beziehungen zu Männern zu verbessern, sich recht oft der spirituelle Praxis des buddhistischen Tantra verschrieben haben oder sich darauf reinsteigern. (Gilt ebenso für den Buddhismus.) Und sie erzählen dann, dass sie es deshalb tun, weil sie, die Frauen nämlich, den Mann/die Männer durch die spirituelle Verbindung, den energetischen Sex &#8222;, erlösen&#8220; können/müssen. Und ich habe nie verstanden, was sie damit meinten aber ich musste jedes Mal an die Opern von Richard Wagner denken, bei denen ich es auch schon nicht verstanden hatte, was der &#8222;Meister&#8220; mit seinem &#8222;die Erlösung des Mannes kommt durch die Frau&#8220; uns da sagen wollte. Aber als vor ein paar Tagen in einer Facebookgruppe jemand einen Link auf diesen Artikel hier gepostet hat, fiel es mir sozusagen wie Schuppen von den Augen- durch/von der Frau erlöst werde- und ich erkannte auch, die sich einem nicht sofort erschließenden Zusammenhänge, zwischen dem angeblich so toleranten und sexualfreundlichen Buddhismus und dem Christentum. Aber lest selbst.</p>
<p><strong><br />
Ihre Heiligkeit &amp; der Sex:</strong></p>
<p><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-7927" title="1" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/1.jpg?w=640" alt=""   /></a></p>
<p>Am 6. Juli (2010) feiert der Dalai Lama seinen 75. Geburtstag. Wie hält das Deutschland-Idol Nr. 1 (laut Funkuhr) es mit dem Sex? Dieser Frage ist der Dalai-Lama-Biograf genauer nachgegangen. Und er wird beachtlich fündig.</p>
<p>Millionen Menschen in aller Welt gilt er als Hoffnungsträger und Lichtgestalt: „Seine Heiligkeit“ Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama. Nicht nur Stars und Sternchen, von Tina Turner bis Mutter Beimer, sonnen sich in seinem Glanz, auch Politschaffende jeder Couleur drängen sich danach, von ihm einen Glückswedel umgehängt zu bekommen. Grünen-Vorsitzende Claudia Roth etwa hält ihn für den „Inbegriff von Friedfertigkeit, Weisheit und Güte“. Ihre Vorgängerin Petra Kelly, die Mitte der 80er wesentlich zur Popularisierung des tibetischen „Gottkönigs“ im Westen beigetragen hat, war hin und weg gewesen von dessen Ausstrahlung „femininer Maskulinität“.</p>
<p>Eine Ahnung, welche Absichten und Interessen dieser ständig vor sich hinkichernde kleine Mann tatsächlich verfolgt, hat kaum jemand. Die Fans wollen es auch gar nicht wissen. Sie interessieren sich nicht wirklich für Tibet, nicht für die Geschichte des Landes, nicht für politische Fragen und Probleme. Ein „Free-Tibet“-Aufkleber auf dem Kofferraumdeckel reicht fürs Gutmenschengefühl völlig. Konsequent wird alles ausgeblendet, was das Bild des Dalai Lama ankratzen könnte. Je platter seine Phrasen und seine Selbstdarstellung als Friedensfürst und heroischer Vorkämpfer für Demokratie und Menschenrechte, umso frenetischer der Applaus.</p>
<p><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/2.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-7928" title="2" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/2.jpg?w=640" alt=""   /></a></p>
<p>Anlässlich einer seiner zahlreichen Besuche in Deutschland traf der „Gottkönig“ Mitte der 1990er die damalige Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer, die, ganz Theologin, zu bezeugen wusste, Tibet sei ein Land „mit besonderer Aura“. Nie zuvor habe sie „so eine tiefe spirituelle Frömmigkeit erlebt. Wer wissen will, was Religion auch sein kann – was unser alter Kontinent Europa schon gar nicht mehr weiß –, der kann es heute vielleicht nur noch in Tibet so erfahren“. Als Geschenk überreichte sie dem Dalai Lama, der von gläubigen Tibetern mit dem Namen „Wunscherfüllendes Juwel“ bedacht wird, einen Bergkristall.</p>
<p>Erwartungsgemäß ergriff der solchermaßen Geehrte sofort die Gelegenheit, den tieferen Symbolgehalt des Geschenks zu erörtern: „Wenn von außen auf den Kristall Lichtstrahlen treffen, dann entstehen verschiedene Farben. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass unser klarer makelloser Geist ungeheure Energie freisetzen kann.“ Dass im tibetischen Buddhismus der Begriff des „Wunscherfüllenden Juwels“ für etwas ganz anderes steht, nämlich für den Phallus (des Lama), verschwieg der „höchste Lehrmeister des Tantra“ wohlweislich, der sich im Westen publikumswirksam als zölibatärer Mönch präsentiert.</p>
<p>Wie in sämtlichen Religionen finden sich auch im tibetischen Buddhismus detaillierte Anweisungen zu „korrektem Sexualverhalten“. Insbesondere die Angehörigen des Klerus unterliegen strengen Richtlinien, müssen „strikte Keuschheit“ üben. Gleichwohl, wie der Dalai Lama erläutert, „gibt es im tibetischen Buddhismus eine ausgeprägte sexuelle Symbolik, besonders in der Darstellung der Gottheiten mit ihren Gefährtinnen, woraus oftmals ein falscher Eindruck entsteht. Das Sexualorgan wird zwar benutzt, aber der Fluss der Energie wird völlig beherrscht. Entscheidend ist die Fähigkeit, sich vor dem Fehler des Samenergusses zu hüten. Da es sich nicht um einen gewöhnlichen Sexualakt handelt, kann man die Verbindung zur Enthaltsamkeit herstellen.“</p>
<p>In anderen Worten: Solange Mönch oder Lama nicht ejakulieren, können sie sich durchaus verschiedenster sexueller Aktivitäten befleißigen. Die „Benutzung des Sexualorgans“, sofern korrekt vorgenommen, sei ohne weiteres mit dem Gelübde des Zölibats vereinbar. Derlei sexuelle Praktiken, so der Dalai Lama spitzfindig, „sind in Wahrheit kein Sex, auch wenn es so aussieht“.</p>
<p>Das „männliche Elixier“ müsse unbedingt im Körper zurückgehalten und dort mit dem anzueignenden „weiblichen Elixier“ verbunden werden, das durch den in die Vagina eingeführten Penis aufgesogen werde. Hierzu gibt es verschiedenste Vorübungen. Eine davon besteht darin, einen Strohhalm in die Harnröhre einzuführen und das Gemächt in ein Glas Wasser oder auch Milch zu hängen. Durch bestimmte Atemtechniken lasse sich Unterdruck in der Harnröhre erzeugen, wodurch etwas Flüssigkeit angesaugt werden könne. Erst wer dies beherrscht, darf sich eine „Sexgefährtin“ (tibet. Songyum) zulegen.</p>
<p><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/4.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-7929" title="4" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/4.jpg?w=640" alt=""   /></a></p>
<p>Gerade Frauen sollten verstehen, worum es bei den Sexpraktiken der Lamas wirklich geht. Die in Tibet bis heute vorherrschende buddhistische Lehre ist die des so genannten Vajrayana (sanskrit: Diamantzepter-, Blitz- oder Phallusgefährt), eine Untergliederung des so genannten Mahayana (Großes Gefährt [zur Erleuchtung]). Im Gegensatz zu sämtlichen sonstigen Schulen des Buddhismus verspricht das „Phallusgefährt“ seinen Anhängern die Möglichkeit, innerhalb eines einzigen Lebens Erleuchtung zu erlangen und damit aus dem leidvollen Kreislauf der Wiedergeburten auszusteigen. Vajrayana bietet insofern eine Vielzahl tantrischer Rituale und Übungen, deren Wesentliches, wie der Begriff „Phallusgefährt“ mehr als nur andeutet, aus Praktiken zur „Beherrschung und Kanalisation der sexuellen Energie“ besteht.</p>
<p>In anderen Worten: Erleuchtung ist in der Vorstellung des tibetischen Buddhismus nur durch sexuelle Betätigung zu erlangen; in den höheren Einweihungsgraden nur und ausschließlich durch Sexualkontakt zu realen Frauen. Laut Dalai Lama aber müsse das alles „verborgen gehalten werden, weil es für den Geist vieler nicht geeignet ist“.</p>
<p>Es geht, wohlgemerkt, immer nur um die Erleuchtung der Männer, der die Frauen zuzuarbeiten haben: Eine Frau kann aus buddhistischer Sicht prinzipiell keine Erleuchtung erlangen, die tibetische Sprache bezeichnet sie konsequenterweise als „Kyenmen“, als „von minderer Geburt“.</p>
<p>Zugang zu den Geheimpraktiken des „Phallusgefährtes“ hatte seit jeher nur eine kleine Elite innerhalb der monastischen Hierarchie, die sich im Verborgenen eigens rekrutierter Songyum bediente. Während die einfachen Mönche zu sexueller Enthaltsamkeit beziehungsweise zu tantrischen Praktiken lediglich in Gestalt von Visualisierungsübungen, sprich: masturbatorisch und ohne reale Frau, verpflichtet wurden und werden, hatten höhere Lamas schon immer ihre geheimen Konkubinen zur Hand.</p>
<p>Die beteiligten Mädchen und Frauen, ebenso wie die engsten Vertrauten des jeweiligen Lamas und die sonstigen Beteiligten – Eltern, Brüder, auch Ehemänner –, die diesen die Frauen zuführen, werden durch massive Einschüchterung und Bedrohung zu absolutem Stillschweigen verpflichtet. Überdies wird den Frauen suggeriert, sie könnten durch die sexuelle Beziehung mit einem Lama „gutes Karma“ für künftige Inkarnationen ansammeln.</p>
<p>Vielfach werden die Frauen auch durch „magische“ Rituale „in Bann geschlagen“, um sie einzuschüchtern und mundtot zu machen. Dem Lama, so die Suggestion, stehe eine Vielzahl an Zaubersprüchen zu Gebot, mittels derer er den Frauen namenlose Qualen schicken, sie zu Stein erstarren oder augenblicklich in zwei Hälften zerfallen lassen könne. Die Lamas selber bestreiten jeden Sex mit realen Frauen. In der Regel wird behauptet, bei den tantrischen Ritualen handle es sich ausschließlich um imaginatives Geschehen, um das „meditative Visualisieren der Vereinigung einer männlichen Gottheit mit einer weiblichen Gefährtin“ mit dem Ziel, zu tieferen Einsichten in die „Integration polarer Gegensätze“ zu gelangen.</p>
<p><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/3.png"><img class="alignnone size-full wp-image-7930" title="3" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/3.png?w=640" alt=""   /></a></p>
<p>Als eine der ersten Frauen, die die Sexbeziehungen hochrangiger tibetischer Lamas ans Licht brachten, legte die britische Tibetologin und Buddhistin June Campbell 1996 ein Buch dazu vor („Göttinnen, Dakinis und ganz normale Frauen“). Sie war über Jahre hinweg die „geheime sexuelle Gefährtin“ ihres „spirituellen Lehrers“, des weit über 40 Jahre älteren Lamas Kalu Rinpoche, gewesen. Reaktion aus buddhistischen Kreisen: Campbell sei eine „neurotische, hysterische und geisteskranke Lügnerin“. Gerüchte und Berichte über sexuell-ausbeuterische Beziehungen tibetischer Lamas zu (West-)Schülerinnen hatten sich allerdings in den letzten Jahren derart verdichtet, dass selbst der Dalai Lama Position beziehen musste. Er gestand ein, dass es „gelegentlich zu sexuellem Missbrauch“ gekommen sei, wälzt aber die Schuld daran auf die jeweiligen Schülerinnen ab, die „ihre spirituellen Lehrmeister zu sehr verwöhnen; sie verderben sie“.</p>
<p>Durchaus rechtens sei es nach tantrischer Lehre, ein Mädchen, das die sexuelle Vereinigung verweigert – schon Achtjährige werden dazu herangezogen –, dazu zu zwingen. Mit Frauen fortgerückteren Alters solle tunlichst kein Sex mehr praktiziert werden: Ab 30 werden sie nur noch als „Hundeschnauze“, „Schakalfratze“, „Eulengesicht“ und dergleichen bezeichnet.</p>
<p><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/52.png"><img class="alignnone size-full wp-image-7938" title="5" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/52.png?w=640" alt=""   /></a></p>
<p>Bei Tantra geht es stets um die Transformation sexueller Energie in Macht, von Macht über einzelne Personen bis hin zur phantasmagorischen Macht, auf das Geschehen des Universums Einfluss zu nehmen. Zur Freisetzung derartiger Allmacht, die jede Polarität des Seins transzendiert, benötige der „männliche“ Lama spezifisch „weibliche“ Energie. Diese Energie, in den Vorstellungen des Tantrismus ein durchaus materiell zu verstehendes „Elixier“, sucht der Lama sich anzueignen mittels rituellen Sexualkontaktes zu Frauen. In der Absorption der weiblichen Energie – die vor allem in Menstruationsblut oder Vaginalsekret gewähnt wird – könne der Lama eine Art mystischer „Doppelgeschlechtlichkeit“ aufbauen, die die Urkräfte des Kosmos – Yab/Yum – in ihm integriere und ebendadurch ins Omnipotente steigere.</p>
