Gestern bin ich mit meiner früheren Gesangslehrerin und ein paar von ihren Schülerinnen nach einem Konzert etwas trinken gewesen. Ich weiß nicht, ob es ein Phänomen ist, das speziell im konservativen Bereich des klassischen Gesangs vorkommt – aber mir fällt auf, dass besonders in meiner Generation (Frauen Anfang bis Mitte 20) fast alle plötzlich wieder sehr früh heiraten wollen. Gerade gestern eröffneten drei junge Frauen auf einmal meiner aus allen Wolken fallenden Lehrerin, dass sie nächstes Jahr gedenken in die Ehe einzutreten.
Liegt es daran, dass die berufliche Situation für junge Frauen immer unerträglicher und perspektivenloser geworden ist, dass so viele Frauen meinen, sie könnten dieses „Lebensproblem“ mit einer früh vollzogenen Ehe (plus eventuell Kinder) irgendwie umgehen? Gerade für meine Lehrerin, die jetzt Anfang 50 ist, war es ein riesiges Drama, als sie mit Anfang zwanzig ungewollt schwanger wurde und von ihrer Familie stark unter Druck gesetzt wurde, ihre Gesangskarriere für „das Wohl des Kindes“ aufzugeben – sie bekam Kinder und machte trotzdem eine Karriere, sie kämpfte diesen harten, aber richtigen Kampf des „Fraubleibens“ in der Männerwelt aus (sie hat eine hohe berufliche Position und ist trotzdem unglaublich weiblich geblieben).
Ich verstehe nicht, warum die Ehe plötzlich wieder so dermaßen idealisiert wird und warum die Frauen so unbewusst leichtfertige Entscheidungen fällen, die ihr gesamtes Leben betreffen werden. Ist es vielleicht so, dass wir uns wieder in einem Rückschritt befinden, was die Emanzipation der Frau betrifft? Vielleicht braucht es einen Rückschritt, damit festgefahrene Dinge/Strukturen wieder sichtbar werden – aber letztendlich scheint sich alles immer nur im Kreis zu drehen: Frauen entwickeln sich durch das Kinderkriegen nicht zu vollwertigen „Menschen“, solange ihnen in unserer Gesellschaft dies als einzige Möglichkeit angeboten wird, ihre weibliche Identität nicht vollständig zu Gunsten der nach männlichen Bedürfnissen ausgerichteten Welt zu verlieren. Solange die Arbeitswelt keine neuen Alternativen der weiblichen Selbstverwirklichung bietet (die im übrigen auch von Frauen kommen müssen), werden die meisten Frauen in der Berufswelt entweder zu geschlechtslosen „Pseudo-Männern“ mutieren, oder sich in eine Ehe flüchten und das brave gebärende Weibchen spielen.
Es ist mir auch schon auf gefallen irgendwie scheint es ein Trend dazu zugeben früh zu heiraten und dann schnellstmöglich schwanger zu werden.
Evtl. auch ein Trend hin zum Weg des geringsten Widerstandes.
Um sich ja nicht mit irgendwas auseinandersetzen zu müssen
und sei es mit sich selber.
Auch kenne ich einige die Heiraten nach knapp einem halben Jahr Partnerschaft
und haben noch nie zusammen in einer Wohnung gelebt.
(für mich nicht unbedingt nachvollziehbar)
Irgendwie suchen die einten fast nach einem Märchen von einer Prinzessin
die von ihrem Prinzen gerettet wird und glücklich bis an ihr Lebensende zusammen sind.
Weis nicht ob das ein Fluchtversuch vom Alltag ist oder das suchen nach der Romantik,
die in der Momentanen zeit wo Girls in Clubs einander Küssen nur um die Männer
auf sich Aufmerksam zu machen und sich so den Sexuellen wünschen der Männer beugen,
irgendwie verloren gegangen scheint.
Ich ende zwanzig bald dreißig werde auch oft von jüngeren Frauen angesprochen
ob ich dann nicht mal Heiraten und Kinder Kriegen will.
