„Wie geht lesbischer Sex?“ – Eine häufig in vielen Internetforen und auch im realen Leben gestellte Frage, auf die auch ich keine eindeutige Antwort zu geben wusste. Begibt man sich auf die Suche nach Informationen, so findet man viele Ratgeber zu sexuellen Praktiken, doch ist fast alles nur theoretisch und sagt doch nicht viel über das reale sexuelle Begehren von Frauen aus. „Gibt es feminine lesbische (oder bisexuelle) Frauen, die sexuell eine andere Frau begehren und, wenn ja, wie sieht das dann aus?“ Mindestens 80 % des Internets besteht aus Pornographie und ein nicht unerheblicher Teil davon ist lesbische Pornographie – ausschließlich für Männeraugen gemacht. Das häufige Bild von zwei Blondinen mit künstlichen Nägeln, die sich gegenseitig ablecken und dabei verrenkte Schlangenbewegungen vollführen, brachte mir nicht allzu viel Befriedigung. Dann schon eher die Heteropornos, wo wenigstens etwas passierte. Ich hatte nie den Eindruck, dass die Frauen in diesen Filmen sich oder überhaupt irgendjemanden begehrten, der einzige der zum Zuge kam, war der Mann, der oft hinterher das „Liebesspiel“ unterbrach und dann in einer der beiden sich ihm willig unterwerfenden Frauen zum Orgasmus kam.
Dann gibt es auf der anderen Seite die Pornos, die von Lesben selbst gemacht sind, ein aktuelles Beispiel ist der Film „Onenightstand“ – die Ästhetik in diesen Filmen scheint sich eher an Schwulen (also auch an Männern) zu orientieren – Fisting, SM-Praktiken, Rollenspiele in denen es hauptsächlich um Unterwerfung und Gewalt geht, dominieren das Bild. Die eher androgyn anmutenden Darstellerinnen befinden sich natürlich weit entfernt vom „heteronormativen“ Schönheitsideal, und wenn feminine Frauen vorkommen, dann werden sie meist genauso wie im Hetero(lesben)porno dargestellt, unterwürfig, als Objekt, als Begehrte aber nicht selbst Begehrende.
Über die Seite hotmoviesforher.com, welche eine Userin in einem bekannten Lesbenforum kommentarlos gepostet hatte, als es um das Thema Pornos ging, stieß ich auf die Seite girlfriendsfilms.com, eine kleine Produktionsfirma, welche ausschließlich reine Lesbenpornos produziert. Auf den ersten Blick schien es mir, als sei es wieder eine der gewöhnlichen Pornoseiten, doch beim genauer hinschauen, fiel mir auf, dass die Darstellerinnen sehr natürlich und sympathisch wirkten. Eine von ihnen, ihr Künstlername ist „Magdalene“, eine Frau in den Vierzigern mit roten Haaren, die aussah wie eine englische Lady, hatte es mir besonders angetan und ich erfuhr über einen Blog von einer der anderen Darstellerinnen, dass „Maggie“ eigentlich eine Schauspielerin war (sie hatte in der Tat englische Wurzeln), welche als Besucherin auf einem Pornfestivals entdeckt worden war und sich bereit erklärt hatte, es bei Girlfriendsfilms als Späteinsteigerin auszuprobieren. Sie war also eine Laiendarstellerin, die wirklich Spaß daran hatte, mit den meist jüngeren Frauen zu drehen und sie bezeichnete sich als „firmly bisexual“, die Vorraussetzung dafür, um als Darstellerin bei Girlfriendsfilms mitzuwirken. Fast alle der Darstellerinnen sind also lesbisch oder „ernsthaft“ bisexuell. Das beliebteste Motiv dieser Filme sind die „mature/younger“-Szenen, d.h. ältere Frauen schlafen mit jüngere Frauen, es gibt aber auch „mature/mature“- und „younger/younger“-Szenen und das Interessante ist, dass es, im Gegensatz zu den von Lesben für Lesben gemachten und den für Männeraugen gemachten Lesbenpornos , keine festgefahrene Ideologie gibt. Die einzelnen Szene sind ca. eine Stunde lang, es gibt keine Schnitte, d.h., dass die Frauen sich völlig ihrem Liebesspiel hingeben können und nicht unterbrochen werden, die Kameraleute sind ohne Ausnahme weiblich und dadurch entsteht eine für die Darstellerinnen angenehme Atmosphäre, wo echte Intimität einen Raum bekommt sich zu entfalten. Die Frauen begehren sich gegenseitig wirklich, manche sind sogar ein Paar, sie haben oft mehrere Orgasmen hintereinander, doch das, was die Qualität der Filme vor allem ausmacht, ist die aufgeladene emotionale, sehr intime und sinnliche Atmosphäre. Die Produzent(innen) legen außerdem viel Wert auf die Kulisse, die Umgebung und die Kleidung, die die Frauen tragen, es ist also alles sehr gediegen und hat durch die oft kleinen eingebauten Handlungstränge (in denen lesbische Problematiken unauffällig thematisiert werden) ein sehr hohes qualititatives Niveau.