<p>Ziel ist es, zum Adibuddha zu werden, zum Herrn allen weltlichen und überweltlichen Geschehens. Interessant sind in dem Zusammenhang die Ritualgegenstände, mit denen die Lamas bei ihren öffentlichen Zeremonien hantieren: in der Rechten führen sie stets das phallussymbolische Diamantzepter (Vajra), in der Linken die vaginasymbolische Glocke (Gantha): der Lama versteht sich als Herr des männlichen wie auch des weiblichen Prinzips, er ist Mann und Frau zugleich.</p>
<p>In seiner 2003 erschienenen Schrift „Frieden im Herzen und in der Welt“ gibt der Dalai Lama erstmalig zu, dass innerhalb des Vajrayana-Buddhismus rituelle Sexualpraktiken mit realen Mädchen und Frauen stattfinden: „Wenn ein Tantrapraktizierender sehr, sehr hohe Verwirklichung erreicht hat, ist dies tatsächlich möglich.“ Dass er selbst, der „Großmeister des Tantra“, diese sehr, sehr hohe Verwirklichung erreicht hat, dürfte selbstverständlich sein. <a href="http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2010/fruehling-2010/dalai-lama-der-sex/" target="_blank"><span style="color:#808080;">(Orginaltext in EMMA 2/2010)</span></a></p>
<p>Nachtrag: Über eine orginelle Neuinterpretation von Tantra haben wir in <a href="http://femininelesbians.wordpress.com/2010/03/11/tantra-fur-frauen/" target="_blank">&#8222;Tantra für Frauen&#8220;</a> hier schon einmal berichtet.</p>
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		<title>Der Nähkreis und Lavendel-Ehen</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 19:25:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sophia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe und Erotik]]></category>
		<category><![CDATA[Mythen und Geschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Nähkreis ist ein privater Zusammenschluss frauenliebender Filmschauspielerinnen, den es in der sogenannten &#8222;Goldenen Ära&#8220; von ca. 1920 bis 1950 in Hollywood gegeben hat. Bekannte Filmdiven, die ihm angehörten, waren z. B. Joan Crawford, die Affären mit Kolleginnen wie z. &#8230; <a href="http://femininelesbians.wordpress.com/2012/01/01/der-nahkreis-und-lavendel-ehen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=femininelesbians.wordpress.com&amp;blog=4041522&amp;post=7891&amp;subd=femininelesbians&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Nähkreis ist ein privater Zusammenschluss frauenliebender Filmschauspielerinnen, den es in der sogenannten &#8222;Goldenen Ära&#8220; von ca. 1920 bis 1950 in Hollywood gegeben hat. Bekannte Filmdiven, die ihm angehörten, waren z. B. Joan Crawford, die Affären mit Kolleginnen wie z. B. Barbara Stanwyck und Marlene Dietrich hatte, Greta Garbo, die nie heiratete und sich schon mit 36 Jahren aus dem Showbusiness zurückzog, sie war u.a. mit Mercedes de Acosta zusammen, Tallulah Bankhead, Ava Gardner, Marilyn Monroe, Katharine Hepburn und viele weitere bekannte Schauspielerinnen.<br />
Der Nähkreis ist vergleichbar mit der Bloomsbury Group, dem u.a. Virginia Woolf und Vita Sackville West angehörten, und wurde vermutlich zuerst von der Schauspielerin Alla Nazimova Mitte der 20er Jahre gegründet. Sie gab private Partys und versammelte frauenliebende Schauspielerinnen und Autorinnen um sich, so ergab sich ein loses Netzwerk frauenliebender Künstlerinnen, die sich untereinander alle kannten. Zehn Jahre später versammelte sich ein ebensolcher Kreis von Künstlerinnen/Schauspielerinnen um Marlene Dietrich.</p>
<p>Marlene Dietrich und viele weitere Frauen führten meistens nach außen hin eine sogenannte Lavendel-Ehe (eine Scheinehe mit oft schwulen Männern), die ihr Liebesleben mit Frauen kaschieren sollte, da u.a. die Vertragsklauseln ihrer Studios dies von ihnen verlangten, denn sie sollten ja als Projektionsfläche (für Männerfantasien), als &#8222;heterosexuelle&#8220; Filmdiva für die breite Öffentlichkeit hinhalten. Der in den 20er Jahren eingeführte Motion Picture Productions Code von Will H. Hays verbot u.a. die Darstellung von homosexuellen Inhalten im Film und führte strenge das Privatleben betreffende Moralklauseln in den Verträgen der Schauspieler ein.</p>
<p>Interessant ist auch, dass die Mitglieder des &#8222;Nähkreises&#8220; Wert darauf legten, sich von der &#8222;gemeinen Lesbe&#8220; abzugrenzen. So traf man sich eher im privaten Rahmen, auf Hauspartys und weniger in Szenebars und versuchte auch möglichst, die Wörter &#8222;lesbisch, Lesbe&#8220; als Kategorisierung (pathologisierte homosexuelle Identität) zu vermeiden. Viele Schauspielerinnen verkleideten ihre Liebesbeziehungen zu Frauen als &#8222;platonische Freundschaften&#8220; und von denen sie auch oft mehrere hatten, was zu einer Art emotional/sexuellem Beziehungsgeflecht führte.<br />
Die Frage, ob die Schauspielerinnen eher lesbisch, oder bisexuell waren finde ich schwer zu beantworten, denke aber, dass viele auch mit Männern geschlafen haben um z. B. an Filmrollen zu kommen (also &#8222;lesbische Nutten&#8220;) und andere wiederum nur nach außen eine Lavendel-Ehe führten aber rein frauenliebend waren.<br />
Jedenfalls waren Schauspielerinnen und u.a. Prostituierte, die ersten Frauen, die arbeiten und von Männern finanziell unabhängig leben konnten, oft auch frauenliebend. Gleichzeitig waren die engen ins erotische gehenden Frauenfreundschaften zwischen den Schauspielerinnen wahrscheinlich noch in der Tradition der ab der Renaissance in Europa gelebten romantischen Freundschaften, die im 19. Jahrhundert durch deutsche Sexualwissenschaftler pathologisiert wurden. Deswegen kann man diese Arten von Beziehungen nicht mit der modernen homosexuellen Identität vergleichen.<br />
Interessant finde ich auch, dass es z. B. in den heutigen amerikanischen Fernsehserien (die Nachfolger von Hollywood) wie &#8222;Two and a half men&#8220; sehr viele Anspielungen auf &#8222;klemmschwule&#8220; Männerliebe gibt, aber dass das frauenliebende Begehren überhaupt kein Thema mehr ist.</p>
<p>Ich habe hier eine Collage mit authentischen Fotos aus dieser Zeit zusammengestellt, die erahnen lässt, wie die Realität &#8222;hinter den Kulissen&#8220; der heterosexuellen Propagandamaschinerie Hollywoods damals ausgesehen haben könnte&#8230;</p>
<div id="attachment_7892" class="wp-caption alignnone" style="width: 378px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/joan-crawford-und-paulette-goddard.jpg"><img class="size-full wp-image-7892" title="Joan Crawford und Paulette Goddard" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/joan-crawford-und-paulette-goddard.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Joan Crawford und Paulette Goddard</p></div>
<div id="attachment_7893" class="wp-caption alignnone" style="width: 437px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/joan-crawford-und-barbara-stanwyck-2.jpg"><img class="size-full wp-image-7893" title="Joan Crawford und Barbara Stanwyck 2" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/joan-crawford-und-barbara-stanwyck-2.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Joan Crawford und Barbara Stanwyck</p></div>
<div id="attachment_7894" class="wp-caption alignnone" style="width: 550px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/csl-tone-crawford-stanwyck-taylor2.jpg"><img class=" wp-image-7894  " title="csl tone crawford stanwyck taylor2" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/csl-tone-crawford-stanwyck-taylor2.jpg?w=540&#038;h=376" alt="" width="540" height="376" /></a><p class="wp-caption-text">Joan Crawford und Barbara Stanwyck mit Lavendel-Ehemännern Franchot Tone und Robert Taylor</p></div>
<div id="attachment_7896" class="wp-caption alignnone" style="width: 417px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/janet-gaynor-und-margaret-lindsay.jpg"><img class=" wp-image-7896  " title="Janet Gaynor und Margaret Lindsay" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/janet-gaynor-und-margaret-lindsay.jpg?w=407&#038;h=691" alt="" width="407" height="691" /></a><p class="wp-caption-text">Janet Gaynor und Margaret Lindsay</p></div>
<div id="attachment_7897" class="wp-caption alignnone" style="width: 485px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/marlene-dietrich-und-joan-crawford.jpg"><img class="size-full wp-image-7897" title="Marlene Dietrich und Joan Crawford" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/marlene-dietrich-und-joan-crawford.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Marlene Dietrich und Joan Crawford</p></div>
<div id="attachment_7898" class="wp-caption alignnone" style="width: 583px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/marlene-dietrich-und.jpg"><img class="size-full wp-image-7898" title="Marlene Dietrich und" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/marlene-dietrich-und.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Dolores Del Rio, Douglas Fairbanks Jr, Marlene Dietrich</p></div>
<div id="attachment_7899" class="wp-caption alignnone" style="width: 411px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/marlene-dietrich.jpg"><img class="size-full wp-image-7899" title="Marlene Dietrich" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/marlene-dietrich.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Marlene Dietrich und Claudette Colbert</p></div>
<div id="attachment_7901" class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/briefe-von-mercedes-de-acosta-an-greta-garbo.jpg"><img class="size-full wp-image-7901" title="Briefe von Mercedes de Acosta an Greta Garbo" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/briefe-von-mercedes-de-acosta-an-greta-garbo.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Liebesbriefe von Mercedes de Acosta an Greta Garbo</p></div>
<div id="attachment_7903" class="wp-caption alignnone" style="width: 301px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/greta-garbo.jpg"><img class="size-full wp-image-7903 " title="Greta Garbo" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/greta-garbo.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Nacktfoto von Greta Garbo gemacht von Mercedes de Acosta</p></div>
<div id="attachment_7906" class="wp-caption alignnone" style="width: 455px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/ava-gardner-und-lana-turner.jpg"><img class="size-full wp-image-7906" title="Ava Gardner und Lana Turner" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/ava-gardner-und-lana-turner.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Ava Gardner und Lana Turner</p></div>
<div id="attachment_7908" class="wp-caption alignnone" style="width: 558px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/ava-gardner-und-lana-turner-3.jpg"><img class="size-full wp-image-7908" title="Ava Gardner und Lana Turner 3" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/ava-gardner-und-lana-turner-3.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Ava Gardner und Lana Turner</p></div>
<div id="attachment_7909" class="wp-caption alignnone" style="width: 650px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/joan-crawford.jpg"><img class="size-full wp-image-7909" title="Joan Crawford" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/joan-crawford.jpg?w=640&#038;h=504" alt="" width="640" height="504" /></a><p class="wp-caption-text">Joan Crawford mit Freundinnen</p></div>
