Noch im Jahre 1908 veröffentlichte ein amerikanisches Kindermagazin eine Geschichte, in der eine Jugendliche ihrer Schulkollegin ein Liebesgedicht widmet:
Meiner Liebe Stirne ist hoch und hell
Die windverwehte Locke kastanienfarben
Fällt sanft darüber Golden und Rot
Eine Aureole leuchtet über ihrem Kopf.
Die Augen strahlen klar und bernsteinfarben
Über den brauen Augen so golden,
Fallen saft die langen Schattenwimpern…
Oh, ganz blaß vor Neid die Rose wird
Die meine Lady an ihre Wange hält!…
Und aus reinster Freude gewänne sie ihre Farbe wieder
Wenn meine Lady sie küsste.Hätte die Autorin dies nach 1920 geschrieben, wäre sie schleunigst zu einem Psychoanalytiker gebracht und wegen Geisteskrankheit behandelt worden. Oder sie hätte zumindest ihre literarische Figur vom Blitz treffen lassen, um sie so von der stets gerechten Natur (und der Hilfe eines redlichen Heterosexuellen) für ihr Vergehen zu bestrafen. Viel wahrscheinlicher aber ist, dass nach den zwanziger Jahren eine literarische weibliche Figur kein derartiges Gedicht an eine andere literarische weibliche Figur mehr schrieb. Die Erörterung gleichgeschlechtlicher Liebe war zu der Zeit in den meisten populären, amerikanischen Zeitschriften zum Tabu geworden. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts aber behandelten triviale Erzählungen das Thema noch ohne Befangenheit und ohne das Bewusstsein, dass solche Beziehungen „krankhaft“ oder „unmoralisch“ sein könnten. Mit der Verbreitung dieser ursprünglich europäischen Haltung wurden solche Liebeserklärungen im Verlauf des folgenden Jahrzehnts auch in den Vereinigten Staaten verboten. Noch zu Beginn des Jahrhunderts aber publizierten Zeitschriften wie St. Nicholas. Ladies Home Journal und Harper’s die leidenschaftlichsten Liebesgeschichten zwischen Frauen. (…)
Quelle: „Köstlicher als die Liebe der Männer – romantische Freundschaft und Liebe zwischen Frauen von der Rennaissance bis heute“, Lillian Faderman, Deutsche Erstausgabe 1990, Eco-Verlag
Wie kam es aber dazu, dass etwas, was heute als unterdrückte und „bemitleidete“ Untergruppe abgetan wird, einstmals als völlig normal und vom Mainstream anerkannt existieren konnte?
Das Ende des 1.Weltkrieges, welches die wachsende Autonomie der Frau aufgrund der vielen im Krieg gefallenen Männer mit sich brachte, besiegelte auch das Ende einer über 300jährigen Epoche der sogenannten romantischen Freundschaften zwischen Frauen. Da Frauen nach dem Krieg immer mehr in die bis dahin hauptsächlich Männern vorbehaltene Berufswelt hineindrängten und die Liebesbeziehungen mit ihren Freundinnen nicht aufgaben, sondern sogar bekräftigten (mit der Unterstützung einer Freundin war die von hartem Konkurenzkampf geprägt und frauenfeindliche Berufswelt besser zu meistern als mit einem Ehemann, der dies nur wenig tolerierte …), sahen Männer ihre Vorherrschaft in der Welt und damit ihre Definition der Realität auf das erheblichste bedroht – die Gesellschaft drohte zu Gunsten der Frauen auseinander zu fallen. Denn bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts lebten Männer und Frauen in zwei getrennten und völlig unterschiedlichen Welten – die Geschlechter wurden getrennt aufgezogen, da man der Überzeugung war, dass Männer und Frauen zwei völlig unterschiedlichen Gattungen angehörten. Männer verkehrten beruflich mit Männern und es herrschte so gut wie keine Kommunikation zwischen den Geschlechtern. So hatten verheiratete Frauen zum größten Teil aus der oberen Mittelschicht viel Zeit um ihre romantischen Freundschaften zu pflegen und eine Art private/weibliche Gegenkultur zu der öffentlichen Männerkultur zu entwickeln. Da die Frau durch die Ehe (welche einem rein wirtschaftlichen Zweck diente) an den Mann gebunden war, dultete die Gesellschaft (platonische) Liebe zwischen Frauen (und zwischen Männern), so wie es auch heute noch im arabischen Raum der Fall ist. Diese Liebe wurde als eine höhere Seinsform angesehen und als Vorbild orientierte man sich an der planonischen Männerliebe der Griechen und Darstellungen von Männer- und auch Frauenliebe aus der Bibel.