Einziges Manko ist, dass nirgendwo öffentlich direkt gesagt wird, dass die Filme letztendlich von Frauen für Frauen produziert werden, zu groß ist immer noch die Abhängigkeit von einer fast ausschließlich männlichen Zielgruppe. Frauen kommen meist über den Freund oder Ehemann an solche Filme, sie tun sich immer noch schwer, aktiv zu werden und sich mit ihren geheimen Sehnsüchten auseinanderzusetzen.
Link: Girlfriendsfilms
Hallo Sophia,
zum Thema Pornographie (nicht nur) für Lesben/Frauen könnte Euch vielleicht folgender Link interessieren:
http://www.abbywinters.com
Was mir an der Site gefällt, sind die “natürlichen” Bilder. Laut Eigendarstellung der Macherinnen sind wohl alle diese sehr natürlich wirkenden Pornos von Frauen gefilmt. Man hört dort kein aufgesetztes Gestöhne oder stressig wirkende Action.
Was mir auch sehr gut gefällt ist der natürliche Humor, der spontan zu Tage tritt. Es sind dort übrigens NUR Frauen zu sehen weshalb man wohl von Lesben-Pornos sprechen kann, obwohl sich die Site durchaus an eine männliche Kundschaft wendet…
Hallo Ravellois,
Ja, die Seite klingt ganz interessant und der Sex ist wahrscheinlich auch teilweise echt. Was mir aber fehlt sind die älteren Frauen, denn die sind ja gerade am krassesten… Wenn ich mir eine Frau wie z. B. Lilli Palmer oder Catherine Deneuve nackt beim Sex mit einer Frau (oder mit mir!) vorstelle, fordert das mich viel mehr heraus…
Deswegen ist es so schwierig gute Pornos zu machen, denn der weibliche Blick ist einfach ein anderer. Es kommt mehr auf die Ausstrahlung an und es gibt bestimmte ältere Frauen, die auf jüngere unglaublich anziehend wirken. Die werden dann meistens total vergöttert und angebetet, aber das ist ja auf Dauer langweilig!
Beim lesbischen Pornolabel girlfriendsfilms.com haben sie ein paar ziemlich attraktive ältere Frauen (u.a. die Schauspielerin Darryl Hannah, die Frau aus dem bekannten Video-Clip von Robbie Williams “Feel”), guckst du hier:
http://www.girlfriendsfilms.com/MDEC_6/index.html
Hallo Sophia,
das Alt-Jung-Thema oder ältere LiebhaberInnen (”Wolke9″) tritt ja immer wieder auf, auch in der Hetero-Welt natürlich.
Das Thema “junger Mann/ältere Frau” ist übrigens auch sehr spannend, mit interessanten sozialen Implikationen die man diskutieren sollte. Den Blog sollte auch mal irgendjemand betreiben…
Dein Hinweis auf die jungen Frauen die die älteren vergöttern erinnert mich an das Wrangham/Petersen-Buch (wieder einmal) über die Bonobos, wo die jungen Bonobo-Weibchen die älteren so lange “angaffen” bis sie einen Wink bekommen und “Hoka-Hoka” machen.
