…und dieses (und besonders) in der Lesbenszene und somit auch im gößten Internetportal lesarion.de. Uns ist schon seit längerem aufgefallen, dass es wohl dort gleichere unter gleichen gibt…
Grund: Das Thema „maskulin-feminin“ führt in Forumsdiskussionen regelmäßig zu größtem Streit, wobei die Devise gilt: Feminine Frauen dürfen ohne Ende beleidigt werden („Barbie“, „Tusse“, „Püppchen“ „geh deine Nägel lackieren“ ect. pp), wenn man sich kritisch zu maskulinen Lesben oder Transmännern (Frau zu Mann Umoperierte) äußert, wird man sofort verpetzt (alle drücken den Mod-Button), verwarnt oder gleich ohne jegliche Vorwarnung mit dem ganzen Profil hinweggelöscht. Was ist da los? Eine Diktatur der Maskulininität, schlimmer noch als in den konservativsten „Heterozusammenhängen“? Wo haben weibliche Frauen überhaupt einen Platz in der Welt? Und warum gibt es in der Lesbenszene keine interne Kritik und nur eine Sichtweise, die heilig ist und nicht angetastet werden darf?
Hmm… wir denken aber, dass es nur eine kleine Minderheit ist, die eine bestimmte Ideologie sehr lautstark vertritt und sie anderen aufzuzwingen versucht. Also liebe Frauen, die Frauen lieben: Sagt eure eigene Meinung, lasst nicht andere für euch sprechen und wehrt euch, denn es ist eure Stimme, die immer noch fehlt.
Noch vor einigen Jahren hätte ich dem evtl. (nach langem Nachdenken zugestimmt), denn zu Zeiten meines Coming-Outs war ich es gewohnt, aufgrund meiner langen Haare und des femininen Aussehens für Hetero gehalten zu werden.
Mittlerweile würde ich dem garantiert nicht mehr zustimmen. Die Szene (wie auch immer man diesen Begriff definiert) und somit auch Lesarion als Teil der Szene, ist mitnichten so maskulin definiert, wie manche dies zu sehen scheinen. Lesbische Frauen treten in den unterschiedlichsten Art & Weisen auf (wie erstaunlich), die Haarlänge (wenn man ein feminines Äußeres – meiner Meinung nach kurzsichtig – daran fest macht) reichen vom 3mm Haarschnitt bis zum hüftlangem Haar (längeres habe ich persönlich noch nicht gesehen, aber wer weiß?), es wird sich geschminkt oder auch nicht und ich persönlich habe auch noch keine abschätzende Kommentare (weder im richtigen Leben noch im Netz) wegen meines Äußeren gehört/gelesen… jedenfalls keine, die sich auf eine klassifizierende Abstufung von Maskulinität/Femininität bezogen.
Zur Dialog-/Diskussionsfunktion in Lesarion: Das die Kommunikation in Lesarion – wie so oft im Netz – teilweise nicht funktioniert, dass immer wieder Userinnen verbal angegriffen werden oder das Themen einfach in Grund und Boden kommentiert werden, ist wohl jeder bekannt, die sich dort länger als seit einer Woche aufhält.
Warum jedoch grade das Thema „Diskriminierung femininer Lesben“ aufgegriffen wird, bleibt mir schleierhaft. Maskuline Frauen werden dort genauso häufig verbal angegriffen. Worte wie „Mannsweib“, „Kamplesbe“ oder auch nette Sätze wie „da kann ich mir ja gleich einen Mann nehmen“ (der einer Frau mit einem nicht gesellschaftlich-weiblich angepasstem Äußeren somit jegliches Frausein abspricht, d.h. Heterosexismus und zweigeschlechtlich geprägte Denkmuster voller Vorurteile sehr „geschickt“ überträgt) sind genauso an der Tagesordnung.