Da im viktorianischen Zeitalter und noch lange danach Frauen eine eigenständige Sexualität abgesprochen wurde, man also die Existenz einer aktiv begehrende Frau für schlichtweg unmöglich hielt, wurde das Potential der romantischen Frauenfreundschaften für lange Zeit unterschätzt. So war es gesellschaftlich völlig normal und akzeptiert, dass Frauen in der Öffentlichkeit Händchen hielten, zusammen in einem Bett schliefen, sich küssten und Zärtlichkeiten miteinander austauschten. Man betrachtete dies mit einem Augenzwinkern auch als Vorspiel und Übung für die Ehe – in den Mädcheninternaten und Frauencolleges hatten bis zu 80% der Frauen Liebesbeziehungen mit anderen Frauen (die übriggebliebenen 20% waren Frauen, die aufgrund einer geringen Attraktivität oder schlechten Charaktereigenschaft als Freundin nicht so begehrt waren). Vor allem in England und Amerika blühte eine regelrechte Kultur der romantischen Freundschaft und beeinflusste auch stark die anglistische Literatur – Schriftstellerinnen wie Emily Dickinson oder die Bronte-Schwestern hatten romantische Freundinnen und widmeten ihnen zahlreiche Liebesgedichte. Lillian Faderman schreibt in ihrem Buch „Köstlicher als die Liebe der Männer – romantische Freundschaft und Liebe zwischen Frauen von der Renaissance bis heute:
[...] dass es fast ein Ding der Unmöglichkeit war, den Briefwechsel irgendeiner Frau des 19. Jahrhunderts zu untersuchen, ohne irgendwann in ihrem Leben auf eine leidenschaftliche Verbindung zu einer anderen Frau zu stoßen – und nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern ebenso in Großbritanien, Frankreich und Deutschland. Und weiter heißt es: In keiner fand sich auch nur die geringste Andeutung, dass die Frauen dies als ein Vergehen, eine Sünde empfanden oder eine solche Zuneigung als Anomalie betrachtet werden könnte. Ich entdeckte weiter, dass es an verschiedenen Orten und zu verschiednen Zeiten des 19. Jahrhunderts allgemein gebräuchliche Begriffe für Liebesbeziehungen zwischen Frauen gab: The Love of Kindred Spirits – Die Liebe der Seelengefährtinnen, Boston marriage – Boston-Ehe, und Sentimental Friends – empfindsame Freundschaft.
(Quelle: ebenso Lilian Faderman)
Diese Kultur lies sich bis in die Renaissance zurückverfolgen und vermutlich entstand sie zum ersten Mal unter Nonnen, die sich leidenschaftliche und erotisch konnotierte Liebesbriefe schrieben. Und es waren vor allem die Frauen der oberen Mittelschicht, die, da sie mit wohlhabenden Männern verheiratet waren und nicht selbst arbeiten mussten, genug Zeit dazu hatten, sich ihren Freundinnen zu widmen und mit ihnen neue Gedanken zur Emanzipation der Frau zu entwickeln. In den sogeannten Salon-Nachmittagen bekamen sie Zugang zu Kunst und Kultur – es wurden Schriftsteller und Dichter eingeladen, und sie wurden dadurch inspiriert selbst zu schreiben, entwickelten dadurch eine eigene weibliche Sprache und ein langsam von Männern unabhängig werdendes kulturelles Bewusstsein.