<div id="attachment_7910" class="wp-caption alignnone" style="width: 650px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/szene-aus-the-wild-party-clara-bow.jpg"><img class="size-full wp-image-7910" title="Szene aus the wild party clara bow" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/szene-aus-the-wild-party-clara-bow.jpg?w=640&#038;h=500" alt="" width="640" height="500" /></a><p class="wp-caption-text">Szene aus The wild party mit Clara Bow</p></div>
<div id="attachment_7911" class="wp-caption alignnone" style="width: 650px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/clara-bow.jpg"><img class="size-full wp-image-7911" title="clara bow" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2012/01/clara-bow.jpg?w=640&#038;h=655" alt="" width="640" height="655" /></a><p class="wp-caption-text">Szene mit Clara Bow</p></div>
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		<title>Fatwas und Mutterkulte</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Dec 2011 18:43:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ava und Edam]]></category>
		<category><![CDATA[Über Europa hinaus]]></category>
		<category><![CDATA[Mythen und Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Religion und Spiritualität]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8222;Saudi-Arabien und seine Frauen. Während im öffentlichen Raum weiter um jeden Zentimeter Freiheit gerungen wird, ist im virtuellen Raum die Zukunft bereits angebrochen. Junge Frauen aller Schichten vernetzen sich auf Twitter und Facebook und entdecken die Macht sozialer Medien. Strenge &#8230; <a href="http://femininelesbians.wordpress.com/2011/12/30/fatwas-und-mutterkulte/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=femininelesbians.wordpress.com&amp;blog=4041522&amp;post=7856&amp;subd=femininelesbians&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Saudi-Arabien und seine Frauen. Während im öffentlichen Raum weiter um jeden Zentimeter Freiheit gerungen wird, ist im virtuellen Raum die Zukunft bereits angebrochen. Junge Frauen aller Schichten vernetzen sich auf Twitter und Facebook und entdecken die Macht sozialer Medien. Strenge Islamisten geraten im Cyberspace immer mehr in die Defensive, müssen sich ihre frommen Dogmen von kundigen Kontrahentinnen auseinanderpflücken lassen. Die Aura der gottgleichen Unangreifbarkeit schwindet, das Monopol ihrer Interpretation der heiligen Schriften wankt, Prestige und Autorität bröckeln.</p>
<p>Auf Twitter werden sie als „Menstruations-Scheiche“ oder „Plazenta-Scheiche“ verhöhnt, weil ihre frommen Vorschriften fast ausschließlich um Regel und Geburten kreisen. „70 Prozent aller Fatwas beschäftigen sich mit Frauen – mit ihren Haaren, Kopftüchern, mit Händeschütteln und Menstruation“, sagt Kholoud al Fahad aus der Ölstadt Dahran im Osten des Landes. Passiere aber ein Skandal wie vor zwei Jahren die Überschwemmungen in Dschidda mit über Hundert Toten, stehe keiner der Kleriker auf und kritisiere die korrupten Politiker.&#8220; (<a href="http://www.tagesspiegel.de/zeitung/die-gottesvergiftung/6005458.htmltp://" target="_blank">Tagesspiegel 30.12.2011</a>)</p>
<div id="attachment_7857" class="wp-caption alignnone" style="width: 355px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/12/6383243937_012418d338_z.jpg"><img class=" wp-image-7857" title="6383243937_012418d338_z" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/12/6383243937_012418d338_z.jpg?w=345&#038;h=518" alt="" width="345" height="518" /></a><p class="wp-caption-text">Venus von Willendorf</p></div>
<p><em>Die Venus ist Solipistin, beschaut ihren Nabel. Das Weibliche ist sebstbezogen und selbstreprodunktiv. Delphi galt als der Omphalos, der durch einen formlosen heiligen Stein markierte Nabel der Welt. Ein schwarzer Meteorit, ein primitives Bild der Kybele (Muttergottheit), wurde im Dritten Punischen Krieg nach Rom gebracht, um die Stadt zu retten. Das Palladium, ein von Zeus gesandtes Bild der Athene, von dem Trojas Schicksal abhing, war wahrscheinlich auch so ein Meteorit. Heute umschließt die Kaaba, das Allerheiligste der Großen Moschee von Mekka, einen Meteoriten, den Schwarzen Stein. Die Venus von Willendorf ist eine Art Meteorit, ein abstruses Fundstück, unförmig und geheimnisvoll. </em>(Camille Paglia &#8222;Die Masken der Sexualität&#8220;)</p>
<div id="attachment_7858" class="wp-caption alignnone" style="width: 370px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/12/schwarzer-stein-kaaba.jpg"><img class="size-full wp-image-7858 " title="Schwarzer Stein der Kaaba in Mekka" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/12/schwarzer-stein-kaaba.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Der Schwarze Stein der Kaaba in Mekka</p></div>
<p><em>Der Schwarze Stein in der Kaaba ist wohl das Symbol der Mutter, die Tiefe und die Schwärze der Dunkelheit. Woraus das Leben hervorkommt. Er war mal weiss, er ist das Licht, und wurde schwarz durch das Werden zu Materie.</em></p>
<p><em>In heidnischer Zeit soll die Göttin Al-Uzza in Suquam bei Mekka in Gestalt eines schwarzen Steins verehrt worden sein. „Die Starke”, „die Gewaltige”, „die Mächtige”. In vorislamischer Zeit war Al-Uzza in Arabien Schutzgöttin von Mekka und Morgensterngöttin. Ihr Heiligtum war Suquam bei Mekka, wo sie in Gestalt eines schwarzen Steines verehrt wurde. Drei Akazien stellten dort ihren Thron dar, die Göttin selbst lebte in einem Baum. In Mekka verehrte man sie als eine der drei Schicksalsgöttinnen, die beiden anderen heißen Manat und al-Lat. Hier soll der Prophet Mohammed, dessen Stamm diese Göttin besonders verehrte, selbst ihren schwarzen Stein in die Kaaba gelegt haben. Bevor der Islam sich durchsetzen konnte, versahen Priesterinnen ihren Kult. Auch später noch nannten sich die Wächter der Kaaba „Söhne der Alten Frau”. Alle drei galten auch als Töchter des Hochgottes Allah, wobei Al-Uzza deren jüngste ist.</em></p>
<div id="attachment_7859" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/12/wp_1401524736.jpg"><img class="size-full wp-image-7859" title="wp_1401524736" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/12/wp_1401524736.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Symbolisch wird die Mutter, die Urmaterie, die Urmater oft durch die in der Tiefenpsychologie vielfach zitierte Drachenmutter, die Schlange, die Kröte repräsentiert, und der in unserem Kulturkreis weit verbreitete Drachenkampf ist der Kampf gegen die Mutter.</p></div>
<p><em>Der Name Delphi (Orakel von Delphi) leitet sich vom griechischen Wort delphys für „Gebärmutter“ ab und weist auf eine alte Verehrung der Erdgöttin Gaia hin. Ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. setzte sich die Verehrung des Apollon durch und das Orakel entwickelte sich. Nach der geflügelten Schlange Python, die Apollon dem Mythos zufolge hier getötet haben soll, war Delphi auch unter dem Namen Pytho bekannt.</em></p>
<p><em>Die Erdmutter Gaia vereinigte sich mit dem Schlamm, der nach dem Ende des Goldenen Zeitalters von der Welt übrig blieb, und gebar die geflügelte Schlange Python (auch oft als „Drache“ bezeichnet). Python hatte hellseherische Fähigkeiten und lebte an dem Ort, der später Delphi heißen sollte. Nach verschiedenen Varianten der Sage war Python weiblich oder männlich</em>.</p>
<p><em>Gaia oder Ge, deutsch auch Gäa, ist in der griechischen Mythologie die personifizierte Erde und eine der ersten Götter. Ihr Name ist indogermanischen Ursprungs und bedeutet möglicherweise die Gebärerin.</em></p>
<p><em>Die frühesten menschlichen Kulturen verehrten wahrscheinlich die Große Göttin, als Gaia, die Göttin der Erde. (Gaia ist jetzt ein griechischer Name, der Name der Göttin ist heute nicht mehr bekannt. Man sagt, daß die älteste Vorstellung von ihr die der Erde selbst war, und nennt sie chtonische (=der Erde zugehörige) Göttin. Aus dieser Zeit stammten auch die Höhlenmalereien und Felszeichnungen, heute stellen wir uns vor, daß die Höhlen ihre Vagina waren, aus der alles Leben kommt und wo es wieder hingeht. Das Innere der Erde.</em><em> Später entwickelten sich mehrere Gestalten der Göttin in den gynozentrischen Kulturen des Mittelmeerraumes: Sie ist immer noch eine Göttin, aber hat drei Aspekte. (Aspekt: Ansicht &#8211; also drei Erscheinungen). Diese entsprechen den verschiedenen Gestalten des Mondes, als Neumond, Vollmond und Schwarzmond.</em></p>
<p>Der Tagesspiegelartikel &#8222;Gottesvergiftung&#8220; über die Situation von Frauen in Saudi-Arabien nach der arabischen Revolution hat mich zu dieser kleinen Collage hier inspiriert. Fatwas (sind islamische Rechtsgutachten, die in der Regel von einem Mufti, Verfasser eines Rechtsgutachtens als Spezialist für die islamische Jurisprudenz Fiqh, zu einem speziellen Thema herausgegeben werden) beschäftigen sich also zu 70 Prozent mit Frauen und ihrer Gebärfähigkeit. Das fand ich sehr interessant, weil ich schon immer den Eindruck hatte, dass in der islamischen Welt die Frauen deshalb so wenig Rechte haben, sie nicht in die Öffentlichkeit sollen, bzw. sie und ihre Sexualität (für Männer) als gefährlich angesehen werden, weil der mythologisch-symbolische Göttinnenmord noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Hier sind ja Frauen auf der symbolischen Ebene fast schon abgeschafft und deshalb ungefährlicher. (Siehe auch meinen Artikel &#8222;<a href="http://femininelesbians.wordpress.com/2011/12/15/der-symbolische-mutterfrauenmord-in-mythen/" target="_blank">Der symbolische Frauen/Muttermord in Mythen</a>&#8222;) Sehr interessant finde ich auch die Parallelen zwischen den beiden religiösen-spirituellen-mythischen Stätten der Kaaba in Mekka und dem Orakel von Delphi. Beides waren ursprünglich Kultstätten zur Verehrung der Großen Göttin und wurden dann im Zuge des Wechsels von Erdenkult (Mutter/Frau) zum Himmelskult (Vater/Mann) von männlichen Gottheiten entmachtet/übernommen. In wiefern die &#8222;Macht der Mütter&#8220; in der islamischen Welt/Religion noch unterschwellig vorhanden ist kann ich nicht so genau sagen, da ich mich im Islam zu wenig auskenne. Aber wohlmöglich ist es ein wenig so wie im alten Rom, als dort die alten orientalischen Mutterkulte im Volk noch weitergelebt wurden. Was mir aber persönlich aufgefallen ist, dass z. B. türkische oder arabische Männer sehr viel mehr Achtung vor älteren Frauen (bei gleichzeitiger Verachtung für Frauen an sich) als deutsche Männer haben, als ob sie noch in einer Art Matriarchat leben würden, Muttergöttin und ihr Sohn-Liebhaber:<em></em></p>
<p><em>Der Hauptjünger der Großen Mutter sind ihr Sohn und Liebhaber, der sterbende Gott der vorderasiatischen Mysterienreligionen (Attis, Adonis, Tammuz, Osiris). Sie sind die Geliebten der Mutter und werden von ihr geliebt und getötet, begraben, beweint und wiedergeboren. Das Männliche ist nur ein Schemen, der im ewigen Zyklus der Natur umhergewirbelt wird. Die Knabengötter sind phallische Begleiter der großen Mutter, Drohnen der Bienenkönigin, die getötet werden, wenn ihre Befruchtungspflicht erfüllt ist. Mutterliebe erstickt, was sie umarmt. Die sterbenden Götter sind zarte Blüten und werden mythologisch als Anemone, Nazisse, Hyazinthe oder Veilchen symbolisiert.</em> (Camille Paglia &#8222;Die Masken der Sexualität&#8220;)<em><br />
</em></p>
