Schöne Frauen machen Männer dumm – lautete heute Morgen die Überschrift einer kurzen Zitungsnotiz in der Kategorie Vermischtes: Attraktive Frauen machen Männer dümmer. Das jedenfalls glauben Wissenschaftler der Radboud Universität im Niederländischen Nikmegen. Sie beobachteten die intellektuelle Leistungsfähigkeit von Studenten kurz nachdem sie mit besonders attraktiven Kommilitoninnen zusammengebracht wurden. Fazit: Ein Mann kann während und kurz nach der Begegnung mit einer schönen Frau nicht klar denken. Für Frauen galt das ungekehrt nicht, sagt der Sozialpsychologe Johan Karremanns. Die Versuchspersonen seinen bei Begegnungen mit attraktiven Frauen „stark damit beschäftigt gewesen, Eindruck zu schinden“. Das habe vermutlich ihre geistige Leistungsfähigkeit erheblich in Anspruch genommen.
Aha - überlegte ich verwundert, wollen denn heterosexuelle Frauen bei attraktiven Männern keinen Eindruck schinden? Also ich will das bei Frauen schon und wenn ich einer (für mich) attraktiven Frau gegenüberstehe, bin ich auch nicht mehr gerade zu mathematischen Höchstleistungen fähig;) Komisch, komisch – aber wohlmöglich kann es auch daran liegen, dass die durchschnittliche männerliebende Frau kein so starkes Begehren hat, d. h. den Mann an sich gar nicht so richtig will? Jedenfalls scheint sie seine körperliche Anwesenheit nicht sonderlich aus der Fassung zu bringen, sie bleibt cool und gefasst. Was mich wundert, denn reden Frauen nicht dauernd über Männer, wie und wo sie den Traumprinzen finden können, ob sie ihm gefallen werden, wie sie sich für ihn Anziehen, Schminken und im Bett verhalten sollen und ob er gar familientauglich ist. Und über die Hochzeit, soll sie nicht angeblich der schönste Tag im Leben einer Frau sein? Ganz in Weiß und ein rauschendes Fest – und danach soll ER SIE mit seinen starken Armen über die Schwelle und in ein gemeinsam zu erleidendes Leben tragen. Undsoweiterundsofort.
Hm überlegte ich ein zweites Mal, vielleicht sehnen sich Frauen gar nicht so sehr nach dem realen Mann, seinem biologischen Körper, dem etwas rauen Geruch und der greifbaren Gegenwart, sondern nur nach einer Art Fiktion von ihm? Sie schätzen wohl seine (immer noch) bessere gesellschaftliche Position und die sichere Rolle, die sie selbst durch ihn bekommen (Ehe, Familie, Kinder). Aber ihn selbst? Begehren sie ihn wirklich? Und als ich ein drittes Mal nachdachte, fiel mir eine Untersuchung ein, die neulich mal veröffentlicht wurde. Eine nicht unerhebliche Anzahl von lesbisch und heterosexuell lebenden/liebenden Frauen wurde dort befragt und miteinander verglichen. Fazit: Den einzigen markanten Unterschied, den sie zwischen den beiden Gruppen feststellen konnten war, dass die lesbisch/frauenliebend lebenden Frauen ein „wesentlich schärferes emotionales Profil“ aufwiesen. Sie begehren also stärker.
Und da schließt sich der Kreis zu meinen eigenen Beobachtungen und Lebenserfahrungen nämlich das Frauen, die eine starke (sexuelle) Lebensenergie haben und damit Frau bleiben wollen sehr oft auch zu Frauen hintendieren. Sie wollen ein Objekt besitzen, wie sie selbst eines sind, anfassen und angefasst werden, Sinnlichkeit, Wärme und seelische Verschmelzung erleben, ohne Angst haben zu müssen dabei sich selbst und ihre Identität zu verlieren. (Und die intensive Begegnung/das Zusammenleben von Mann und Frau ist fast immer mit einem Identitätsverlust verbunden, entweder für sie oder für ihn, meisten für sie. Man denke an die vielen Frauen, die im Alter ihrem Ehemann immer ähnlicher werden, beide kurzes graues Haar, Rucksack und Sportjacken, fast schon schwul) Ja und beinahe scheint es also, dass dieses „Mann will Frau“ nicht unbedingt umgedreht werden kann, die Frau will nämlich sehr oft nicht den Mann, was sie aber dann will, weiß sie leider auch nicht so genau. Fehlendes Begehren eben.
P.S.: Hier habe ich übrigens ein sehr interessantes Beispiel dafür gefunden, wie das (sexuelle) Begehren einer heterosexuellen Frau aussehen kann:
Dianne`s Erotisches Es ist ein Blog und sie, Dianne die Autorin, beschreibt darin sehr ehrlich ihre sexuellen Begegnungen mit Männern. Und fast ein wenig schwul, denn sie wird sehr stark in seine körperlich männliche Welt hineingerissen, lässt sich komplett darauf ein, wird sein bester Kumpel und verliert auch ein wenig ihre eigene Identität und Welt. (So erschein es mir jedenfalls) Sie ist sozusagen das genaue Gegenteil von einer „Tussi“, die ihre Weiblichkeit/die feminine Inszenierung auf die Spitze treibt – wohl als Ausgleich für die raue MännerKörperWelt in der sie als heterosexuelle Frau leben muss.
@claudia
das mit dem alten pärchen ist mir auch schon oft aufgefallen aber ich habe da nie diese verbindung gemacht aber es kann gut sein das du recht hast.
aber ich will nicht verallgemeinern es wird wohl alles geben.ich bin mir aber sehr sicher das es bestimmt viel viel mehr frauenliebende frauen gibt!!
das finde ich interessant was du erzählst das frauenliende frauen stärker begehren.
da es aber immer alles gibt möchte ich auch das nicht verallgemeinern.aber weil viele frauen garnicht die möglichkeit kennen auch frauen zu begehren weil es eben nur in dem rahmen aktzeptiert wird das maNN was davon haben muss ist es sehr traurig das viele frauen garnicht die möglichkeit haben frauen zu lieben.
frauenliebe das was nicht existieren darf bzw.in den allermeisten fällen meiner erfahrung nach eher fast
nur versteckt existieren darf das ist sehr traurig!
@claudiaalso mir hat es eher nur probleme gemacht mich anderen menschen zu diesem thema mitzuteilen.deshalb sehe ich es ähnlich „frohe weinachten“und meinen teil denke ich mir eben dazu ohne was zu sagen!klar ist es auch heidnisches fest mit was auch seine angenehmen seiten hat aber trozdem mag ichs nicht mehrobwohl dieses thema ein anderes ist sehe es nur als ein beispiel dafür an einfach diplomatsich zu sein und was in den eigenen vier wänden geschieht muss niemand wissen und geht niemanden was an!mit wem frau zusammen in einer frauenliebesbeziehung ist ist privatsache und geht nur die zwei lebenspartnerinnen was an!und das es furchtbar ungerecht ist das andere heteros viele bissexuellen offener und aktzeptierter damit umgehen können und vorallem dürfen ist leider so.was willst du sonst tun?offen frauenliebend leben kann oft schwierigkeiten bringen.
@claudia
und mir geht es nicht umbedingt um das kommerziele bei weinachten sondern um die kernaussagen die auch sehr mit männerbünden zusammenhängen.
aber verändern kann nur jede einzelne was an sich und in kleinen kreisen es sei den es gibt eine möglichkeit im politischen aber selbst da stelle ich es mir schwierig vor.
weil das auch alles männer strukturiert ist.
wa meist du dazu?