Mit dem Aufkommen der Sexualtheorien von Krafft-Ebing und Havelock Ellis um 1909 und später Siegmund Freud, wurde Frauenliebe benannt, auf die bloße Sexualität reduziert und als Krankheit pathologisiert. So fand der Ansatz/die Möglichkeit einer autonomen weiblichen Kultur (die Frau als ein vom Mann völlig unabhängiges Kulturwesen mit einer eigenen Sicht auf die Welt/Realität), die nach und während dem ersten Weltkrieg ein Zeitfenster zum entstehen gefunden hatte, schlagartig sein Ende. Was noch vor wenigen Jahren als gesellschaftlich völlig akzeptiert galt war zum Tabu geworden und als pervers deklariert. Der Glaube an die Psychoanalyse wurde zur neuen Religion/Form der Frauenunterdrückung und in dieser Zeit wurden die Kategorien Hetero- und Homosexualität überhaupt erst erfunden. Geschichten und Gedichte von Frauenliebe verschwanden innerhalb von wenigen Jahren aus den gängigen Frauenzeitschriften und nach dem Jahre 1909 konnte keine Frau einer anderen Frau offen ihre Zuneigung zeigen, ohne das sie fürchten musste des Lesbianismus verdächtigt zu werden. Die bereichernde romantische Freundschaft wurde im größten Teil des 20. Jahrhunderts als unmöglich betrachtet, da Liebe Sex ist, und Sex zwischen Frauen Lesbianismus und Lesbianismus eine Krankheit.
(In den Vereinigten Staaten dauerte die Kultur der romantischen Frauenfreundschaft übrigens noch bis in die 20er Jahre an, da man u.a. auf Grund der geographischen Distanz nicht so stark von der deutschen Ärzteschaft beeinflusst war.)
Und zu der Frage – die sich hier sicherlich die eine oder andere stellen wird - nämlich ob die Frauen damals auch Sex miteinander gehabt haben, denke ich, dass dies wohl gelegentlich auch vorkam. Doch leider gibt es dazu kaum Quellen anhand derer man es belegen könnte, da die meisten Frauen kaum die Möglichkeit hatten so offen und ehrlich über ihre Sexualität zu schreiben (und wohl darüber auch nicht so reflektierten). Offensichtlich erotisch ist aber die Sprache in den zahlreichen Gedichten, die sich romantische Freundinen schrieben und ich denke, dass die übertriebene Ausdrucksweise und das emotionale und spirituelle „sich Hineinsteigern“ auch Zeugnis einer nicht ausgelebten Sexualität waren…
Unser Fazit: Wenn vom Mann finanziell unabhängige (berufstätige) Frauen Liebesbeziehungen mit anderen Frauen leben und dann auch noch zusammen Sex haben, ist das eine Art Grenzüberschreitung zu einer neuen Seinsform. Dadurch wird endgültig die Barriere zwischen privater und öffentlicher Welt eingerissen und es können neue weibliche Hierarchien entstehen, die die alten Regeln des Patriarchats unterwandern. Frauen haben dann die Möglichkeit sich – sowohl im Beruf als auch im Privatleben - emotional und sexuell aufeinader bezogen zu unterstützen und die beiden Bereiche (der Öffentliche und der Private) werden daher nicht mehr so strikt voneinander getrennt sein und können irgendwann vielleicht ineinanderfließen.

Ich habe in Luise Puschs Blog einen interessanten Beitrag zum Thema der Romantischen Freundschaften gefunden:
„[...] Bei der beschwingten Arbeit an dem Buch stießen wir regelmäßig auf die Kultur des Smashing an amerikanischen Frauencolleges zwischen 1870 und 1920. Wir wissen ja, dass Mädchen und junge Frauen gerne für Mitschülerinnen und Lehrerinnen schwärmen, bevor unsere “heteronormative Kultur” (früher nannten wir es kurz und kräftig Heterror) es ihnen unerbittlich austreibt. Was aber an diesen amerikanischen Frauencolleges betrieben wurde, hatte Methode, Stil und großes Format. In der Studentenzeitung von Yale stand 1873 darüber zu lesen:
Wenn eine Vassar-Studentin für eine andere schwärmt, beginnt sie umgehend, ihr regelmäßig Blumensträuße zu schicken, zwischendurch pastellfarbene Briefchen, geheimnisvolle Päckchen von „Ridleys vermischten Süßigkeiten“, vielleicht Haarlocken, und viele andere zärtliche Angebinde, bis das Objekt ihrer Aufmerksamkeit eingefangen ist, die beiden unzertrennlich sind und die Angreiferin von ihrem Kreis als „smashed“ angesehen wird.