<p>&#8222;Die Bindung zwischen Mutter und Sohn wird nie beendet. Nicht einmal verändert. &#8222;Im Gegenteil&#8220;, schreibt die marokkanische Soziologieprofessorin Fatima Mernissi: &#8222;Die Hochzeit &#8211; in den meisten Gesellschaften eine Art Initiationsritual, das es dem Sohn ermöglicht, sich von der Mutter zu lösen &#8211; ist in der Tradition der islamischen Gesellschaft ein Ritual, das den Einfluss der Mütter auf den Sohn noch verstärkt. Mit der Hochzeit wird die Trennung zwischen Liebe und Sexualität im Leben des Mannes institutionalisiert, er wird darin bestärkt, eine Frau zu lieben, mit der er keinen Geschlechtsverkehr haben kann: seine Mutter.&#8220; Die angeheiratete Frau bleibt dagegen ein Leben lang die Fremde, die &#8222;geling&#8220;, wie es auf Türkisch heißt. Liebe ist der Mutter und Allah vorbehalten. Liebe zwischen Mann und Frau ist nicht vorgesehen, und so überraschen mich auch die afghanischen Gesetze nicht, die vorschreiben wollen, dass die Frau dem Mann zur Verfügung zu stehen hat. Nach Auffassungen der muslimischen Männergesellschaft ist die Ehe ein Vertrag und die Frau ein Besitz.&#8220; (Aus &#8222;Der Schlüssel zum Paradies liegt zu Füßen der Mütter&#8220; von Necla Kelek)</p>
<p>Dieser Textabschnitt zeigt wunderbar, dass die sogenannten &#8222;Matriarchate&#8220; und Mutterkulte eine rein männliche Vorstellung sind und ihre Sicht auf die Welt, ihre Positionierung, ihre Ohnmachtsgefühle und Identitätsprobleme in Bezug auf die Frau/Mutter zum Thema haben. Die Beziehung der Mutter zur Tochter oder der Tochter zur Mutter kommt gar nicht vor, nur Sohn-Mutter und seine Abhängigkeit und Ablösung von ihr. Und die Frauen selbst haben wie immer nur geschwiegen.</p>
<p><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/12/schwarzer-stein-kaaba.jpg"><br />
</a></p>
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			<media:title type="html">Schwarzer Stein der Kaaba in Mekka</media:title>
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		<title>Veselé Vánoce a Šťastný Nový rok!</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Dec 2011 08:49:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_7848" class="wp-caption alignnone" style="width: 586px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/12/john-currin-the-women-of-franklin-street-2010.jpg"><img class=" wp-image-7848       " title="(2010)" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/12/john-currin-the-women-of-franklin-street-2010.jpg?w=576&#038;h=745" alt="" width="576" height="745" /></a><p class="wp-caption-text">Merry Christmas and a Happy New Year! - Веселого Рождества и счастливого Нового Года! - ¡Feliz navidad y próspero año nuevo! - God Jul och ett Gott Nytt År! - Buon Natale e Felice Anno Nuovo!- Joyeux Noël et bonne année - חג מולד שמח ושנה טובה! - Mutlu Noeller ve Mutlu Yıllar - Wesołych Świąt i szczęśliwego nowego roku! - Prettig Kerstfeest en een gelukkig nieuwjaar!</p></div>
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			<media:title type="html">(2010)</media:title>
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		<title>Herzensfleisch Kapitel 8 + 9 &#8211; Türme und Park</title>
		<link>http://femininelesbians.wordpress.com/2011/12/19/herzensfleisch-kapitel-8-9-turme-und-park/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 17:30:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Herzensfleisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Tag schwand und das Himmelsgewölbe erglühte abendlich roséfarben. Bussarde stießen ihre letzten Schreie aus, hungrig, schwebend und hoch oben. Und dann senkte sich die Dunkelheit hinab wie ein schattig fauliger Flügelschlag und bis in die Träume hinein. Nachtwinde umrauschte &#8230; <a href="http://femininelesbians.wordpress.com/2011/12/19/herzensfleisch-kapitel-8-9-turme-und-park/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=femininelesbians.wordpress.com&amp;blog=4041522&amp;post=7803&amp;subd=femininelesbians&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/12/20_turm.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-7804" title="20_Turm" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/12/20_turm.jpg?w=640&#038;h=218" alt="" width="640" height="218" /></a><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/12/21_park.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-7805" title="21_park" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/12/21_park.jpg?w=640&#038;h=217" alt="" width="640" height="217" /></a></p>
<p>Der Tag schwand und das Himmelsgewölbe erglühte abendlich roséfarben. Bussarde stießen ihre letzten Schreie aus, hungrig, schwebend und hoch oben. Und dann senkte sich die Dunkelheit hinab wie ein schattig fauliger Flügelschlag und bis in die Träume hinein. Nachtwinde umrauschte das Gemäuer und Regenlüfte brausten auf und wehten Samenkapseln aus den Wäldern herbei. Sanft wirbelten sie in den Raum hinein und nisteten sich auf den Leibern ein, Ginsterkraut überzog das Haar, Farnsporen legte sich auf alle Rundungen und Wolfsmilch färbte die Lippen mondhell.</p>
<p>Touché, Charlie wand sich in den Armen einer Tulpenpflanze, die Blütenblätter hielten sie umfangen und der Stängel rieb sich an ihrer Haut, ergeben, ergeben, touché. Wurzeln zuckten auf und Blätter rollte sich im Osmosetakt, noch ein Zug, noch, und ihre Hände bohrten sich in das Fruchtfleisch, dagegen, gegen. Klebrige Nässe überall und Blütenduft betäubte alle ihre Sinne, geschlagen, touché, touché. Charlie verwünschte stimmlos, schloss die Augen und Fruchtstempel säuselten ihr Sternenlieder ins Ohr, von der Ferne und von Dingen, die noch kommen sollten. IHR nächster Zug brachte auch die Tulpe zum Sturz, sie taumelte, welkte und knickte ein, die Blütenblätter glitten von Charlies Leib und die Sternenlieder verhallten in der milden Sommerluft, touché.</p>
<ul>
<li><a href="http://herzensfleisch.wordpress.com/2011/12/19/kapitel-8-turme-hohenluft-und-niedere-bedurfnisse-beutefanger-und-ein-laken-umflutet-von-polarlicht/" target="_blank"><strong>Kapitel 8: Türme – Höhenluft und niedere Bedürfnisse, Beutefänger und ein Laken umflutet von Polarlicht.</strong></a></li>
<li><a href="http://herzensfleisch.wordpress.com/2011/12/19/kapitel-9-park-schuldzuweisungen-luftspiegelungen-kinderhande-und-blutenzarte-herzensspiele/" target="_blank"><strong>Kapitel 9: Park – Schuldzuweisungen, Luftspiegelungen, Kinderhände und blütenzarte Herzensspiele.</strong></a></li>
</ul>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/femininelesbians.wordpress.com/7803/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/femininelesbians.wordpress.com/7803/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/femininelesbians.wordpress.com/7803/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/femininelesbians.wordpress.com/7803/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/femininelesbians.wordpress.com/7803/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/femininelesbians.wordpress.com/7803/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/femininelesbians.wordpress.com/7803/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/femininelesbians.wordpress.com/7803/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/femininelesbians.wordpress.com/7803/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/femininelesbians.wordpress.com/7803/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/femininelesbians.wordpress.com/7803/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/femininelesbians.wordpress.com/7803/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/femininelesbians.wordpress.com/7803/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/femininelesbians.wordpress.com/7803/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=femininelesbians.wordpress.com&amp;blog=4041522&amp;post=7803&amp;subd=femininelesbians&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Claudia</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Der symbolische Mutter/Frauenmord in Mythen</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 13:06:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mythen und Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Planet Utopia]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe hier schon öfters erwähnt, dass Frauen in der Männerwelt auf der symbolischen Ebene, d. h. in der Ebene der Vorstellungen und Mythen nicht existieren, bzw. laufend verdrängt werden. Es gibt sie also offiziell eigentlich gar nicht, denn es &#8230; <a href="http://femininelesbians.wordpress.com/2011/12/15/der-symbolische-mutterfrauenmord-in-mythen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=femininelesbians.wordpress.com&amp;blog=4041522&amp;post=7762&amp;subd=femininelesbians&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe hier schon öfters erwähnt, dass Frauen in der Männerwelt auf der symbolischen Ebene, d. h. in der Ebene der Vorstellungen und Mythen nicht existieren, bzw. laufend verdrängt werden. Es gibt sie also offiziell eigentlich gar nicht, denn es gibt kein Rollen-Modell für den Menschen &#8222;Frau&#8220;. Wenn sie (eine Frau) also am Kulturprozess &#8222;Menschsein&#8220; oder auch nur am bewussten-transzendenten Sein und Handeln teilhaben will, muss sie sich als ein Art Mann lesen/definieren/sehen. Wenn sie dieses aber nicht will oder kann und sie sich als Frau sehen möchte, betritt sie entweder das dionysische-Trans-Spiegelkabinett der Männer (Männer, die sich feminin/weiblich/Tans sehen und daher definieren, was eine Frau ist) &#8211; oder wenn sie diese Maskerade durchschaut- findet sie nur dunkel chthonische Natur vor, das Tierweibchen, das gebärende Alles und Nichts, die  Bilderflut vor den Worten und die archaische Nacht.</p>
<p>Das erste Modell (sie sieht sich als [geistiger] Mann bis hin zum körperlichen Trans) führt oft zu Entfremdung, Misogynie/Frauenhass und Selbsthass. Dieses Phänomen kann man nicht nur bei sich an der männlichen Homosexuellenszene und Identität orientierenden Lesben und Transmännern beobachten- auch viele Heterofrauen spielen dieses seltsame Trans-Spiel. Dieses passiert z. B. sehr oft in politisch bewussten/aktiven, queer-/feministisch-(links) intellektuellen Räumen, die Frauen dort biedern sich den Männern an, eignen sich ihr mackerhaftes Verhalten an, übernehmen unreflektiert deren Sexismus, hängen sich an Äußerlichkeiten (Frisur und Kleidung) fest und verachten alle Frauen und alles Weibliche. Sie wollen keine Tussi sein sondern eine von den Jungs, eine die ernst genommen wird und sie wollen auch gaanz weit weg von allem &#8222;Weiberkram&#8220;. Wie kerlige Lesben eben, nur in hetero. Auch Frauen, die ihre Identität ausschließlich aus ihrer Berufsrolle schöpfen übernehmen damit eine Männerrolle, die sie dann letztendlich daran hindert auch außerhalb dieser Rolle aktiv zu werden und als Frau zu handeln. Sie lähmt sie. Unvollständiges Trans.</p>
<p>Das zweite Modell, das dionysische Spiegelkabinett, dem ich mich hier schon ein paar Mal anzunähern versucht habe z. B. in: <a href="http://femininelesbians.wordpress.com/2011/05/01/kokons-oder-im-spiegelkabinett-verloren/" target="_blank">Kokons- oder im Spiegelkabinett verloren</a> oder <a href="http://femininelesbians.wordpress.com/2011/05/28/kokons-frauen-schwule-und-kultur/" target="_blank">Kokons- Frauen, Schwule und Kultur</a>, führt ebenfalls zu Selbstentfremdung und Verwirrung- aber auf eine viel perfider und nur schwer zu durchschauende Art und Weise. Frauen kopieren Männer, die Frauen kopiere, sie vereinnahmen und Sie SEIN wollen. Doppeltrans, Trans-Trans sozusagen.</p>