Und wen ich dann frage wieso ich den sollte habe ich bei den antworten das gefühlt
die seien nicht 10 Jahre jünger sondern älter und haben Torschuss Panik.
Wen ich aber gleich erwidere Nein wieso sollte ich Heiraten für mich stimmt
meine momentane Situation so wie sie ist schauen manche mich mit großen Augen
und Fragezeichen an.
Und können nicht nachvollziehen wieso ich lieber Arbeiten gehe und mein eigenes Geld verdiene wen man als Frau auch zuhause sein könnte mit Kindern und der Mann zur arbeit geht.
das habe ich auch schon erlebt das ich verwundert angeschaut wurde warum ich den keine kinder mit ende 20habe und nicht verheratet bin.
also es scheint sich von generation zu generation nicht wircklich was zu verändern schade:(
In meiner Generation und der dadrüber (ich bin 43) gibt es schon Frauen, die nie geheiratet haben und es auch bewusst nicht wollten. Aber es ist irgendwie so was wie eine Sackgasse geblieben, da es eben oft einfach nur Eisamkeit bedeutet, weil sich die gesellschaftlichen Strukturen drum herum nicht viel geändert haben. DH die der Arbeitswelt sind gleich geblieben, bzw haben sich eher noch verschärft, und es gibt kaum Alternativen für stabile und erfüllende menschliche Beziehungen außerhalb der heterosexuellen Ehe.
Und die 68ger Bewegung (die es versucht hat) war letztendlich auch nur ein Männderding, („wer zweimal mit dem Gleichen pennt, gehört schon zum Establishment“ war damals ein beliebter Spruch…) mit dem Männer versuchten möglichst viele Frauen abzukriegen. (Also eine Frau sollte künftig nicht mehr einem/dem Ehemann – sondern allen/dem Männerkollektiv gehören.)
Und dann natürlich der Feminismus. Von seinem, teilweise sehr radikalen und zu wirklichen Veränderung taugenden Gedankengut, ist kaum was übrig geblieben. Nur dieses Ema(n)zipationsding, von wegen Frauen sollen den gleichen Lohn, die gleiche Arbeit tun und überhaupt den Männern ganz gleich werden.
Ich denke, dass wegen dieser momentanen Perspektivenlosigkeit die junge Frauengeneration, die Ehe und traditionelle Frauenrolle wieder so idealisiert. Weil sie weder „Nutten“ für alle Männer sein wollen – noch zu einem beruflichen „Pseudomann“ mutieren. Beide Rollenmodelle sind ist fremdbestimmt, nur erkennen sie leider nicht, dass auch die Rolle der Ehefrau es ist….
Und: Ein „Zurück in der Geschichte“ ist nie die Lösung.
@she
du bestätigst mich ja sehr viele frauen beugen sich entweder bewusst oder unbewusst den wünschen der männer in einer so „freien“meterosexuelen queeren pansexuelen bisexuellen gesellschaft.
hauptsache MANN hat was davon.
den pure ausschliesliche liebesbeziehungen zwischen frau und frau die sind nicht aktzeptiert denn da hat der Mann ja nichts davon.
ja es ist ein kreisllauf jetzt wo alles so „frei“ist und kein heiratszwang und die frauen zum aufgeilen und um die wünsche der männer zu entsprechen vor ihnen rumknutschen in clubs damit auch ein bild vom lesbisch sein entstehen kann nähmlich das wa sin den heteropornos dargestellt wird zwei frauen machen rum und dann kommt der mann den ohne ihn gibt es keine sexualität in einer männerwelt.
und weil wir alle nicht mehr heiraten müssen und männer auch gerne rollen tauschen und verdrehen und frauen auch dann können die frauen eben wieder heiraten.
alles im endefekt das selbe spiel den die rollen bestehen immer noch egal ob verdreht alles in der männermachtwelt die kein ende hat solange alle frauen mitspielen und mit männern ins bett gehen.