Manche Lehrerinnen waren von der Smashing-Kultur nicht eben begeistert: „Es hielt die Mädchen vom Studieren ab, manchmal geriet ein Mädchen dadurch Jahr um Jahr in Rückstand. [...] Wenn die Schwärmerei gegenseitig ist, monopolisieren sie einander und ‚löffeln’ andauernd, schlafen zusammen und liegen die ganze Nacht wach und sprechen miteinander, statt schlafen zu gehen.“ (Alice Stone Blackwell (1857-1950), Schriftstellerin und Feministin, im Jahre 1882. “Löffeln” (spooning) bedeutet, eng aneinandergeschmiegt auf der Seite zu liegen, ähnlich wie Löffel in einem Besteckkasten.)
Wo ist die Smashing-Kultur geblieben? Die Schwärmerei junger Mädchen und Frauen wird heute beizeiten in die rechten Bahnen gezwängt. Der Film Mädchen in Uniform zeigte 1931 und im Remake 1957 mit Romy Schneider und Lilli Palmer, wohin das “ungesunde Schwärmen” für die Geschlechtsgenossinnen führt: Geradewegs in den Selbstmord.
Mädchen und Frauen sollen gefälligst für Jungen und Männer schwärmen. Inbegriff des heutigen Mädchenschwarms sind Boy Groups wie Tokio Hotel. Und “Frauenschwarm” ist eine Bezeichnung für Männer wie Brad Pitt, George Clooney oder Richard Gere, früher Gary Cooper und Cary Grant, noch früher der Urtyp Rudolph Valentino, sozusagen die Mutter aller Frauenschwärme.[...]
Wer den ganzen Text lesen will, klicke hier:
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/comments/frauenschwarm-maennerschwarm-und-bienenschwarm/
P.S.: Aber natürlich merkt man zum Schluss (dem Fazit) – bei ihrer Bemerkung über die Birkenstockschuhe- ihrem Text/der Glosse leider an, dass es sich bei Luise Pusch um eine (offizielle) Lesbe handelt, die im Anti verhaften geblieben ist, sich von anderen Frauen dadurch abgrenzt, bzw./oder Komplexe vor attraktiven Frauen schiebt. Sie hat ein Sammelband über Frauen herausgegeben, die romantische Freundschaften hatten. Aber es waren vorwiegend eben die attraktiven/anziehenden/charaktervollen Frauen, die solche Beziehungen geführt haben. Nicht die „Übriggebliebenen“, wie es heute oftmals den Anschein hat. Und dieses Thema für sich zu vereinnahmen – und dann gleichzeitig über „Modetussis“ ect. abkacken ist doch sehr verlogen. Sie (Luise) setzt sich den Frauen gegenüber dann als Mann, der über die „Weiber“ lästert- und dennoch von ihnen irgendwie nicht wegkommt. Das nenne ich mal voll in die patriarchale Falle getappt! Gratulation.
also ich muss sagen… ich war ja zeitweise in einer reinen mädchenschule eingeschrieben… und da gab es ähnliches zu beobachten und zu erleben wie oben bei den amerikanischen colleges beschrieben… ist natürlich zu bedenken, dass sich die mädchen nur auf andere mädchen konzentriert haben, weil ja keine jungs in unmittelbarer umgebung waren. aber ansonsten wirklich sehr ähnlich. vielleicht nicht ganz so krass mit vielen blumen usw., aber briefchen und kleine andere geschenke kamen durchaus auch mal vor. natürlich nicht bei allen schülerinnen, aber es war doch öfter zu beobachten! mir selbst ging es ähnlich und es war einfach eine sehr, sehr aufregende, schöne zeit damals.
@claudia
Da hast du wohl recht das sie sich in ihrer Anti Positon wiederrum doch den Männern widmet.
Aber ich bin mir sicher das es nicht von ihr beabsichtigt ist, sondern einfach nur das gesammte Gefüge einer Gesellschaft, die eben eine reine Männerstruktur ist.
Also ich kann mich während meiner Schulzeit und auch jetzt noch in der Ausbildung daran erinnern das diese Smashing Kultur heute eher versteckt abläuft bzw. unterschwellig aber doch offensichtlich.