<p>Zum dritten Modell-der intuitiven Innenschau-greift sie meistens wenn sie sensibel, künstlerisch, intuitiv begabt ist, eine gesellschaftliche Außenseiterin- oder verzweifelt, psychisch labil und kurz vor der Psychiatrie&#8230;</p>
<p>Aber bei vielen Frauen herrscht einfach nur ein wirres/irres Durcheinander im Kopf vor, sie schweben sozusagen alle einzeln und ohne Bewusstsein und der Fähigkeit sich zu artikulieren im (frauen-) kulturlosen Raum. Denn die meisten von ihnen sind sich in keinster Weise darüber bewusst, dass Frauen auf der symbolischen Ebene beseitigt sind/werden, sie sehen sich als Menschen und wissen nicht, dass Menschsein an sich an die Abgrenzung des Mannes von der Natur und der Frau geknüpft ist. Sie haben kaum Kenntnisse von der Bedeutung von Mythen und identifizieren sich mit männlicher Kultur/Mythen, deren eigentliches Ziel es ist sich von der Frau zu lösen, um sich dann deren Gebärfähigkeit anzueignen. Und in diese frauenbereinigte Welt soll dann die Frau wieder hineingeholt werden, sei es in einer Berufsrolle und das Kind ganz schnell in die Krippe abschiebend, oder eben als homosexuelle Trans-Lesbe. Das macht viele Frauen irre oder Trans. Und dieser Prozess ist in der westlichen Welt am meisten fortgeschritten, daher ist Sexismus auch sehr eng mit Rassismus ect. verknüpft, d.h. in nicht so &#8222;zivilisierten&#8220; Kulturen ist der (symbolische) Frauenmord noch voll im Gange, die Männer dort sind also noch näher an der Natur und Frau dran- und somit minderwertiger als die westlichen Männer und auch Frauen, die ja schon mehr Mann sind. Aber das nur am Rande.</p>
<p>Das ist jetzt ein recht langes Vorwort zu dem eigentlichen Text, den ich hier auf die Seite gestellt habe: einen Auszug aus einem Buch von Kirsten Armbruster, den sie selbst ins Internet gestellt hat. Er fasst sehr schön die verschiedenen mythologischen Stadien des symbolischen Mutter/Frauenmordes und die zahlreichen männlichen Trans-bzw. Gebährfähigkeitsaneignungsversuche zusammen.</p>
<p>Er ist weder vollständig noch teile ich gänzlich die Auffassung der Autorin, dass es einmal eine Frauenkultur/Matriarchat gegeben hat, d.h. eine von Frauen gemachte und dominierte Kultur. (Ich denke da fährt sie sich ein wenig Filme.) Es gab zwar in allen Kulturen Muttergottheiten, die dann zugunsten des Vaters (Gottvater!) entmachtet wurden, aber ich denke, dass auch diese Stufe der Religion/Mythen von Männern erfunden wurde und Frauen da kaum etwas beigetragen haben. Ich halte also dieses sich unreflektiert in hetero- oder asexuelle Mutterkulte reinzusteigern (wie manche ältere Feministinnen es tun, z.B. Doris Lessing in ihrem 2007 erschienenen Buch &#8222;Die Kluft&#8220;) für genauso einseitig, wie dieses die Geschichte und Mythologie leugnendes und die schwule_trans_Männermatrix 1:1 kopierendes Ding einiger jüngerer queer-gender-Feministinnen. Das eine führt in zwangsheterosexualisierte Mütter-nur-Gebär-Dümmlichkeit und das andere in Selbsthass und Entfremdung.</p>
<p>Aber was ich für sehr wichtig halte, ist die Kenntnis von Mythen und historischen Zusammenhängen, damit man als Frau etwas bewusster wird, sich besser in der (fehlenden) Geschichte verorten, sie eventuell in Zukunft selber schreiben/gestalten kann, also nicht nur die Möglichkeit sieht &#8222;Trans&#8220;, &#8222;Trans-Trans&#8220; und/oder &#8222;Irre&#8220; zu werden. Und es dadurch vielleicht auch besser mit der Frauenliebe jenseits der Rollen hinkriegt &#8230;jedenfalls mehr ein Gespür dafür zu kriegt, was vielleicht nicht so gute Ansätze sind&#8230;Und wie wirksam Mythen sind kann man sehr schön an der Serie &#8222;The L-Word&#8220; sehen, nach deren Ausstrahlung fingen plötzlich ganz viele lesbische Frauen an sich weiblich zu stylen oder Shane zu kopieren. Wie wirksam und tief im Unerbewusstsein verankert dann erst die &#8222;großen&#8220; Menschheitsmythen sind (die ja z. B. immer wieder und wieder auch in modernen Bildern, Texten, Kunstwerken, Musik, Filmen, Medien ect. reproduziert werden&#8230;) kann man daraus erahnen.</p>
<p><strong><br />
Der Muttermord:</strong></p>
<div id="attachment_7764" class="wp-caption alignnone" style="width: 650px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/12/1-enuma-elish.jpg"><img class=" wp-image-7764 " title="1 Enuma Elish" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/12/1-enuma-elish.jpg?w=640&#038;h=422" alt="" width="640" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Enuma Elish/Marduk-Tiamat</p></div>
<p>Den ersten, in der Mythologie schriftlich festgehaltenen Muttermord, finden wir im Heldenepos Enuma Elish beschrieben, das zwischen 1100 und 1000 v. u. Z. von babylonischen Priestern verfasst wurde. Die Mutter aller GöttInnen Tiamat, die auch oft als Drachin dargestellt ist, wird von ihrem Sohn Marduk zerstückelt. Wir finden im Enuma Elish den Muttermord folgendermaßen beschrieben:</p>
<p><em>In einer glänzenden Rüstung auf seinem mit vier Pferden bespannten Streitwagen zieht Marduk gegen die verteufelte Mutter aller GöttInnen in den Krieg, bewaffnet mit Pfeil und Bogen, Kampfnetz und Keule. Marduk wirft sein Kampfnetz über Tiamat und schießt einen Pfeil in ihren Mund, der das Innere der GöttInnenmutter zerreißt und ihr Herz spaltet. In Siegerpose stellt sich Marduk auf ihren Leichnam und zertritt (oder zertrampelt) ihren Unterleib, mit seiner Keule zerschmettert er ihren Schädel und ihre Blutbahnen durchschneidet er. Sodann zerteilt der „Held“ die GöttInnenmutter in zwei Hälften: Aus der einen Hälfte macht Marduk den Himmel, aus der anderen die Erde. Ab diesem Zeitpunkt wird Marduk als König der Götter und Schöpfer der Welt bezeichnet (Übersetzung Heidel, nach Bott, S. 458).</em></p>
<p>3500 Jahre nachdem die ersten patriarchalen Strukturen historisch nachgewiesen sind, in Form einer patrilinearen Abstammung, in Form einer veränderten hierarchischen Bestattung, in Form erster mit Streitwägen durchgeführter kriegerischer Überfälle (Kurganeinfälle in Alteuropa, siehe Marija Gimbutas), in Form erster männlicher Götter und schließlich, mit Aton in Ägypten 1500 v. u. Z., in Form eines ersten monotheistischen Gottes, geschieht der Muttermord: Dieser Muttermord ist der schwerste Tabubruch der Menschheitsgeschichte. Die Mutter, die alles Leben geboren und wieder zu sich genommen hat, wird zerstückelt und getötet. Damit ein solch immenser Tabubruch überhaupt möglich ist, muss die Mutter und die Symbolik, für die sie steht, unsichtbar gemacht und/oder dämonisiert werden. Symbolisch wird die Mutter, die Urmaterie, die Urmater oft durch die in der Tiefenpsychologie vielfach zitierte Drachenmutter, die Schlange, die Kröte repräsentiert, und der in unserem Kulturkreis weit verbreitete Drachenkampf ist der Kampf gegen die Mutter.</p>
<p>Den Muttermord finden wir bei den Indoeuropäern, in Ägypten, im gesamten kleinasiatischen Raum, in Griechenland, in der germanischen Edda, in der Nibelungensage des Drachentöters Siegfried, bei den christlichen Drachentötern Georg und Michael im tibetischen Buddhismus, im indischen Hinduismus und in der Alchemie. Doris Wolf schreibt dazu:<em></em></p>
<p>„Das Thema des Muttermords findet sich&#8230; im arischen Iran, wo der erste erschaffene Mann, „Gayo Ma-reta“ zum Mörder der Kuh- bzw. der Muttergöttin wird, aber auch im arischen Indien, wo der Kriegsgott der Eroberer, Ind-Ra, in einer Hymne des Rig Veda die Göttin Danu und ihren Sohn tötet, worauf diese ebenfalls als Kuh und Kalb wieder erscheinen“ oder auch im Alten Ägypten. (Wolf, 1994, S. 203)</p>
<p>Dort erscheinen mit Ra, Osiris und Horus drei Sonnengottheiten, die sich auf mesopotamische Ursprünge zurückführen lassen. So wird der babylonische Gott Marduk gleichgesetzt mit dem Namen „As-Ari“ und erscheint unter dem griechischen Namen Osiris in Ägypten. Der ägyptische Gott Ra oder Re wiederum, lässt sich auf den babylonischen Sonnengott „Ria“ zurückführen, und der in der mesopotamischen Mythologie verehrte Sonnenfalke „Har“, wird in Ägypten zu „Hor“ und verkörpert den mit der Sonne assoziierten Falkengott Horus, der später als Sohn der Isis fungiert (Wolf, 1994, S. 193-197). In Ägypten finden wir den Muttermord, aufgrund des ungeheuerlichen Tabubruchs natürlich patriarchalisch versteckt im Kampf des Seth mit Horus, in dessen Folge Horus seiner Mutter Isis den Kopf abschneidet. Doris Wolf beschreibt nach einer Darstellung von Brunner-Traut, 1988, 21 diesen Kampf, der folgendermaßen endet (S. 201):</p>
<p><em>„Doch die Majestät des Horus wurde wütend gegen seine Mutter Isis wie ein oberägyptischer Panther. Sie floh vor ihm, aber Horus schnitt Isis den Kopf ab, worauf sie mit einem Kuhkopf als „Erste der Kühe“ erschien“.</em></p>
<p>Der im ägyptischen Loskalender beschriebene Kampf zwischen Horus und Seth wird als der „schrecklichste Tag“ in der Geschichte Ägyptens bezeichnet. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass dieser Kampf in der ägyptischen Mythologie mit Babylon in Verbindung gebracht wird. So ist festgehalten, dass der Kampf zwischen Horus und Seth „am Tore der Götter von Babylon“ stattfand. In dem Namen des vermännlichten Gottes Seth steckt der Wortstamm S-t, der in der babylonischen Göttin Ishtar vorkommt, die von den Phöniziern Astarte, von den Hebräern Astoret oder Ashera, bei den Basken oder Germanen Ostara und von den Ägyptern wahrscheinlich ursprünglich I-Set/Isis genannt wurde. Ishtar, deren Name Stern bedeutet, war der Stern Sothis geweiht, der identisch ist mit dem Sirius. Sothis/Sirius war der Morgenstern. Das erstmalige Erscheinen des Sothis-Sirius, wenn er kurz vor dem Sonnenaufgang am östlichen Himmel aufging, markierte den Anfang des ägyptischen Jahres. Hierdurch wurde die jährliche Überflutung des Landes durch den Nil angekündigt, von der die Fruchtbarkeit des Landes abhing. Schon Mitte des 3. Jahrtausends wurde ein Sothischer Kalender erstellt. Hinter dem Kampf von Horus und Seth und dem anschließenden Mord an der Muttergöttin I-Seth/Isis, versteckt sich also zum wiederholten Mal die Ablösung der kulturellen Mutterstufe durch eine gewaltbereite von der Mütterlichkeit losgelöste patriarchale Männlichkeit. Immer einher geht das Patriarchat mit einer Hinwendung zur Sonne bei einer gleichzeitigen Herabsetzung der Mondin, was 67. v. u. Z. schließlich in der Überführung des Mondinnenkalenders in den Sonnenkalender des Kaisers Julius Caesar gipfelt.</p>
<p>Nach der Einführung des Sonnengottes Ria/Ra und dem Sonnenfalken Har/Horus erfährt Ägypten eine noch stärkere Hinwendung zum Sonnengott in Gestalt des Aton und zwar erstmals in monotheistischer Form, unter dem Pharao Echnaton, der fast zeitgleich mit Mithras aus Kleinasien auftaucht. Irene Mariam Tazi-Preve beschreibt diesen kulturellen Umbruch folgendermaßen:</p>
<p><em>„Eine radikale Veränderung des altägyptischen Weltbildes strebte in der Folge Pharao Echnaton um die Mitte des 14. vorchristlichen Jahrhunderts an. Aton, der Sonnengott, sollte zum zentralen Hauptgott erklärt werden. Wie die im ägyptischen Museum in Kairo dargestellte Plastik zeigt, ließ sich Echnaton als Frau darstellen, mit weiblichen Brüsten, breitem Becken, einem dezent die Schwangerschaft andeutendem Leib, starken Oberschenkeln und weiblichen Genital. In der Ägyptologie wird Echnaton als „androgyn“ bezeichnet. In der Beschriftung zur Statue im Ägyptischen Museum in Kairo ist von seiner „unerklärlichen“ Gestalt die Rede (die Körperformen seien „übertrieben“ dargestellt). (Tazi-Preve, 2004, S. 102)<br />
</em><br />