Da es in Lesarion nur seltenst möglich ist, eine wirkliche Diskussion/einen Dialog zu führen, greifen abundan Userinnen zum Moderationsbutton. Das kann man machen… dafür ist er schließlich da. Natürlich wäre es schöner, wenn von diesem Button kein Gebrauch gemacht würde bzw. dies nicht als nötig empfunden würde. Es jedoch einer anderen anzukreiden, dass sie diesen Button nutzt und die eigene peer group (d.h. feminine Lesben) als schuldlos angegriffen und verurteilt hinzustellen, greift meiner Meinung nach hier deutlich zu kurz.
Die Welt ist schließlich nicht schwarz-weiß…
ThatsIt
Nebenbei: Der Begriff des „umoperierens“ ist im gewaltfreien Sprachgebrauch durch „angleichen“ zu ersetzen. In diesem Zusammenhang wäre der weniger abwertende Begriff „Frau-zu-Mann-Transsexuelle“ angebracht gewesen.
Ich glaube, im Falle der Kritik an Transsexuellen ist es ganz einfach eine Sache von Moral, weshalb einige den Mod-Button betätigen. Transsexuelle haben nämlich rein gar nichts mit Geschlechterdiskussionen politisch gesehen zu tun, denn sie „geben“ sich nicht (wie maskuline Lesben womöglich) als Männer, sondern fühlen sich so und das solltet ihr unterscheiden und auch respektieren, wie ich hoffe.
Transexuelle haben nichts mit der Geschlechterdiskussion zu tun??? Wie bitte – die sind im Zentrum des ganzen Hurikans sozusagen. Mann- oh- mann, bitte noch mal tief in dich gehen und ein wenig nachdenken ok;)
Natürlich findet Geschlechterdiskussion auch grade dort statt, wo Menschen sich Gedanken über das angeborene Geschlecht, das gefühlte Geschlecht, die gesellschaftlich zugewiesenen Geschlechterrollen und das Ganze drumherum machen. Somit kann man davon ausgehen (und so auch meine Erfahrung), dass Menschen, die transsexuell sind, durchaus an der Geschlechterdiskussion teilnehmen. Warum sie jedoch das Zentrum des Hurrikans sein sollen, verstehe ich nicht? (Ich würde ja noch nicht einmal von einem Hurrikan sprechen wollen.)
Was ich generell auch nicht verstehe, ist: Warum muss man sich überhaupt zu irgendeiner Lebensweise (die mit Legalität einhergeht) kritisch äußern? Aber das ist auch einfach meine Sichtweise…
Hi,
ich kann es nicht mehr hören, das Geblubber über Schubladen und chapeau, und das Nachgequatsche geht mir noch mehr auf den Geist! Meinungslose mit großer Klappe, die ihr Leben im Lesarion-Dickicht verbringen und es als Normalität ansehen. Natürlich, wie sollte man seine Sucht und sein Außenseiter-Dasein, seine Einsamkeit auch anders verniedlichen; das Schreien nach Toleranz und Gleichstellung und kein Stück selbst fähig dazu andere Meinungen und Ansichten der Geschlechtsgenossinnen anzuerkennen, zuzulassen und zu akzeptieren. Nein, es wird drauf gehauen. Wie schon erwähnt wurde, wird der Petzbutton gedrückt und die Userinnen, die zu sich selbst stehen können, werden gelöscht und der Mop darf weiterhin wüten, indem sie die „Normalen“ aus Lesarion schmeißen (lassen), damit diese Website immer größere asoziale Züge bekommt.
Wer schreit denn am Lautesten und kommt mit sich selbst nicht klar? Das sind doch die Maskulinen, deren Neid auf ihre femininen Mitstreiterinnen durch die ganze Welt stinkt! Arme Würstels. Ja, auch ich lehne Transsexualität ab, weil es gegen die Natur ist, weil es nur eine Flucht ist! Und ich lehne Bisexualität ab und Lesben mit Kindern! Kinder gehören der Norm an! Wenn eine fragt, wie es mit Mißbrauch aussieht in der Lesbenwelt, wird sie zerstückelt, gibt sie selbst zu Opfer gewesen zu sein, wird ihr vorgeworfen, die Therapie hätte nicht angeschlagen. Pseudoverständnis, Pseudotoleranz, Pseudo Pseudo Pseudo, was anderes gibt es bei Lesarion nicht! Lesarion ist eine Burg für Spinner, Mißbrauchte und Kaputte! Da haben andere nichts zu suchen! Ein Hoch auf das world wide web (666).
hab noch nie so viel bockmist auf einer meinem monitor gelesen wie heute in eurem blog.