In meiner Klasse habe ich ein Pärchen, wobei die richtig zusammen sind aber verteckt und nicht offiziel.
Und ich selber habe immer außerhalb der Schule solche Erfahrungen gemacht. Wobei ich schon auch in Lehrerinnen und auch seltener in Mitschülerinnen verliebt war.
Also da war es dann tatsächlich so das die älteren Frauen für mich doch interessanter waren.
Also die Smashing Kultur von heute ist versteckt und offensichtilich es wird nicht darüber geredet aber bemerken tun es doch irgendwie viele.
Und ja es stimmt schon, dass alles dazu gemacht wird und die gesammte Medienwelt meistens darauf ausgerichtet ist, dass Frauen den George Cloney oder Tokio Hotel oder sonstige Männer anhimmeln sollen.
Aber du weißt ja deshalb gibt es die Begrüßung im Süden ja auch noch Grüß Gott=….Also mehr muss ich da ja nicht sagen. Und auch dort wo es diese Begrüßung nicht gibt, zählt immer wieder das Selbe Prinzip.
Frauen haben gefälligst den Mann anzuhimmeln.
@claudia
In allen Schulen die ich besuchte/e war und ist das noch so, dass alle Frau plus Mann Beziehungen aktzeptiert und öffentlich auch erzählt wurden und sichtbar waren und sind.
Außer die, die es nicht mitteilen wollen.
Auch schwule Männer Beziehungen sind offen vor der Klasse ausgelebt worden, daran kann ich mich gut erinnern. Aber Frauenliebe habe ich bisher immer nur versteckt mitbekommen.
In meiner Schule haben wir das auch gemacht, klar, eher verdeckt, aber meine freundin und ich, das war schon so – nur, ich hatte ein schlechtes Gewissen ,weil ich immer dachte: eigentlich solltest du dir eins der männlichen Klassenmitglieder aussuchen, nur – na ja, kein Vergleich…
Ja ja, der Heterror (witziges wort, hab ich heute hier gelernt)
@claudia
Damit hat sich nichts verändert, denn es ist immer das Selbe Prinzip. Und so wie du es gesagt hast, Frauen sollen auch möglichst unsichtbar bleiben. Und wenn sie sichtbar werden, dann nur so das Mann was davon hat.
Und warscheinlich ist es Biologisch auch so begründbar, dass Mann dann sich mehr verstreuen kann, sich mehr Verteilen kann – sowohl Vermehrungstechnisch als auch Machtmäßig in dem Sinne von dem Philosophischen Abschnitt den du mal gepostet hast, der Text von Faucoult in dem es um Macht geht.
Ein interessanter Artikel von Frau Pusch. Sorry, aber ich kann hier die unter P.S. äusserst negative Definierung von Claudia nicht nachvollziehen.
Was soll denn diese Einschätzung, Luise setzt sich den Frauen gegenüber als Mann, der über die Weiber lästert ..? und ist im Anti verhaftet? Was ist eine offizielle Lesbe?
Ich finde den Kommentar von Claudia ziemlich abschätzend gegenüber einer gestandenen Feministin und völlig daneben.
Ich habe den Kommentar ja auch nicht auf ihrer, sondern auf meiner Seite gemacht. Und das Lesben (Generation 40 +) meistens unsinnlich (=im Anti verhaftet) und oft auch kerlig sind, davon kann ich leider ein langes Lied von singen. Und den Rest (z.B. die Symbolik der Birkenstocks) habe ich schon unter ihrem Artikel erklärt, oder eben bitte mehr Texte auf dieser Seite hier lesen.
@Fraulenzen
Dein Name ist lustig erinnert mich an Faulenzen.
@ Claudia
Lesben Generation 4o + unsinnlich, kerlig – welches Männerklischee verbreitest du denn da? Kennst du Frau Pusch?
Eine Frau mit Herz und Köpfchen ! Und die Feministinnen, Lesben dieser Generation, die ich z.B. kenne, haben weitaus mehr Intellekt als so manche Besserwisserin.
Das ist kein Männerklischee, das ist eine von mir (leidvoll) beobachtete/erlebte Tatsache.
@claudia
Das ist schon oftmals zu beobachten leider!