Ich meine dass dieses Buch in jeden Gender-Studies-Kurs gehört.
LG
Ravellois
Hallo Ravellois,
danke für diesen Hinweis ;-) – das mit dem “angafffen” werde ich ausprobieren…
Meine Güte …wohin dreht sich bloß die Welt…
Jetzt wird auch noch das neue Lesben-Kamasutra rausgebracht… Ich glaub ihr seid nicht ganz dicht im Kopf
@jaguardu bist wohl ein mann der sich in ein lesben forum eingeschmuggelt hat?oder du bist einfach vom charkter so drauf schade echt!
@jaguar
gut dein benutzername könnte echt sein.aber du kannst ja auch die möglichkeit verwendet haben absichtlich aus einem lesbischen film dem namen rauszusuchen um als fake nicht aufzufallen.
so zusagen unaufällig auffällig.
aber warscheinlcih bist du eine von den bisarionessen=lesarion.
oder eine andere frau mit der art eben.naja so is es eben.
Natalie,
welchem Klischee möchtest Du mit Deinen aggressiven Angriffen auf Andere in diesem Forum entsprechen???
Ist dieses Forum für Männer verboten?
Jaguar,
was wäre denn gegen ein Lesben-Kamasutra einzuwenden? Und was hat das mit diesem Thread zu tun???
Ich glaube hier haben manche ein Problem mit dem “leben und leben lassen”…
Ravellois,
nein dieser Blog ist für Männer nicht verboten, aber ich glaube den meisten bleibt hier einfach “die Spucke weg”.
(Ist an dem fast vollständigen Fehlen vom Spam-Kommentaren zu erkennen ;)
Viele Grüße Claudia
@ravellois
also es gibt nichts klischeefreies aber ich aktzeptiere die meinung wenn jemand glaubt es gebe was klischeefreies!
ja ok ich ich werde mal versuchen freundlicher zu sein.aber jaguar ist auch nicht sehr freundlich sie hat mich als schlampe in einem anderen beitrag genannt.
und das weil ich angebote abgelehnt habe und nur frauen liebe.
aber ravellois du hast recht:)!
@claudia
das stimmt wohl wortwörtlich das männern der sabber beim lesbischen forum wegbleibt obwohl es gibt bestimmt auch die die das erst recht anmacht kotz..
aber so ist es leider immer.
Also ich möchte jetzt mal folgende Vermutung aufstellen, die aber auf einer von mir noch nicht genauer zu erklärenden Korrelation beruht:
Es gibt, in Prozent, ungefähr genau so viele “wirkliche” Lesben (die also sexuell wirklich nichts anderes wollen als lesbisch zu sein) wie es Männer gibt denen in diesem Forum NICHT die Spucke wegbleibt.
Das beides immer mehr wird wäre doch wünschenswert, oder? Dazu wäre auf beiden Seiten Toleranz gefragt. Die unsinnigen Aus- und Abgrenzungen werden weder Lesben, Schwule oder Bi’s glücklicher machen.
Auch das reine Ausleben von Macht, ob von Schwulen, Lesben, Männern oder Frauen wird nicht zu einer entspannten Existenz beitragen.
Ravellois: Leider habe ich, je länger ich mir diese Welt anschaue, stärker und stärker den Eindruck, dass Frauen und Männer zwei gänzlich unterschiedliche Arten sind, die nicht wirklich zusammenpasse bzw.leben können. Eine Lösung für dieses Problem sehe ich kaum, und Männerhass habe ich persönlich auch nicht, da ich von ihnen emotional nicht abhängig bin.
Hallo Claudia,
Männer und Frauen sind offensichtlich verschieden, aber sie sind keine unterschiedlichen “Arten” (d.h. Spezies).
Männliche Spermien und weibliche Eier ergeben einen neuen Menschen wenn sie sich verbinden. Dieser Fakt ist nicht einfach durch Wunschdenken zu marginalisieren. Die das tut, tut sich selbst keinen Gefallen, denn sie hat den Kontakt zur Realität verloren.