Aha, wir polarisieren also ;-)
Ich für meinen Teil finde eher, dass ihr amüsiert. Das kann aber natürlich jede anders sehen.
Evtl. wäre auch polemisieren angebrachter: Polemisieren bedeutet in diesem Fall: in einer eher negativen Betrachtung eine (bestimmte andere) Ansicht zu bekämpfen zu wollen. Polemiker suchen nicht die dialogische Auseinandersetzung, sondern wollen im rhetorischen Wettstreit siegreich sein.
Die Kennzeichen von Polemik sind übrigens oft scharfe und direkte Äußerungen, nicht selten auch persönliche Angriffe, mehr – oder weniger – offensichtliche Beleidigungen mit dem Ziel der „Bloßstellung“ des rhetorischen Gegners, aber auch eine Beigabe sachlicher Äußerungen.
Nebenbei: Warum wurde eigentlich mein Kommentar in Reaktion auf tutnichtszursache gelöscht/nicht genehmigt? Schlimmer als der „böse Kampflesben“-Kommentar war er meiner Meinung nach nicht – wenn man den Kommentar überhaupt als schlimm ansehen möchte.
„Böse Kampflesbe“ war lustiger ;) Zufrieden? Und dann noch: Sehr gut Wikipedia zitiert, Respekt…
Ach so ein Mist. Da muss ich wohl an meinem Humorzentrum arbeiten… aber danke für die schnelle Antwort. :)
Ich möchte übrigens darauf hinweisen, dass es kein volles Wikipedia Zitat ist. Wobei es ja sowieso immer mehr so läuft: Wiki zitiert aus dem Wahrig, der Wahrig gründet zum Teil auf Prof. Dr. XY, ich zitiere zwischendurch aus irgendeiner Vorlesungen, eine andere hat mal gelesen, dass xyz und schreibt dies auf ihre Homepage, usw. – im Grunde schreiben also vielfach alle von anderen ab.
Ich gelobe bis zum nächsten mich interessierenden Beitrag Besserung.
Ich bedanke mich, dass mein Text stehen bleiben durfte ;-). Böse Kampflesben mag ich nicht! Was ist eigentlich eine Kampflesbe? Eine Lesbe, der man ansieht, dass sie ne Lesbe ist, ist die maskulin und ungepflegt?
Anstatt gegeneinander zu „arbeiten“, würde ich ja vorschlagen, gemeinsam gegen Femininitätsfeindlichkeit UND Trans*feindlichkeit vorzugehen. So mache ich das jedenfalls. Frauen- oder femininitätsfeindliche Sprüche lasse ich ebenso wenig unkommentiert wie trans*feindliche Sprüche.
Aber da stößt man ja leider oftmals auf taube Ohren.
Tut mit leid für dich, aber jetzt muss ich mal ganz drastisch werden: Wir sind gegen Trans, dieses “verstümmelte Etwas”, das/die sich einbilden durch massive Gewalt gegen den eigenen Körper das Jahrtausende alte Problem der Zweigeschlechtlichkeit auflösen zu können. Nun, die Existenz von Mann und Frau sind in der Tat ein Problem auf der Welt, aber durch Trans wird es ganz sicher nicht gelöst werden. Ist dieses Phänomen etwa eine Antwort auf den Feminismus, der die Probleme zwar erkannt, aber kaum Lösungen parat hatte??) Keine Ahnung, könnte so sein.
Und unter “femininen Lesben/Frauen” verstehen wir ganz einfach weibliche Wesen- und nicht anderes als das – keine Untergruppe, kein “Spezialgeschmack” oder sonstiges wie: Ich liebe blaue Schuhe und du gelbe, du Hunde und ich Katzen, who cares…. Die Unterscheidung (feminin/maskulin) wäre ja auch garnicht notwendig, wenn nicht so viele Frauen ihre Identität verlieren und zu Männern mutieren würden. Und damit meine ich nicht, Klamotten, Haare ect, pp, sondern ihre Identität, die Energie, das ganze (spirituelle) Sein….