Und im Anti verhaftet gehört ja zum Rollenspiel, so wie das mit dem Feminismus auch.
@Fraulenzen
Also ich verstehe das du dich darüber ärgerst, dass es unterschiedliche Meinungen gibt und die Frau Pusch ist in deinen Augen einfach eine frauliche und „weibliche“ Person und ein interessanter Mensch.
Und als Mensch möchte ich ihr auch nichts zuweisen, denn ich kenne Sie nicht und sie kann ein freundlicher Mensch sein. Also Claudia berichtet auch von vielen Frauen die jünger oder älter und sehr attraktiv sind.
Das es natürlich eine individuelle Ansichtssache ist, wer wenn wie sieht ist vollkommend verständlich!
Aber selbst ich gestehe mir selber zu noch ein absolut noch zu entwickelndes Wesen bin sowie von meinem Geschlecht her als wie von meinem Charakter her.
Da keine Frauenkultur existiert, mag es vereinzelnde Gruppen und sonstige Ausnahmen geben.
Aber die Welt ist eine Männerwelt. Und somit auch Begriffe und die darunter zu verstehenden Rollen alle männlich.
Also auch Rollenlose Rollen sind auf biologischer Basis leider trozdem dem Mann gewidmet.
Aber ganz besonders können Frauen nur eine eigene Kultur bilden in dem sie ihre Frauenseelen verbinden und vereinen und Frauenliebende Frauen Ihre Liebe leben.
die Frauen die gerne mit Männern zusammensein möchten können das ja machen.
Aber es muss eine absolute selbstverständliche Freiheit existieren.
Und das ist nicht so und es brauch dann kein feminismus oder sonstiger EmaNNzipatorischer Rollen.
@fraulenzen
Das witzige ist eigentlich ist alles kerlig.
@ Claudia
Tut mir leid, aber mit Deinen weiteren `kerligen` Formulierungen, wie `.. Modetussis – abkacken ` kann ich auch nichts anfangen.
Ich empfinde deine pauschale Aussage, die Lesben-Generation 4o + sei unsinnlich und kerlig , beleidigend für alle Lesben und Deine Vorwürfe gegenüber einer Feministin, wie Frau Pusch , deplaziert.
Eigentlich müsstest du dich bei ihr dafür entschuldigen. Mehr möchte ich dazu nicht mehr sagen.
Das ist keine pauschale Aussage, das ist eine Tatsache. Ich kenne zich feminine, höchst attraktive Frauen in meinem Alter (44 und älter), die bei dem Wort „Lesbe“ einen regelrechten Horror kriegen. Denn wenn es noch so was wie Romantische Freundschaften gäbe, wäre sie eigentlich frauenliebend geworden. Aber so haben sie sich Männern zugewand (und suchen bis in alle Ewigkeiten nach dem perfekten „romantischen Freund“), und es entstand eine Trennung von Frauen, so nach dem Motto: Alle, die gut aussehen und gesellschaftskompatibel sind habe sich gefälligst den Männern zu widmen. Der übriggebleibene Rest kann dann machen was er will. Und das ist nämlich gezielter Heterror, Heteropropaganda und entstand just zu dem Zeitpunkt als die Frauen im großen Ausmaße (ökonomisch) unabhängig vom Mann leben konnten und daher die ernsthafte Gefahr bestand, dass sie ihnen abhanden kommen, bzw. er seine Macht über sie verliert.
Und wer nicht versteht was ich mit einer „ofiziellen Lesbe = geouteten, der Szene zugehörigen, in dieser Identität lebenden“ meine, der schaue sich mal bitte das an:
http://www.l-talk.de/wp-content/uploads/2009/10/lesenacht1.jpg
(Eine Organisatorin der lesbisch-schwulen Lesenacht bei der Buchmesse)
Alles klar?! Und das ist keine exotische Aussmahme, sondern leider allzu oft eher gutes Mittelfeld.
Und war mal in Berlin auf einer 40+ Lesbenparty. War echt eine Gruselveranstaltung.
@Fraulenzen
Also die ganze Welt ist Kerlig strukturiert sowohl der Begriff Modetussis wie auch der Begriff Feminismus.
Auch die Sprache ist alles oftmals Manngeprägt.