@claudia
genau das spüre ich auch das sich die strukturen drum herum nicht viel verändert haben.
ich bin zwar im vergleich zu dir eine junge frau noch aber anfang 40ist auch noch jung finde ich aber eben viel erfahrener und in einem anderem lebensabschnitt!
ich finde die 68bewegung auch eine sehr egoistische männer bewegung und ganz am rande eine frauenbewegung bzw. emaNNzipation..
ja die frau soll zum mann mutieren genauso denken die selbe arbeit verrichten und auch streuen oder eben besitz eines mannes sein hauptsachen der mann hat was davon.das ist bis heute so!
@ natalie: Naja die 68er Generation bin ich auch nicht, bin ja erst 65 geboren ;) Aber ich kenne einige Frauen so Mitte 50, die wesentlich selbstbewusster und mehr an der Welt interessiert erscheinen als Frauen um die 20. Sie machen sie auch Gedanken um alternative Lebensfomen und sie kennen auch noch von ihren Müttern – und das ist glaub ich der Hauptgrund – die Gefahren, die Frauen durch die traditiollen Rollen so drohen. Aber von ihnen kommen eben keine neuen Ideen mehr, wie auch, die müssen von den jungen Frauen kommen, sie sind die neue Generation und haben noch genügend (lebens) kraft.
@natalie: Das mit den lesbischen rumknutschen in Clubs um Männer anzumachen finde ich auch ziemlich erniedrigend. Und vor allem klaut es mal wieder den wirklich frauenliebenden Frauen die Identität. Wie die kerligen Lesben, denn es gibt immer nur zwei „Rollenvorbilder“: Wenn du es ernst meinst mit der frauenliebe musst du zu einer kerligen/queer/schwulen Lesbe mutieren – wenn nicht, dann hast du in jungen Jahre die „Freiheit“ in aller Öffentlichkeit mit anderen Frauen rumzumachen, aber Männer darfst du da natürlich nicht ausschließen.
Das gab es übriges früher auch schon, habe bei Simone de Beauvoir folgendens über a) die Kerligen und b) die Männerscharfmacherin gefunden:
a) [...] Sie vekehren nur untereinander. Sie bilden eine Art von Klub, um damit zum Asdruck zu bringen, dass sie weder gesellschaftlich noch sexuell auf Männer angewiesen sind. Von da an ist kein weiter Weg mehr zu unnützen Großsprechereien und allem möglichem affektiertem Getue. Zunächst spielt die Lesbierin mit dem Gedanken, sie sei ein Mann. Dann wird ihr Dasein als Lesbierin selbst zu einem Spiel. Die Travestie, die Verkleidung wird zu einer Livree. Unter dem Vorwand, sich der Unterdrückung des Mannes zu entziehen, macht sich die Frau zur Sklavin ihrer Persönlichkeit. In ihrer Situation als Frau hat sie sich nicht einschließen wollen, nun macht sie sich zur Gefangenen ihre Situation als Lesbierin. Nichts macht einen schlimmeren Eindruck von geistiger Beschränktheit und Verstümmelung als solche Klans emanzipierter Frauen.
b) Man muss hinzufügen, dass viele Frauen sich nur aus selbstsüchtiger Neigung als homosexuell erklären. Um so bewusster nehme sie zweideutige Haltungen an, als die hoffen, darüber hinaus Männer scharfzumachen, welche „verdorbene“ Frauen lieben. Solche Tam-Tam machende Eiferinnen – und sie fallen offensichtlich am meisten auf – tragen dazu bei, im Misskredit zu bringen, was die öffentliche Meinung als ein Laster und Posieren ansieht. [...]
Ausschnitt aus „Das andere Geschlecht“ Kapitel „Lesbische Liebe“ von 1949.
Die Sprache ist zwar etwas altertümlich, aber es ist dennoch zu verstehen was Simone de Beauvoir damit sagen will.