Der Sonnenkult des Mithras, der ursprünglich aus Kleinasien stammt, sich dann aber wohl im gesamten römischen und griechischen Gebiet ausbreitet, spiegelt diesen Wandel zum männlichen Gott, der mit dem Muttermord einhergeht, ebenfalls wieder. Der Kult des Mithras, der ca. 1400 v. u. Z. erstmals auftaucht, war, wie die monotheistischen Theologien um Jahwe, eine antiweibliche Religion, die sich durch Askese auszeichneten und deren Priesterschaft nur aus unverheirateten Männern bestand, wobei Frauen das Betreten von Mithrastempeln nicht gestattet war. Die rigide Disziplin und die lebhafte Kampfesdarstellung des Mithraskultes erschienen gerade auch dem römischen Militär als besonders geeignet für die Soldaten. Mithras entwickelte sich daher unter Kaisern wie Julian und Commudus zum vorherrschenden Schutzheiligen der römischen Armeen. (Walker, 1995, Stichwort: Mithras) Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Geburtstag des Mithras, der mit dem 25. Dezember in die Zeit der Wintersonnenwende fällt, wo die Sonne und das Licht wieder zunehmen. Die Christen haben später viele Attribute des Mithraskultes für sich übernommen, nicht zuletzt den Geburtstag von Jesus am 25. Dezember, den wir in unserer Kultur bis heute als Weihnachtsfest mit einem ausgeprägten Lichterkult feiern. Das Bild wiederum, das bis heute am meisten mit dem Mithraskult assoziiert wird, ist das, wo Mithras den weißen Urstier tötet und damit die Welt erschafft. Nun gehört aber gerade der Stier, durch die Lunarsymbolik der Hörner und ihrer Entsprechung in den mütterlichen lebensspendenden Organen, zu den heiligsten Tieren der kulturellen Mutterstufe. So können wir in der Tötung des Urstiers in Verbindung mit einem männlichen Schöpfungsakt eine enge Parallele sehen zur Tötung der Urdrachenschlange Tiamat, die alle Wasser verkörperte durch ihren Sohn Marduk. Denn Marduk beanspruchte ja aus dieser Tötung heraus ebenfalls für sich den Akt der Schöpfung, denn er behauptete, er habe die Welt durch die Trennung der himmlischen Wasser von den Wassern des Abgrunds geschaffen. Genau diesen männlich okkupierten Schöpfungsakt finden wir natürlich auch im Alten Testament in der patriarchalen Schöpfungsmythe des Jahwe. (Walker, 1995, Stichwort: Marduk)</p>
<p>Die Opferung der Frau, die Opferung der Mutter wird auch von anderer Seite beschrieben, denn auch Marija Gimbutas berichtet von diesem Brauch bei den Indoeuropäern. Sie schreibt: „Das Pferdeopfer war ein wichtiger Bestandteil der indoeuropäischen Religionsausübung, besonders im indischen, römischen und keltischen Kulturkreis“ (Gimbutas, 1996, 362), und sie fährt fort:</p>
<p><em>„Die Grabfunde enthüllen uns zwei Charakteristika des indoeuropäischen Weltbildes … Die Fundorte bezeugen, dass in der religiösen Überzeugung der indoeuropäischen Kurganvölker das Pferd als heiliges Tier verehrt wurde und dass die Frau oder weibliche Gefährtin eines Stammeshäuptlings nach dessen Tod geopfert wurde“.<br />
</em><br />
Auch im Hinduismus und Buddhismus finden wir den Muttermord oft in Verbindung mit einem Feueropfer. So wird die indische Göttin Sati zerstückelt und auf sie gehen die zwar offiziell verbotenen, aber immer wieder praktizierten Witwenverbrennungen in Indien zurück. Im Buddhismus kennen wir die Annagelung der tibetischen Landschaftsahnin Srinmo, die mit Phurbas, Ritualdolchen festgenagelt wurde und im Guhyasa-Maya-Tantra werden Göttinnen zu einem feurigen Lichtball verschmolzen, um als Opfer für den Höchsten Buddha zu dienen.</p>
<p><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/12/2_2-alchemie.gif"><img class="alignnone  wp-image-7766" title="2_2 Alchemie" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/12/2_2-alchemie.gif?w=461&#038;h=445" alt="" width="461" height="445" /></a></p>
<p>Die Opferung der Mutter, vorzugsweise durch das Feuer zum Zwecke der Okkupierung weiblicher Energien, finden wir auch im Bereich der Alchemie, wo auffallende Parallelen zu den beschriebenen Opferriten im Buddhismus/Hinduismus zu finden sind. So finden wir nämlich in den Prozessen der Alchemie auf der Suche nach dem Gold und dem Stein der Weisen &#8211; ganz ähnliche, die Farben Schwarz/Weiß/Rot okkupierende Elemente -, wie im Buddhismus. Die Alchemie kennt die Prozesse der Schwärzung (Nigredo), der Weißung (Albedo) und der Rötung (Rubedo), und die Alchemie benutzt als Ausgangssubstanz die prima materia, was ein Symbol für die Schwarze Erdmutter ist, die durch den Prozess der Schwärzung geopfert, respektive ermordet wird.</p>
<p>Das Ehepaar Trimondi schreibt dazu:</p>
<p><em>„Das Herumexperimentieren mit dem Urstoff hört sich für einen Uneingeweihten recht harmlos an. Dahinter verbirgt sich jedoch ein symbolischer Mord. Die schwarze Materie als ein Symbol des Urweiblichen und der machtvollen Natur wird verbrannt oder je nach Fall auch verdampft, zerschnitten oder zerstückelt“.</em></p>
<p>Die AutorInnen zitieren Gaston Bachelard, der in seinem 1990 erschienen Buch über „Die Psychoanalyse des Feuers“, folgendes Vorgehen eines französischen alchemistischen Adepten aus dem 18. Jahrhundert beschreibt:</p>
<p><em>„Öffne den Schoß deiner Mutter mit einer stählernen Klinge, grabe in ihren Eingeweiden und dringe zu ihrer Gebärmutter vor, dort wirst du unsere reine Materie (das Elixier) finden“. (Bachelard zit. in Trimondi, 1999, S. 153)<br />
</em><br />
Bei dem begehrten Elixier handelt es sich einerseits um die weibliche Gynergie, um die mütterliche Schöpfungskraft, aber andererseits ist das patriarchal Männliche auch immer auf der Suche nach der mütterlichen Weisheit, nach der buddhistischen Weisheitsgefährtin Prajna, nach der Wissensfrau Vidya, nach der hebräischen Chokmah, nach der altägyptischen Maat, nach der griechischen Metis und der christlichen Sophia. Die Kombination von mütterlicher Schöpfungskraft und mütterlicher Weisheit ist der „Stein der Weisen“, das geistige Gold, den sich patriarchale Männer durch Magie aneignen wollen. Dieser magische Prozess soll eine Auflösung des eigenständig Weiblichen bewirken und zu einer Transformierung der weiblichen Kräfte innerhalb des Männlichen führen. Dies ist also eine widernatürliche Umkehrung der Mutter, die ja, wie wir gesehen haben, das Männliche in Geborgenheit in sich trägt. Ziel der Magie durch tantrische Rituale oder alchemistische Prozesse ist der doppelgeschlechtliche Hermaphrodit. Trimondis schreiben in diesem Zusammenhang auf S. 156:</p>
<p><em>„Da die symbolische Opferung der Frau in beiden Fällen durch das Element Feuer geschieht, handelt es sich bei der Alchemie ebenso wie beim buddhistischen Tantrismus um einen androzentrischen Feuerkult. Durch magische Riten wird hier wie dort ein doppelgeschlechtliches, egozentrisches Wesen produziert – ein „geistiger König“, ein „Großer Magier“ (Maha Siddha), ein „machtvoller Androgyn“, der „universelle Hermaphrodit“.</em></p>
<p>Das Wort Alchemie stammt aus dem Alten Ägypten. „Al“ ist ein arabischer Artikel und „kemet“ oder „Chemi“ ist der ägyptische Ausdruck für „das Schwarze“. Es bedeutet auch „Schwarze Erde“. Dies entspricht dem Namen mit dem die alten ÄgypterInnen selbst ihr Land bezeichneten und lässt sich wiederum von Khemennu, „Land des Mondes“ ableiten, der ebenfalls ein alter Name Ägyptens ist. (Walker, 1995, Stichwort: Alchemie) Der ägyptische Gott Thot, der Gott der Magie, der Gelehrsamkeit, der Medizin und okkulten Weisheit ist das Produkt dieses alchemistischen Prozesses, der die mütterlichen Schöpfungs- und Weisheitsenergien im Männlichen absorbiert hat. Seine griechische Entsprechung ist Hermes, von dem sich das Wort Hermaphrodit ableitet. Seine mütterlich okkupierten Symbole sind zwei Schlangen, die sich um einen Stab als Phallussymbol winden, der Aesculapstab, der heute noch das Symbol der Mediziner ist.</p>
<div id="attachment_7767" class="wp-caption alignnone" style="width: 400px"><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/12/3_athene_geburt_aus_dem_haupt_des_zeus.jpg"><img class="size-full wp-image-7767" title="3_Athene_Geburt_aus_dem_Haupt_des_Zeus" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/12/3_athene_geburt_aus_dem_haupt_des_zeus.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Athenes Geburt aus dem Haupt des Zeus</p></div>
<p>Auch in der griechischen, eigentlich der hellenischen Mythologie finden wir den Muttermord, einmal in dem Schlangendrachentöter Apollon, dann in der Genealogie der griechischen Götter, wie Hesiod sie in seinem Lehrgedicht ca. 700 v. u. Z. beschreibt, aber auch in der griechischen Tragödie, der Orestie wie sie von dem Dichter Aeschylos 458 v. u. Z. festgehalten ist. Kein Wunder, denn Griechenland, dem in der patriarchalen Geschichtsschreibung ironischerweise das Attribut „Wiege der Demokratie“ zugeschrieben wird, bezieht sich schon im Namen auf den Sonnengott Helios, der manchmal auch mit dem Sonnengott Apollon gleichgesetzt wird. Der Legende nach war Apollons erste Tat die Tötung der Drachin Phyton in Delphi. Delphi bedeutet „Schoß oder Gebärmutter“ und es war das berühmteste Orakel Griechenlands, wo Mutter Erde als Göttin Gaia und ihre Schlangendrachin Phyton kultisch verehrt wurden. Dieses Heiligtum wurde nach der Tötung der Drachenschlange durch Apollon selbst okkupiert. (Walker, 1995, Stichworte: Apollon und Delphi)</p>
<p>Hesiod setzt, wie wir bereits gesehen haben, in seinem berühmten Lehrgedicht „an den Anfang der Göttergeschichte weibliche Gottheiten: Nyx, die Göttin der Nacht, und die Erdgöttin Gaia, die Hesiod „Mutter aller Götter“ nennt. Doch diese Göttinnen des Anfangs werden in Hesiods theologischem System von männlichen Gottheiten überstrahlt, deren Macht vom Vater auf den Sohn übergeht; vom Himmelsgott Uranos an Kronos, den Gott der Zeit, und von ihm auf seinen Sohn Zeus, der zum Hochgott und Göttervater des Olymp proklamiert wird. Dafür hatte Zeus seine eigenen Vorfahren, das Titanengeschlecht, in einem mörderischen Kampf vernichtet und sich die Schöpferkraft und die „chthonischen“ (erdhaften) Mächte, die bis dahin vor allem in den Händen großer Göttinnen lagen, gewaltsam angeeignet. So verschlang Zeus die Weisheitsgöttin Metis, als sie mit ihrer Tochter Athene schwanger ging, um dann mit Hilfe von Hephaistos, als schädelspaltender Hebamme, die Göttin Athene als Kopfgeburt seinem Haupte entspringen zu lassen. Damit war ein Dreifaches geschehen:</p>
<p><em>„Erstens hatte Zeus die weibliche Weisheit annektiert, zweitens bewies er sich als gebärender Göttervater, und drittens stellte er damit die alte Ordnung buchstäblich auf den Kopf. War doch nach alter Überlieferung Athene mindestens 1000 Jahre vor Zeus eine Große Göttin auf dem griechischen Festland“&#8230;, analysiert Carola Meier- Seethaler die Beschreibungen des Hesiod. (Meier-Seethaler, 1993, S. 139)<br />
</em><br />
Zeus verschlingt die alte Weisheitsgöttin Metis und eignet sich dadurch die Fähigkeit an, die nur Müttern vorbehalten ist: Er gebiert Athene, allerdings durch den Kopf, da ihm natürlicherweise die lebensspendenden mütterlichen Organe fehlen. Diese Aneignung des weiblichen Geburtsaktes legt dann schließlich den endgültigen psychologischen Keim zur Rechtfertigung des Muttermords und der tabuisierten Verdrängung der kulturellen Mutterstufe. Während im Alten Griechenland, nach der alten Ordnung der Erinnyen, Muttermord die einzig ewig unsühnbare Sünde war, wird der Mord von Orest, der seine Mutter Klytämnestra tötet, in der Trilogie von Aeschylos 458 v. u. Z. durch einen Freispruch des Sohnes gerechtfertigt. Im letzten Teil der Orestie finden wir folgende Worte:</p>