Ich finde es nicht schlimm sonst, könnte ich mich nicht mit dir unterhalten. Aber wie wäre die Sprache und Kultur einer Frauenkultur?
Und ich spreche hier nicht von besser oder schlechter!
Weißt du es erinnert mich wieder an das Bild des Krabbenkorbes was Claudia mal so wunderschön erzählt hat.
@ natalie – auch wenn die ganze welt – wie du schreibst – kerlig strukturiert ist – dann muss ich mich als feministin nicht auch noch in diese kerlige, sprich frauenabwertende sprache einfügen und sie weitertragen.
Übrigens kann ich dir die bücher empfehlen von Luise F. Pusch, die sich schon als linguistin und feministin seit über 3o jahren mit dem deutsch als männersprache befasst hat.
Ansonsten stufe ich die kerligen und misogynen bemerkungen von claudia zu lesben 4o + als rassistisch ein. Auch unter dem begriff `feminin ` verstehe ich etwas anderes als ` schönes ` aussehen.
Was ihr hier macht, trennt die menschen in zwei klassen „die schönen und die weniger schönen“ – das ist hässlich und abzulehnen und hat nichts mit lesbischer kultur und der menschlichen stärke des lesbischseins zu tun.
Rassistisch? Sind denn kerlige, oder unattraktive wie du es bezeichnest, Lesben eine andere Rasse!? Drittes Geschlecht oder so, nach den Theorien von dem ollen Magnus Hirschfeld. Hier übrigens ein sehr interessanter Artikel dazu: http://femininelesbians.wordpress.com/2008/09/20/ausbeutung-von-intersexuellen/
Denn meine Bemerkungen sind, wenn schon dann diskriminierend. Soll doch alles seine Richtigkeit haben, nä ;-)
@fraulenzen
Verstehst du denn nicht das Wort Feministin und alle Wörter, alles ist aus der gleichen Mannstruktur.
Selbst die Wörter, die ich hier verwende. Auch das Wort Lesbisch usw. sind nur Hilfsworte. Abgesehen davon habe ich leider oftmals die Erfahrung machen müssen, dass das äußere Bild des Menschen auch dem Innerem enspricht. Und ich habe traurige Entäuschungen erlebt, als ich dachte, das Außere wäre unwichtig. Das dazu.
Und das der Arsch Magnus Hirschfeld Menschenversuche an anderen gemacht hat, das wird bis heute verschwiegen. Aber weil er für die Schwule Männerwelt ist, hat das dann keine Bedeutung mehr. Denn Mensch ist eben Mann.
Noch einmal:
Es geht mir hier u.a. um Claudias misogyne haltung gegenüber Lesben 40 + .
Eine lesbenparty 40 + als gruselveranstaltung zu bezeichnen , ist schon starker tobak. Hier geht es letztendlich um menschen .
Diese allgemeine klischeevorstellung über lesben kommt mir übrigens sehr bekannt vor . Männer, heteras und bi-frauen bedienen sich hier vornehmlich zwecks abwertung.
Hier ein link zum lesbischen herbst – da kann frau in ihrer abwertenden beurteilung gegenüber lesben noch eine menge dazu lernen. Ansonsten werde ich diesen sog. `feminine lesbians – blog ` weder in der community verlinken noch einer lesbe weiterempfehlen.
http://www.lesbischerherbst.de/
@Fraulenzen,
überleg mal warum die Bi-Frauen ein solches Bedürfnis haben sich von Lesben abzugrenzen? Weil Lesben ja so toll und schick sind und man sich so gut mit ihnen identifizieren kann? Wohl kaum… Ich habe mich vor einigen Jahren übrigens auch als bi bezeichnet, obwohl ich nie etwas ernstes mit Männern hatte und diese in meiner Gedankenwelt kaum vorkamen. Ich wollte einfach nicht mit dem in Verbindung gebracht werden, was man heute oft noch unter dem Label „lesbisch“ assoziiert (maskulin, butch/femme, unattraktiv, übergewichtig oder übriggeblieben usw.).