Gerade habe ich mich auf die Suche gemacht, ob die Sängerin Kt Tunstall lesbisch ist und habe diesen Artikel hier gefunden…
krass wie das hier formuliert ist wiedermal und das Lesbensein als etwas zum Ausprobieren dargestellt wird:
KT Tunstall: Kuß-Training mit der Freundin
Die britische Sängerin KT Tunstall hat in ihrer Jugend mit einer Frau geknutscht. Wie die britische Zeitung „The Sun“ berichtet, bereut Tunstall das überhaupt nicht. Sie sagte dazu: „Natürlich habe ich ein Mädchen geküsst – jedes Mädchen sollte ein Mädchen küssen.
Es war eine Schulfreundin und sie sagte: ‘Ich habe keine Ahnung vom Küssen.’“ Also hätten sie zusammen geübt. Tunstall weiter: „Es ist ein Teil des Erwachsenwerdens.“
KT Tunstall: lesbische Fans
Tunstall hat eine große lesbische Fan-Gemeinde. Grund: Auf dem Cover ihres Debüt-Albums ist sie mit regenbogenfarbigen Hosenträgern zu sehen – einem Symbol der Lesben. Allerdings handelt es sich dabei um ein Versehen, Tunstall ist heterosexuell.
Ersteinmal muss ich sagen, finde ich es lächerlich, dass sie gleich lesbische Anhänger bekommt, nur weil sie regenbogenfarbige Hosenträger anhat…
und den krassesten Satz im Artikel finde ich:
Bereut Tunstall das überhaupt nicht?
@samira
zum thema „comming out“nochmal!
genau aus solchen gründen ist ein „comming out“garnicht möglich!zusätzlich kommen ja noch andere gründe dazu wie direkte verbale oder körperliche angriffeoder auch stichelein anmachen und belästigungen von kerlen.usw…. ein normaler umgang fast unmöglich als frauenliebende frau öffentlich sich zu zeigen.
selbst die frizen die sich als „tollerant“zeigen du weißt nie welche echten gedanken die haben.
und für die hetero frizen=männer gehört das phasenspiel zum heterospiel in der männerwelt dazu.
also solange maNN was davon hat ist es aktzeptiert sonst ist es nicht aktzeptiert das ist leider so!
aber frauenliebe kann auch in der öffentlichkeit gezeigt werden das mache ich auch aber mit sehr viel vorsicht!
dann kommen noch zig fraktionen mit unterschiedlichsten einstellungen aber meistens immer in irgendeiner kombination zur männerwelt und mit kontakt dazu.
deshalb ich schweige lieber das ist für mich sicherer!
@samira
vielleicht hast du recht und ein comming out oder ein „comming out“für alle ist eine lösung?!damit wenigstens stigmatisierungen und abgrenzungen wegfallen!
der vergleich mit der haltestelle war schon gut von dir!
nur mein bespiel war nicht mehr in voller erinnerung weil ich den handlungsablauf des films vergessen habe!
nicht um gut oder böse.
es geht um offensichtliche menschenrechtsverletzungen an frauen!
@samira
und ich bin mir sicher das viele frauen wissen das es ihnen verboten wird pur frauenliebend zu leben sie sich aber nicht trauen weil sie angst haben vor gesellschaftlichen sozialen nachteilen oder verbaler oder körperlicher gewalt.
nicht alle aber viele bestimmt.
und mein bespiel ist irgendeine zugreise wo es einen mörder gibt aber keine der frauen darf was sagen den sonst ist sie die nächste.um es bildlich auszudrüken was ich meine!im film den ich genannt habe da haben die passagiere alle zusammen jemaden ermordet ich habe den film nicht mehr in erinnerung gehabt.
also klar vom charkterlichen können auch frauen da sein die angenehme wie auch unangenehme seiten haben.
es geht nicht um gut oder böse.
es geht hier nicht um persönliche charakterliche eigenschaften da sind meiner ansicht nach alle mörder oder viele wie beim orientexpress.
es geht mir um ein menschenrecht das recht auf pure frauenliebe ohne aufgezwungene kompromisse und ohne irgenwelche diskriminierungen!