<p><em>„Die man wohl Mutter heißt, ist des Gezeugten Zeugerin nicht, ist Amme nur des frisch gesetzten Keims. Es zeugt, der sie befruchtet; sie hütet Anvertrautes nur, dem Gut des Gastfreunds gleich… Ich gebe gleich Euch den Beweis, dass Vaterschaft auch ohne Mutter sein kann: Als lebendiges Zeugnis steht vor Euch die Tochter Zeus. Kein dunkler Schoß hat sie gebildet, und doch ist sie so herrlich geschaffen wie kein Götterkind“. (zit. in Meier-Seethaler, 1993, S. 140)<br />
</em><br />
Interessant ist die etymologische Ableitung der Worte zeugen oder auch Zeugnis von dem Namen des Gottes Zeus. Ab diesem Zeitpunkt, als Zeus die Herrschaft über das griechische Pantheon übernimmt, fällt die Mutterschaft unter den Tisch und der männliche Zeugungsakt rückt in den gesellschaftlichen Mittelpunkt. Ab sofort zählt nur noch die väterliche Abstammung, Frauen und insbesondere Mütter werden aus der politischen Öffentlichkeit gedrängt und mythologisch und spirituell ins Abseits gedrängt. Griechenland gilt als Wiege der Demokratie, als Beginn der Zivilisation, als Beginn von Vater Staat, alles bis heute hochgeachtete gesellschaftliche Attribute. Verdrängt und tabuisiert ist der, dieser neuen patriarchalen Lebensform zugrundeliegende Muttermord. Unsere scheinbar so hoch entwickelte Zivilisation ist auf dem Mord an der Mutter aufgebaut. Niemand soll dies registrieren. Deshalb wurden möglichst viele der darauf hindeutenden Spuren beseitigt. Aber ein solches ungeheuerliches Vergehen hinterlässt seine posttraumatischen Spuren, die wir an unseren Früchten erkennen können. C. G. Jung soll den Muttermord als die weltschöpferische Befreiung des männlichen Logos bezeichnet haben.</p>
<p><span style="color:#808080;">(Der Text „Der Muttermord“ entstammt Ausschnitten aus dem Buch von Kirsten Armbruster „<a href="http://www.edition-courage.de/" target="_blank"><span style="color:#808080;">Das Muttertabu oder der Beginn von Religion“,</span></a> 2010.)</span></p>
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		<pubDate>Sat, 03 Dec 2011 11:39:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
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		<title>Geschichte und Mythen entwirren</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Nov 2011 12:15:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigenleben]]></category>
		<category><![CDATA[Mythen und Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Planet Utopia]]></category>
		<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie ihr sicher schon alle bemerkt habt, haben wir in letzter Zeit nur wenige neue Artikel geschrieben, das liegt aber nicht daran, dass uns etwa die Ideen ausgegangen wären oder wir keine Lust mehr hätten&#8230; Das Gegenteil ist der Fall, &#8230; <a href="http://femininelesbians.wordpress.com/2011/11/19/geschichte-und-mythen-entwirren/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=femininelesbians.wordpress.com&amp;blog=4041522&amp;post=7681&amp;subd=femininelesbians&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/11/big_20100917143047.jpg"><img class="alignnone  wp-image-7682" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/11/big_20100917143047.jpg?w=576&#038;h=383" alt="" width="576" height="383" /></a></p>
<p>Wie ihr sicher schon alle bemerkt habt, haben wir in letzter Zeit nur wenige neue Artikel geschrieben, das liegt aber nicht daran, dass uns etwa die Ideen ausgegangen wären oder wir keine Lust mehr hätten&#8230; Das Gegenteil ist der Fall, denn auf einer anderen und privateren Kommunikationsplattform sind wir seit einiger Zeit dabei, diese ganzen Dualismen wie Mann-Frau, Hetero-Homo, Schwul-Lesbisch, Transfrau-Transmann ect. &#8211; nach und nach -historisch, mythologisch und auch biologisch etwas aufzudröseln. Und wir nähern uns auch den Konzepten von Ying und Yang oder Animus und Anima, also der Vorstellung von männlichen und weiblichen Anteilen und auch dem Phänomen des &#8222;Dritten Geschlechts&#8220; an- und warum dieses für Männer zutreffend ist, für Frauen aber weniger. (D. h. Heteronormativität aufbrechen hat bei Frauen nichts mit dem Aufweichen des zweiteiligen biologischen Geschlechtssystems zu tun, so nach dem Motto: auch Männer können Frauen/weiblich/gebärfähig sein, und wenn auch nur mit dem Gender, im Geiste.)</p>
<p>Dieser Erkenntnis-Dekonstruktionsprozess wurde ausgelöst, bzw. ist erst möglich geworden, da durch Zufall eine recht gemischte offene &#8222;Gruppe&#8220; von Frauen zustande gekommen ist, die sich ehrlich miteinander konfrontiert. D. h. wir sind unterschiedlich alt (26-65), haben verschiedene soziale Backgrounds und Berufe und auch mehrere Nationalitäten. Und wir treten miteinander, mit dem jeweiligen Anderssein der anderen Frau in Konflikt, begegnen uns ehrlich und spiegeln uns so im Frau-sein, also versuchen die Frage was ist eine &#8222;Frau&#8220; und was ist &#8222;Weiblichkeit&#8220; aus einer weiblichen Sicht zu sehen und vorläufig flexibel zu definieren. (D. h. Frau-sein ist zwar eine biologische Tatsache und unterscheidet sich vom Mann-sein, aber wie es sich jeweils äußert, ist flexibel/veränderbar sonst wäre es nämlich Biologismus.) Und diese Bereitschaft zum fruchtbaren Konflikt wird wiederum dadurch ermöglicht, dass zwischen uns allen eine Art erotisch-emotionale Begehrensfäden gesponnen sind, die die Gruppe zusammenhalten, das Interesse für die jeweiligen anderen entfachen und auch am Leben halten.</p>
<p>Es findet also eine sehr ehrliche und teilweise sehr schmerzhafte Auseinandersetzung zwischen Frauen statt, bei der Lebenslügen aufgedeckt werden und auch Traumata emporsteigen. Und da Lebenslügen und Traumata oft nicht nur Frauen-Einzelschicksale sind, sondern sich in ihnen auch historische-kulturelle Prozesse spiegeln oder mythologische Überlieferungen ausgagiert werden, können sie eben als Verständnisschlüssel für die Geschichte, Kultur und/oder Mythologie dienen. D. h. es ist dann so, als ob in der jeweiligen Frau eine Geschichtsepoche oder ein Mythos lebendig geworden sei, Geschichte &#8222;live&#8220;, Mythos nachgespielt. Z. B. wenn eine aus den USA stammende Frau im 21. Jh. noch eine Art romantische Frauenfreundschaft hat und man durch sie ein besseres Verständnis dafür bekommt, was diese Arten von Freundschaften eigentlich waren; und dass sie vielleicht gar nicht so asexuell waren wie immer angenommen. Oder wenn eine französische Frau Angst vor der Frauenliebe hat, weil sie u. a. denkt, dass alle lesbischen Frauen zügellosen Nutten wären, da in Frankreich bis heute noch die Ideen der (männlichen) Schriftsteller der Décadence wie Honoré de Balsac, Émile Zola, Pierre Louys oder Charles Baudelaire lebendig sind, die Frauen in ihren literarischen Werken so dargestellt haben, und deren &#8222;kulturelles Erbe&#8220; wir heute in den zahlreichen Lesbenpornos für Männer im Internet betrachten können. Und dann noch, dass deutsche Frauen oft Angst vor Weiblichkeit und Sinnlichkeit haben, weil sich hier eben das nationalsozialistische Frauenbild (zumindest bei den Älteren) teilweise erhalten hat.</p>
<p>Um sich den verschiedenen Themenbereichen von unterschiedlichen Seiten her anzunähern, haben wir jeweils Bilderalben mit Texten darunter erstellt, also so eine Art &#8222;Cluster&#8220;. Dieser Erkenntnis-Prozess erfordert von uns aber sehr viel Arbeitsenergie und er ist auch noch nicht abgeschlossen. Aber sobald wir wieder Land sehen oder sobald wir eine Idee haben, wie wir diese verschiedene &#8222;Cluster&#8220; hier auf den Blog in eine verständliche Textform übertragen können, werden wir wieder neue Artikel schreiben. Ich hoffe sehr bald ;)</p>
<p>Aber was sich jetzt schon überdeutlich abzeichnet, ist dass sowohl die homosexuell-lesbische Identität, als auch der ganze Bereich des Trans-, auf einer rein männlichen Geschichte/männlichen Bedürfnissen basiert und somit mit Frauen eher weniger zu tun hat. Und dass die homosexuelle Identität (also das so-sein einer Person und nicht nur ihre sexuelle Handlung) erst um das 18. Jh. herum entstanden ist, also just zu dem Zeitpunkt als Frauen langsam anfingen sich zu &#8222;emanzipieren&#8220;, d. h. immer mehr von ihnen die Möglichkeit bekamen (finanziell) unabhängig von Männern zu leben (Übergang der ständisch-agrarischen Gesellschaft zur bürgerlich-kapitalistischen, Aufklärung, Industrialisierung, Städtebildung ect.), und damit dann den Männern die Kontrolle über die Reproduktion (Kinder!) verlustigt zu gehen schien&#8230; Und auch immer klarer wird, dass Lesben- und Transmänner (also Frau zu Mann) die männliche Homosexuellengeschichte fast 1:1 übernommen haben/kopieren, ähnlich einem kleinem &#8222;Bruder&#8220;, der den &#8222;tollen Großen&#8220; bewundert und ihm nacheifern will oder auch wie Putzfrauen, die das geistigen Kabinett der Männer nach Feierabend dann auch betreten dürfen&#8230;</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/femininelesbians.wordpress.com/7681/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/femininelesbians.wordpress.com/7681/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/femininelesbians.wordpress.com/7681/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/femininelesbians.wordpress.com/7681/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/femininelesbians.wordpress.com/7681/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/femininelesbians.wordpress.com/7681/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/femininelesbians.wordpress.com/7681/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/femininelesbians.wordpress.com/7681/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/femininelesbians.wordpress.com/7681/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/femininelesbians.wordpress.com/7681/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/femininelesbians.wordpress.com/7681/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/femininelesbians.wordpress.com/7681/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/femininelesbians.wordpress.com/7681/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/femininelesbians.wordpress.com/7681/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=femininelesbians.wordpress.com&amp;blog=4041522&amp;post=7681&amp;subd=femininelesbians&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Romantische Liebe und Co.</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Oct 2011 10:50:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ava und Edam]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe und Erotik]]></category>
		<category><![CDATA[Planet Utopia]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der Frankfurter Buchmesse wird am 15. Oktober ein neues Buch mit dem Titel &#8222;Warum die Liebe weh tut&#8220; vorgestellt. Es behandelt ein für diesen Blog eher &#8222;uninteressantes&#8220; Thema, nämlich warum die (heterosexuelle) Liebe- also die zwischen Mann und Frau- &#8230; <a href="http://femininelesbians.wordpress.com/2011/10/13/romantische-liebe-und-co/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=femininelesbians.wordpress.com&amp;blog=4041522&amp;post=7637&amp;subd=femininelesbians&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/10/6237316320_c5284bb968_o.png"><img class="alignnone size-full wp-image-7639" title="6237316320_c5284bb968_o" src="http://femininelesbians.files.wordpress.com/2011/10/6237316320_c5284bb968_o.png?w=640" alt=""   /></a></p>