Das lesbische Frauenbild was in den letzten Jahrzehnten vor allem in der älteren Generation (ca. 45-60) gelebt und propagiert wurde ist für „normale“ frauenliebende Frauen der reinste Horrortrip und hat wahrscheinlich zahlreiche Frauen in den Alkoholismus, Selbstmord oder in die Ehe getrieben. Warum ist es so gekommen? Warum konnte man z.B. nicht an die lesbische Kultur der 20er und 30er Jahre anknüpfen, die von krassen Frauen wie Djuna Barnes, Natalie Barney, Marlene Dietrich, Greta Garbo, Mercedes de Acosta usw. geprägt war?
Hast Du meinen Text über die romantischen Freundschaften eigentlich gelesen? Wenn nicht – hole es mal nach und dann wird dir auch klar werden, dass die Lesben einfach die pathologisierten Lesbenbilder der deutschen Ärzteschaft in Ermangelung anderer Rollen übernommen haben.
Lesben sind eben auch nur Frauen, die das herrschende System der Männer nachmachen und dann bis aufs Blut verteidigen.
Ich finde es schwierig, denn in gewisser Hinsicht habt ihr beiden recht.
Fraulenzen, ich habe auch selber schon erlebt, dass frau als einigermaßen hübsch anzusehendes und sich in weiblicher Aufmachung befindendes Wesen in der „Community“ eher nicht akzeptiert wird. Ich bin da ein paarmal hin, dann dachte ich dass die alle – also, zumindest komisch sind.
Und ich denke, dass es haufenweise Frauen so geht, dass sie sich mit den Szenefrauen (die sind echt eher kerlig) nicht identifizieren können und wollen.
Es gab schon eine Zeit, in der es politisch nicht korrekt war, wenn Frauen auf ihr äußeres Erscheinungsbild wert gelegt haben. Und das prägt bis heute und trägt zu dem Problem bei, das feminine Lesben haben (unsichtbar/nicht erstgenommem..)
Natürlich ist es nicht schön, kerlige Lesben 40+ zu beschimpfen. Ich finde aber ein Forum wie dieses hier, dass sich der Ansichten femininer Lesben annimmt und – nicht nur dazu – wirklich interessante Artikel bringt auch wichtig.
So, extrem negative Kommentare zu diesem Thema hier möchte ich eigentlich nicht mehr weiter freischalten (und habe auch einige dem Papierkorb anvertraut). Sie bringen eine destruktive Energie rein und liefern uns außerdem auch keine neuen Erkenntnisse. Viel lieber sollten wir uns mal darüber Gedanken machen, wie und warum es der deutschen Ärtzteschaft gelungen war (und das weltweit!), die romantischen Frauenfreundschaften zu pathologisieren und das Bild der „Lesbe“ als abartig und vermännlicht so zu etablieren. Und warum diese neugeschaffene Rolle von den Frauen selbst dann, wie schon Sophia geschrieben, leider allzuoft unhinterfragt übernommen wurde.
Es hat vielleicht auch was mit den zwei Weltkriege zu tun, in Folge derer eine gerade erblühende Frauenkultur unwiederruflich zerstört wurde. Und wer sich mehr mit der Rolle, die Sexologen in der Selbstdefinition von Homosexuellen spielen beschäftigen will, dem lege ich noch mal folgenden Artikel ans Herz:
* http://femininelesbians.wordpress.com/2008/09/20/ausbeutung-von-intersexuellen/
Es ist eine Art Petition, die wir in einem Intersexuellenformum (Inter, nicht Trans!) gefunden haben und beschreibt z. B. ganz gut wie diese Vorstellungen von „männlichen“ und „weiblichen“ Anteilen in einem gleichgeschlechtlich liebenden Menschen entstanden sind, oder wie sie bis heute (die Sexologen den 19. Jh.) Einfluss auf die Geschlechterpolitik haben, bis hin zu den Gendermainstreaming Vorgaben in der EU. Der Text ist etwas lang, aber es lohnt sich auf jeden Fall sich mit ihm mal intensiver zu befassen. Wir werden sicherlich in naher Zukunft auch noch den einen oder anderen Artikel zu dem Thema schreiben. Es ist aber nicht so einfach und wir müssen uns auch erst einmal mehr „schlaulesen“, orientieren und uns eine eigene Meinung bilden und die dann auch noch in verständliche Worte fassen.
*Ich weiß, ich habe ihn hier schon mal gepostet, aber doppelt hält besser ;-)