Ja und ich denke auch, dass es eine männliche und weibliche Energie gibt und – das verzeihe mir bitte- bei kaum einem dieser MannzuFrau oder FrauzuMann “Mutanten” habe ich je eine gegensätzliche Energie verspüren können. D.h. Die “angeglichenen” Frauen hatten immer noch eine männliche Energie und die “angeglichenen” Männer hatten in keinster Weise irgendwie eine Art männliche Energie hinzugewonnen. Sie waren tot, oder zumindest extrem geschwächt. Ach ja, und die weibliche Energie ist in der westlichen Welt sowieso ein wenig abhanden gekommen, in den arabischen Ländern habe ich sie mehr gespürt, daher z.B. die Verschleierung der Frauen dort, da sie noch sexuell gefährlich sind (im Sinne von Matrix, Kinder bekommen können und “Anderswelt”) Aber das ist schon wieder ein anderes Thema ;)
Manche Frauen der islamischen Kultur strahlen tatsächlich eine unglaubliche Weiblichkeit aus, verborgen unter einem Schleier, der ihnen nach außen hin beinahe jede Identität raubt. Vielleicht ist das ihre einzige Möglichkeit, überhaupt noch etwas empfinden zu können, wenn ihr sonstiges Leben von einer Person, nämlich ihrem Ehemann abhängt.
Das mag hier in der westlichen Welt ein wenig verloren gegangen sein. Wir leben in keinen so großen Abhängigkeiten mehr, wenn dann sind diese eher geistig vorhanden als real. Tauschen möchte ich trotz allem nicht mit einer Frau aus einer Kultur, die Frauen nur eine sehr eingeschränkte Freiheit erlaubt.
Sich selbst als weiblich zu empfinden ist meiner Meinung nach ein Prozess und kein Status. Die ersten jugendlichen Entdeckungsreisen am eigenen Körper mögen der Anfang sein, das Ausleben der möglicherweise erst spät gefundenen eigenen Sexualität ist bestimmt nicht das Ende. Frauen ändern sich ihr Leben lang. Vor 10 Jahren sah ich anders aus als jetzt und in 10 Jahren werde ich wieder anders aussehen, ebenso werden sich mein Gefühlsleben entwickeln und meine geistigen Fähigkeiten.
Wer will beurteilen, wie viel Macht in einer Frau steckt, die heute vielleicht noch müde, verzweifelt und innerlich erfroren aussieht? Wer kann sagen, wie eine Frau sich entwickeln wird, die momentan als stark, schön und mächtig empfunden wird
…ich hoffe nicht Richtung Trans, liebe Irrwisch. Das halte ich für eine extreme Sackgasse.
Wir TS lösen nicht die Eckpunkte von Mann und Frau auf, im Gegenteil, wir bestätigen sie nahezu.
Wir sind gegen eine Geschlechtersprengung und wollen die Unterschiede aufrecht erhalten.
Wir Transmänner sind Männer, die eben als solches leben, anerkannt, akzeptiert und wahrgenommen werden wollen und zwar nur als Männer.
Ich selber möchte die beiden Eckpunkte Mann und Frau behalten, sowie die eindeutigen Unterschiede zwischen diesen, aber ich bin auch dafür, wenn alles andere, was sich zwischen diesen Eckpunkten befindet, dazu gehören IMHO IS und TG, ebenso anerkannt, akzeptiert und wahrgenommen wird.
Jeder soll so leben dürfen wie er sich fühlt, unabhängig davon ob er sich bei den Eckpunkten oder irgendwo dazwischen einordnet.
Nachtrag und Korrektur:
Es sollte heißen: Wir sind gegen eine Geschlechtersprengung und wollen die Unterschiede – SOFERN SIE KEINE UNGLEICHBERECHTIGUNG NACH SICH ZIEHEN – aufrecht erhalten.
@Nostrom bitte sprich doch nur für dich. Ich möchte das was du da sagst nämlich keinesfalls. gratz Lukas