<p>Auf der Frankfurter Buchmesse wird am 15. Oktober ein neues Buch mit dem Titel &#8222;Warum die Liebe weh tut&#8220; vorgestellt. Es behandelt ein für diesen Blog eher &#8222;uninteressantes&#8220; Thema, nämlich warum die (heterosexuelle) Liebe- also die zwischen Mann und Frau- nicht mehr zu funktionieren scheint. Auf den ersten Blick scheint es nur ein weiteres unkritisches Selbsthilfebuch zu diesem zu Thema sein- aber in manchen Punkten geht es wohl darüber hinaus. (Unkritisch in dem Sinne, dass es der Leserin suggeriert, dass nur an ihr selbst liegt, wenn eine Liebesbeziehung nicht funktioniert und nicht etwa auch an dem gesellschaftlichen Liebeskonzept insgesamt.) Daher habe ich hier mal den zweiten Teil eines auf Spiegel online geführten Interviews reingestellt, und werde im Anschluss mir so ein paar eigenen Gedanken dazu machen.</p>
<p style="text-align:left;">Die Autorin, Eva Illouz, Jahrgang 1961, wurde in Marokko geboren, lebte und studierte in Paris und lehrt seit 2006 Soziologie und Anthropologie an der Hebräischen Universität Jerusalem. Und das Originalinterview findet ihr dann<a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,790592,00.html" target="_blank"> HIER.</a><strong></strong></p>
<p><strong><em>2. Teil: &#8222;Leidenschaft ist cool&#8220;</em></strong></p>
<p><em><strong>SPIEGEL ONLINE:</strong> Können Sie das ausführen?</em></p>
<p><em><strong>Illouz:</strong> Die Idee von Sex, der dem Vergnügen dient und nicht der Reproduktion, war extrem wichtig, sowohl politisch als auch moralisch. Aber wir sind noch einen Schritt weiter gegangen: Sexualität, sexuelle Attraktivität und sexuelle Erfahrung haben Männer und Frauen sehr eindimensional neu definiert. Sie stehen mittlerweile im Zentrum von Beziehungen. Gefühle gelten nur mehr als lästige, hinderliche Randelemente. Ich glaube, dass genau diese Form sexueller Freiheit zu einer neuen emotionalen Herrschaft von Männern über Frauen geführt hat.</em></p>
<p><em><strong>SPIEGEL ONLINE:</strong> In &#8222;Warum Liebe weh tut&#8220; haben Sie dafür folgende Erklärung: Die Männer agieren schlicht als emotionale Kapitalisten. Auf den Heiratsmärkten sind bindungswillige Frauen im Übermaß vorhanden &#8211; also machen die Männer ihre Bindungswilligkeit zum raren Gut. Das klingt ein bisschen nach dem Standardargument &#8222;Männern und Frauen sind eben von Natur aus verschieden&#8220;.</em></p>
<p><em><strong>Illouz:</strong> Ich denke, es ist genau andersherum. Die Moderne hat bestimmte Männer hervorgebracht &#8211; und wir ziehen nun Erklärungsmuster aus der Biologie heran, um das zu rechtfertigen. Dabei gibt es genug historische Beispiele für andere Formen von Männlichkeit. Im 19. Jahrhundert etwa war sie wesentlich durch Leidenschaft und den Willen zur Bindung definiert. Selbst wenn es eine Biologie der Geschlechter gäbe, könnte sie durch soziale Normen verändert werden. Genau diese Normen sollten wir diskutieren, nicht eine hypothetische &#8222;biologische Natur&#8220;. Die unterschiedliche Sexualität von Frauen und Männern ist ein Spiegel ihrer sozialen Stellung. Im Ernst, denken Sie darüber nach: Geben Sie den Frauen Macht und Geld, machen Sie sie zu Staatsführern, und lassen Sie die Männer in Konferenzen den Frauen den Kaffee servieren, ihre Kinder aufziehen und das Abendessen machen &#8211; dann wären die Männer diejenigen, die sich nach einer gefestigten, monogamen Beziehung sehnen.</em></p>
<p><em><strong>SPIEGEL ONLINE:</strong> Trotz allem haben Sie die Hoffnung auf &#8222;neue Formen leidenschaftlicher Liebe&#8220;. Am Schluss Ihres Buches klingen Sie, als bräuchten wir dafür eine Art Manifest. Was stünde darin?</em></p>
<p><em><strong>Illouz:</strong> Das erste Gebot dieses Manifests wäre: Es ist nicht uncool, die eigenen Werte und Grundsätze auch auf die Liebe anzuwenden. Schon bei Platon steht, wie jemand liebt, sei Ausdruck der Größe seines Charakters. Mein zweites Gebot wäre, dass Leidenschaft cool ist &#8211; nicht Distanziertheit. Bedürftigkeit gehört zu einer Liebesbeziehung dazu. Drittens ginge es darum, ein anderes Modell von Männlichkeit in den Vordergrund zu schieben.</em></p>
<p><em><strong>SPIEGEL ONLINE:</strong> An was für ein Modell von Männlichkeit denken Sie da?</em></p>
<p><em><strong>Illouz:</strong> Eines, bei dem Abhängigkeit, Verletzbarkeit und Leidenschaft zu einem &#8222;echten&#8220; Mann dazugehören. Eines, in dem wir das Verhältnis von Autonomie und Fürsorge neu formulieren.</em></p>
<p><em><strong>SPIEGEL ONLINE:</strong> Und was ist mit den Frauen?</em></p>
<p><em><strong>Illouz:</strong> Den Frauen möchte ich sagen: Macht euren Kinderwunsch nicht abhängig vom Wunsch nach romantischer Liebe. Wenn ihr Kinder wollt, bekommt sie allein &#8211; oder in einer Gemeinschaft mit anderen Frauen, die ebenfalls Kinder wollen. Oder mit Männern, die Kinder wollen, aber nicht eure Partner sind. Es braucht keine traditionelle Familienstruktur, um Kindern aufzuziehen. Ich glaube wirklich, dass Homosexuelle in vielem die Avantgarde der Gesellschaftsentwicklung bilden, etwa bei der Frage der Trennung von Elternschaft und sexuell-romantischen Beziehungen: Manchmal korrespondieren sie, manchmal nicht. Und wenn sie nicht korrespondieren, sollte man sie getrennt verfolgen. Ich glaube, wir werden in diese Richtung gehen. Wir sollten es.</em></p>
<p><em><strong>SPIEGEL ONLINE:</strong> Das ist ziemlich radikal.</em></p>
<p><em><strong>Illouz:</strong> Es ist eine Mischung. Im Grunde bin ich hypermodern und viktorianisch zugleich. Hypermodern, weil ich die Familie nicht als Ideal sehe, das es zu bewahren gilt. Und viktorianisch, weil ich trotzdem auf Werte und Charakter poche. Beim modernen Selbst geht es um Flexibilität. Nur: Wenn man gesellschaftliche Strukturen verändern will, braucht es Leute, die sich festlegen. Verbindlichkeit kann sich erst dann einstellen, wenn es feste Werte gibt.</em></p>
<p><em><strong>SPIEGEL ONLINE:</strong> Sie scheinen der dauernden Selbstbefragung nicht zu trauen.</em></p>
<p><em><strong>Illouz:</strong> Wenn wir nach innen schauen, sehen wir oft schlicht ungeheure Unordnung. Schwankende Gefühle, unklares Begehren und Wünsche, die miteinander in Konflikt stehen. Authentizität ist eine terroristische kulturelle Idee. Sie zwingt einen, nach der Quintessenz des eigenen Wesens zu suchen: Aber oft gibt es diese Quintessenz nicht. Gefühle, ebenso wie Menschen, sind Größen, die sich verändern.</em></p>
<p><em><strong>SPIEGEL ONLINE:</strong> Warum halten wir so unverdrossen an der Idee der romantischen Liebe fest?</em></p>
<p><em><strong>Illouz:</strong> Es gibt diese tiefe Sehnsucht danach, dass jemand die Einzigartigkeit unserer Existenz anerkennt. Und die Idee der Liebe ist auch deshalb so kostbar für uns, weil sie nicht eigennützig ist. Sie ist absichtslos, und genau das macht die Schönheit der Liebe aus.</em></p>
<p><em><strong>SPIEGEL ONLINE:</strong> Sie sind gegen jede Berechnung.</em></p>
<p><em><strong>Illouz:</strong> Ich bin ganz für Vernunft, aber ganz gegen Berechnung. Leidenschaft darf nicht von der Vernunft getrennt sein. Es ist grundfalsch, jemanden zu lieben, der einen nicht zurückliebt. Das Herz sollte keine Fehler machen.</em></p>
<p>Eva Illouz stellt also fest, dass Frauen sich nach (romantischer) Liebe und Beständigkeit in der Beziehung sehen, und Männer vorrangig Sex wollen. Sie argumentiert aber nicht damit, dass Männer und Frauen eben von Natur aus verschieden seien, sondern verweist auf das 19. Jahrhundert, auf das Viktorianische Zeitalter, die Zeit der romantischen Briefe, Blumen, Küsse und innigen Freundschaften. Zärtliche Busenfreundinnen und sich zugeneigte Männerfreunde. Ob diese Art von Bande auch zwischen Mann und Frau im größeren Ausmaß existiert haben bezweifle ich, höchstens in Ausnahmefällen und außerhalb der Ehe, diese in der gelebten Praxis wahrscheinlich eher eine gesellschaftlich arrangierte Lebens- und Wirtschafts- als Liebes-und Freundschaftsgemeinschaft geblieben war. Ich glaube da idealisiert die Autorin, projiziert etwas in die Vergangenheit hinein, was sie sich für die Zukunft wünschen würde. Das tiefe, innige und freundschaftliche Verhältnis von Mann und Frau, der fruchtbare Austausch zwischen zwei unterschiedlichen Individuen, der erst durch den Katalysator der Liebe ermöglicht wird. Das Wahrnehmen des Anderen in seinem &#8222;Anderssein&#8220;, anderes Leben, andere Erfahrungen, andere Standpunkte, der Austausch darüber wird verwendet eine Beziehung herzustellen, etwas gemeinsam zu bewirken in der Welt, sich gemeinsam weiterzuentwickeln. Der Sex als eine Möglichkeit von vielen für die Kommunikation, den ehrlichen Dialog.</p>
<p>Dieses Konzept orientierte sich wohl an der gleichgeschlechtlichen (Männer-) Freundschaft, die bis ins antike Griechenland zurückgeht. Platon, Aristoteles, das griechische Wort philia wird meistens mit Freundschaft übersetzt, bedeutet aber auch Liebe, auch eine Leidenschaftliche und Begehrende, aber nur unter Männern, denn Frauen wurden damals für minderwertig gehalten und daher für die Freundschaft und Liebe nicht geeignet. Nur der Sex und die Fortpflanzung blieb ihnen.</p>
<p>Im 18/19. Jahrhundert gab es dann neben der Männer- auch die<a href="http://femininelesbians.wordpress.com/2009/10/28/romantische-freundschaft-und-liebe-zwischen-frauen/" target="_blank"> romantische Frauenfreundschaft</a>, bis die Sexualwissenschaftler (Karl Heinrich Ulrichs, Havelock Ellis, Magnus Hirschfeld, Richard von Krafft-Ebing) sie erkannten, klassifizierten und zu pathologisieren begannen. Jede körperliche und emotionale Nähe zwischen den gleichen Geschlechtern wurde nun Homosexualität genannt und zerstörte nach und nach die Freundschaften und schuf stattdessen Angst, Schuldgefühle, Einsamkeit und ein seltsam primitiv anmutendes Beziehungskonzept: only Sex. Zurück in die soziale Steinzeit.</p>
<p>In einem gewissen Sinne war also im 19. Jahrhundert die &#8222;Heterosexualität&#8220; homosexueller, also an dem Konzept gleichgeschlechtlicher Freundschaft orientiert, und jetzt ist die &#8222;Homosexualität&#8220; heterosexueller, viel Sex als Zentrum der Beziehung und die Idee der &#8222;romantische Liebe&#8220; verschleiert dann die Kommunikationslosigkeit. (Jemand erkennt mich auch ohne Worte und dann sind wir für immer Eins.)</p>
<p>Der zweite interessante Aspekt in dem Interview ist, dass das Kinderbekommen und Erziehen nicht an die heterosexuelle-romantische-Mann-Frau-Liebe geknüpft sein muss, sondern z. B. auch in Gemeinschaften mit anderen Frauen vorstellbar ist. Die isolierende Kleinfamilie und hetero- oder homo romantische Monogamie sozusagen als Auslaufsmodell.</p>
<p>Fazit:<br />
Freundschaft, Liebe, Sex, Homo- Hetero-Männer-und/oder Frauenfreundschaften, romantische exklusive Liebe, Zweckgemeinschaften, (polyamoröse) Liebes-und/oder Freundschaftszusammenhänge (Geschlechterwechsel/Trans will ich hier nicht reinbringen, da ich sie persönlich für nicht innovativ halte). Es sind alles Kategorien über die man neu nachdenken muss und Liebe und Freundschaft sind nichts Feststehendes, sondern sehr flexible Gebilde, ein Kontinuum, ein in Beziehung treten mit einem anderen Wesen. Und nicht Sex (Steinzeit!) oder ein romatischer &#8222;Liebesegotrip&#8220; (Minne/Hohe Minne), sondern ehrliche Freundschaft sollte die Basis aller menschlichen Beziehungen sein. Und der &#8222;Liebesrausch&#8220;, das &#8222;unbändige, unerklärliche Begehren&#8220; ect lediglich ein Katalysator und ein Anreiz, damit man sich überwinden kann auf eine fremde Person, eine andere Frau/Frauen zuzugehen, um sich dann auf ihre Welt einzulassen,  jenseits der eigenen Welt und Ursprungsfamilie&#8230;neue soziale Bande schaffen&#8230;</p>
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