Zu sagen, dass Männer und Frauen nicht zusammenpassen ist genauso abwegig wie zu behaupten dass Lesbischsein widernatürlich ist.
Es ist verführerisch aus dem eigenen Wunsch nach Wissen eine Pseudowissenschaft zu machen und die eigenen Neigungen und Gefühle zur Norm zu erklären. Das übliche Sektenverhalten. Mehrheiten tun dass um Minderheiten zu unterdrücken und unterdrückte Minderheiten um ihre Situation zu sublimieren, ihrem Leiden einen Sinn zu geben.
Verständlich vielleicht aber trotzdem eben nicht der Realität oder der Wahrheit entsprechend.
Zur Zeit ist die Situation eher so, dass 5% der Menschheit nicht mit den 95% “zusammenpassen” die immerzu Territorien abstecken müssen, in denen sie eine totalitäre Herrschaft errichten, um sich in ihrer “Identität” sicher zu fühlen.
Mit der Ambiguität leben zu können, zu wollen, dass ist meines Erachtens die Übung die uns zu, in jeder Beziehung, “besseren” Menschen machen könnte. Dazu braucht man zuerst einmal Humor – ein unterbelichtetes Element in diesem Forum…
@ravellois
ja es stimmt schon das alle orientierungen aktzeptanz verdienen!da bin ich deiner meinung!
mir geht es ja nicht um die sexuellen orientierungen an sich.sondern eher um das problem der gattung mann an sich das ist die schwierigkeit.
ich verallgemeinere ja auch nicht aber es gibt schon grundstrukturen die erkennbar sind durch vorherrschende macht und zerstörungs arten.und da geht es an sich nicht unbedingt nur um die sexuelle orientierung jedes einzelnen oder nur um den charakter jedes einzelnen.
sondern um biologische tatsachen um die gattung mann ansich und somit bin ich persönlich der meinung das sophie und claudia recht haben
es gibt von allen seiten gute und schlechte menschen und es gibt alle möglichen sexuellen orientierungen.
das ist mir nicht so vordergründig.
es sind mehr strukturen weshalb bestimmte sexuelle orientierungen mehr aktzeptanz verdienen.
weshalb männer egal welcher orientierung meistens macht und zerstörung ausüben.
also ich sehe es mehr wie die wahrheit an sich wird es nicht geben aber eben einzelne kuchenstücke um meine eigene torte zusammen zubauen.die nicht mit anderen torten übereinstimmen muss!jede hat ihre wahrheit für sich!aber vieles was claudia und sophia erzählen ist sehr interessant weil es nach ursachen sucht und auch tatsachen wiederspiegelt.
ich persönlich bin lieber für anstatt gegen etwas!aber es gibt in diesem fall keine lösung das es etwas grundsätzliches biologisches ist.
und das es sehr warscheinlich ist das diese sexuellen orientierungen durch eine schwule männliche herrschaft in zerstörender weise kontrolliert werden kann natürlich sein.
weil es die gattung mann an sich ist die sich als mensch sieht.und die genderrollen erfunden bzw..auf eine abartige weise festgelegte strukturen deren machterhaltung zusammengelegt hat.
das heißt nicht das ich sage alle menschen sind dieses oder jenes nein.
aber es stimmt schon das wir schon immer in einer männer dominierten welt lebten und leben.
… “aber es stimmt schon das wir schon immer in einer männer dominierten welt lebten und leben.”…
Dass das, auch biologisch gesehen, nicht unbedingt so bleiben muss, das kann man in “Bruder Affe” (siehe meinen eintrag unter “Literatur”) lesen. Wrangham und Petersen schildern recht eindringlich, dass der Widerspruch von Biologie und Soziologie konstruiert ist. Sozialisierung kann eben auch Impulse für eine biologische Evolution geben…
Die Bonobos (unsere evolutionsbiologisch nächsten Nachbarn) leben in einem friedlichen Matriarchat. Wir könnten uns von ihnen inspirieren lassen…